Abends in Duisburg-Ruhrort

stimmungsvoll beleuchtete Gasse mit Kopfsteinpflaster in Duisburg-Ruhrort
stimmungsvoll beleuchtete Gasse mit Kopfsteinpflaster in Duisburg-Ruhrort
von Ernst Käbisch

Das „Tor zur Welt“ wird der größte Binnenhafen Europas in Duisburg-Ruhrort auch genannt. Und zur Zeit der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 war Duisburg der „Hafen der Kulturhauptstadt“. Außerdem wird Ruhrort oft als „St.Pauli der Binnenschifffahrt“ bezeichnet. Und das ist nicht ganz zu Unrecht. Weil hier befinden sich  zahlreiche Kneipen und Etablissements in den urigen kleinen Gässchen mit Kopfsteinpflaster und Gründerzeithäusern.

Den ganzen Tag hat es doch nicht geregnet. Und warum fängt das ausgerechnet jetzt an, wo ich in der U-/Straßenbahnlinie 901 vom Duisburger Hauptbahnhof in Richtung Obermarxloh sitze? Denn nicht einmal einen Schirm habe ich mitgenommen.

Am Hafenmund in Duisburg-Ruhrort

Dann bleibt das hier auch auf großformatigen am Hafenkai hängenden Plakaten versprochene abendliche Lichtspektakel am Hafenmund und über den Industriewerken an Rhein und Ruhr auch aus. Vielleicht bin ich ja aber auch noch zu früh dafür da. Dann aber habe ich nun echt keine Lust, hier lange im Nieselregen auszuharren.

Dabei ist Ruhrort eigentlich total urig. So hat es zwar nicht mehr die Bedeutung wie einst. Denn da galt Ruhrort als Umschlagplatz für die ganze Kohle und die Stahlerzeugnisse aus dem Ruhrgebiet auch mit seinen zahlreichen Kneipen in urigen Gassen einer intakten Altstadt als das „St. Pauli der Binnenschiffahrt“. Davon ist aber nicht so viel übrig geblieben. Schon ist hier nachwievor die sehr reizvolle Atmosphäre einer Hafenstadt zu spüren. Und Kneipen heißen hier „Freihafen“ oder „Kaiserhafen“. Weiter gibt es auch zahlreiche Geschäfte für Schiffsbedarf und -zubehör. Immerhin ist der Duisburger Hafen ja auch der größte Binnenhafen Europas.  Und direkt an die urige Altstadt von Ruhrort schliessen sich die großen Hafenbecken an. Denn an einem Teil der riesigen und sehr geschäftigen Hafenbecken bin ich auf der Straßenbahnfahrt vorhin vorbeigekommen.

Und direkt in Ruhrort ist der parallel zur Ruhr in den Rhein mündende Hafenmund. So machen die Schiffe dort Station, um nach dem Löschen ihrer Ladung gereinigt und gewartet zu werden und sich auf weitere Aufgaben vorzubereiten. Aber heute gibt es da nichts zu gucken. Gerade leigen eigentlich nur die Museumsschiffe des Duisburger Binnenschifffahrtsmuseums und zwei weitere Schiffe am Kai verankert in diesem Hafenbecken. Zu manchen Zeiten ist der ganze Hafenmund voller Schiffe. Und die „parken“ dann oft sogar in „zweiter Reihe“.

Die neue „Horst-Schimanski-Gasse“ in Duisburg-Ruhrort

Wo ich jetzt aber schon mal wieder hier in Ruhrort bin, will ich mir wenigstens die neu so benannte „Horst-Schimanski-Gasse“ oder „Schimmigasse“ angucken. Immerhin sind einige Schauplätze von Schimanskitatorten hier in Ruhrort und es gibt sogar immer ausgebuchte Führungen dorthin, wo der Tatortkommissar z.B. in Kneipen ermittelt hatte. Naja, so genau muss man das alles gar nicht wissen, finde ich ja und die Schimanskigasse ist auch wie erwartet eher enttäuschend. Es ist nur eine vielleicht 20 Meter lange Gasse von der Dammstraße hinunter zum Hafenmund. Und zwei angrenzende Kneipen wollen natürlich etwas durch diesen wohl eher unverhofften Ruhm der neuen Namensgebung Geschäfte machen. Aber ich werfe mal einen Blick in die Lokale hinein. Gerade sitzt da aber kaum jemand drin.

Das Aufregendste ist hier und heute so eigentlich die Spiegelung der altertümlichen Laternen auf dem Kopfsteinpflaster der gemütlichen Gassen voller stilvoller Gründerzeitwohnhäuser und Gebäuden von Reedereien oder der Schifferbörse…. Die meisten prächtigen und mit reichhaltigem Stuck verzierten Gebäude sind hier sehr gepflegt. Nur vereinzelt ist mal ein Leerstand zu bemerken. Nachwievor ist Duisburg-Ruhrort einer der Vorzeigestadtteile der Stadt Duisburg.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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