Abriss der Siedlung Philippstraße

Natürlich ist die Wohnung, wo wir seit 1 Jahr wohnen, jetzt besser. Wir haben Heizung und ein Badezimmer wie alle anderen auch. 80 qm für 3 Personen. Und sogar ein winziges Stück Garten gehört wieder dazu – vielleicht 50 qm groß. Das ist zwar nicht zu vergleichen mit dem Garten in der Philippstraße, aber immerhin ist das für eine Stadtwohnung schon etwas Besonderes.

Inzwischen wohnen wir über ein Jahr nicht mehr dort in der Philippstraße. Aber da das eine der beiden Häuser im nächsten Monat abgerissen wird, gucken wir uns doch noch einmal die inzwischen verwilderten Gärten an.

Der Garten hui, die Wohnung pfui in der Siedlung Philippstraße

Der große Garten war immer das Beste an dieser Siedlung. Während die Wohnung bescheiden und mit 2 Zimmern für uns 3 zuletzt viel zu klein war und im Winter zu kalt nur mit der Stromheizung und den 3 Aussenwänden, war der Garten klasse. So werden wir nie wieder wohnen. Und im Rheinland wohnt so auch niemand – es sei denn ein Eigenheimbesitzer.

Heute kommen wir gar nicht mehr in den Garten hinein. Ein hölzerner Zaun versperrt uns den Weg. Eine Ex-Nachbarin ist aber gerade da und so freundlich, uns in ihren Garten hineinzulassen. Sie wohnt mit ihrer Familie noch im 2ten der beiden Häuser mit je 5 Wohneinheiten mit noch 2 anderen Mietsparteien. Von da kommt man über einen Verbindungsweg auch in „unseren Garten“. Ja irgendwie ist es ja noch unserer Garten. Mit dem Garten hatte ich mich immer viel mehr identifiziert als mit der Wohnung, die uns am Ende sogar krankmachte. Wir hatten Asthma, Nebenhöhlenentzündungen, Bronchitis. Küche und Wohnräume waren zum Schluss im Winter sogar mit Schimmel befallen. Und weder die Wohnungsgesellschaft noch wir hatten ja dann noch etwas investiert, wo der Abriss der Siedlung definitiv feststand.

Die Sommermonate bis in den späten Herbst hinein war das Leben hier immer super auszuhalten mit dem großen Garten, nachdem wir zuletzt noch eine weitere Gartenecke mit einem baufälligen Holzschuppen zur Verfügung gestellt bekamen und damit so an die 500 qm Fläche hatten. Zwar hatten wir Nachbarn, die uns zuerst doch sehr an Schrebergärtner erinnerten, die alle 2 Wochen den Rasen mähten und das natürlich auch von allen Nachbarn erwarteten. Aber Nachbarn muss man sich erziehen oder aus dem Weg gehen, wenn man gar nicht mit ihnen auskommt. Und zuletzt waren wir gerade mit diesen älteren „Schrebergärtnern“ eigentlich ganz gut angefreundet.

Wir bauten Gemüse an, hatten Obstbäume und einen Kräutergarten

Das waren mit uns die einzigen von den anderen Nachbarn, die auch gerne dieses kleine Idyll mitten in der Stadt bewirtschafteten. Wie diese Schrebergärtner bauten wir Gemüse an, Bohnen, Zucchini, Gurken, Tomaten, Erbsen, sogar Kartoffeln und Kürbisse, wir hatten Obstbäume und einen Kräutergarten und viele blühende Blumen und das zentral in der Stadt. Ein Paradies, aber eben ein durchwachsenes wegen der unzureichenden Wohnung.

Der Abriss wird vorbereitet

Ein paar Tage später sehen wir dann, dass der Abriss der Siedlung vorbereitet wird. Der eine Häuserblock ist umzäunt und die Fenster und Türen der Wohnungen sind bereits entfernt worden. Der ganze Schutt wird einfach in die längst nicht mehr genutzten Gärten geworfen. Das ist ein trauriger Anblick, da wir hier ja schon gerne gewohnt hatten.

Abriss der Siedlung Philippstraße
Der Rasen müsste mal gemäht werden Foto anklicken
Abriss der Siedlung Philippstraße
So sieht ein Garten nach 1 Jahr ohne Pflege aus Foto anklicken
Abriss der Siedlung Philippstraße
Salbei, Bohnenkraut, Minze, Rosmarin… das war mal unser Kräutergarten Foto anklicken
Abriss der Siedlung Philippstraße
Rosengarten Foto anklicken
5skeptisch
Es sieht hier nicht mehr cool aus. Foto anklicken
6rasen
Verwildert Foto anklicken
7blumen
Manches wächst unbeeindruckt Foto anklicken
8schuppen
Der Schuppen Foto anklicken
9sonnenblumen
Es war hier mal schön Foto anklicken
10pfingstrosen
Voller Blumen Foto anklicken
11baustelle
Und jetzt ist das Baustelle Foto anklicken
12abriss
Fenster und Türen sind schon weg Foto anklicken
13rosen
Hier blühen noch Rosen Foto anklicken
14gaerten
Schutt wird in die Gärten gekippt Foto anklicken

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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