42553 Neviges

Rosenfenster im Nevigeser Mariendom
Eins der weltberühmten Rosenfenster im Nevigeser Mariendom

Einfach 42553 Neviges heißt ein Grimme-Preis-gekrönter Blog eines Nevigesers über Neviges. Dieser Ort am Rand der Elfringhauser Schweiz wäre so langweilig, dass er laut dem Blog mittwochnachmittags und sonst ab 18.30 geschlossen ist.

Dass Neviges gar nicht langweilig ist, weiss sogar ich, weil  mein Leben lang dort mein Onkel lebt und ich ihn schon oft besucht habe. Früher hat er in seinem Häuschen im Ortsteil Tönisheide gewohnt und jetzt mit inzwischen 90 wohnt er geistig noch ganz rege im Seniorenzentrum.

Er ist schon wieder umgezogen in seinem neuen Domizil, das vierte Mal jetzt schon, erzählt er mir, als ich ihn diesmal besuche. Immerhin hat er jetzt wieder ein Einzelzimmer in diesem so schön gelegenen Wohnheim, von wo man einen großartigen Blick in die Elfringhauser Schweiz hinein hat.

Zu Fuß in die Elfringhauser Schweiz

Ein Stück weit will ich heute dort hineingehen. Dazu muss ich jetzt nur im Anschluss an meinen Besuch beim Onkel die abschüssige Wilhelmstraße wieder zurückgehen. Weiter geht es jetzt geradeaus über die S-Bahnlinie rechts am S-Bahnhof Velbert-Neviges vorbei die Donnersberger Straße entlang, die wieder bergauf führt; vielleicht ja auf den Donnersberg?. Kaum hört die Wohnbebauung von Neviges auf, ist es hier ganz ländlich und diese sanft hügelige Landschaft ist tatsächlich der Beginn der sich bis nach Sprockhövel, Hattingen und Wuppertal hinziehenden Berg- bzw. eher Hügellandschaft Elfringhauser Schweiz.

Tatsächlich gilt die Elfringhauser Schweiz aber als Mittelgebirge, auch wenn die höchsten Erhebungen nur um die 300 Meter hoch sind. Trotzdem ist das eine ganz angenehme und vielseitige Landschaft, die im Osten bis ans Karbon reicht. Zahlreiche Zechen waren hier aktiv und förderten auch hier Steinkohle. Die Herzkämper Mulde in Sprockhövel wird sogar als Wiege des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet bezeichnet.

Die Alaunstraße zeugt davon, dass es in Neviges ein Alaunbergwerk gab.

Aber heute gehe ich nicht so weit und bleibe im Nichtruhrgebietsteil der Elfringhauser Schweiz. Eine Straße, die von der Donnersberger Straße links abgeht, heißt Alaunstraße. Hier war früher einmal ein Alaunbergwerk aktiv. Alaun ist ein schwefelsaures Salz. Auch ein Bleibergwerk gab es in Velbert, wozu Neviges seit der Gebietsreform von 1975 ja gehört, von dem aber kaum jemand überhaupt noch von weiss. Ich frage auch meinen Onkel danach. Er sagt, dass hier eine Straße Bleibergstraße heißt, dass es seines Wissens nach da aber kein Bleibergwerk gibt oder gab.

Soweit ich durch Recherchen im Internet weiss, muss ähnlich wie in Ratingen-Lintorf und in Mülheim-Selbeck aber auch hier einmal Blei gefördert worden sein. Sogar von einer Steinkohlenzeche in Velbert habe ich gelesen.

Sowohl mein Onkel als auch ich leben knapp neben dem Ruhrgebiet. Aber wie ja auch ich als Ratinger ist auch mein Onkel als Nevigeser bzw. Tönisheider oder Velberter knapp neben dem Ruhrgebiet wohnhaft. Nur durch den Job bei einer Mülheimer Firma, den ich kürzlich gefunden habe bin ich inzwischen/derzeit ein halber Ruhri.

Zuerst mit der S9, die ähnlich schwer unter den Sturmschäden gelitten hatte wie die S6 und wie diese viele Wochen nicht verkehren konnte, fahre ich ab dem S-Bahnhof Velbert-Neviges über den Essen HBF wieder nachhause nach Ratingen.

Und zu dem Blog 42553 Neviges geht es hier:

nevigeser.blogspot.de

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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