Am Malakowturm von PROSPER II in Bottrop

Am Malakowturm von Prosper II
Am Malakowturm von Prosper II

von Ernst Käbisch

Das markanteste Symbol der letzten bis Ende 2018 im Ruhrgebiet aktiven Steinkohlezeche Prosper-Haniel ist natürlich der Malakowturm von PROSPER II. Gerade kürzlich habe ich gelesen, dass auch nach 2018 hier beim Bergwerk Prosper-Haniel weiter Energie gewonnen wird. Schon seit 1986 ist der Malakowturm selber bereits nicht mehr aktiv. Weiter aktiv ist aber direkt nebenan der Förderberg, wo die Kohle aus den aktiven Schächten ankommt.

Zuerst fahre ich mit der S9 vom Essener Hauptbahnhof nach Bottrop. Dann sind es etwa 2 Kilometer zu Fuß zu gehen, bis ich PROSPER II in der Knappenstraße erreicht habe. Endlich einmal steht das Werkstor offen. Es ist noch gar nicht so lange her, wo ich hier zum ersten Mal war und noch dachte, das sei hier eine aktive Schachtanlage. Dabei ist PROSPER II, also die Schachtanlage 2/3/8 längst geschlossen und die Schächte sind seit 1986 verfüllt. Schon aber ist dahinter der Förderberg, wo die Kohle aus den aktiven Schachtanlagen ankommt.

Der Malakowturm ist doch nicht offen

Neugierig gehe ich auf das ehemalige und endlich einmal zugängliche Werksgelände. Denn das kenne ich ja bisher nur von mehreren Besuchen vom Zaun her. Dann ist aber der Haupteingang vom Malakowturm geschlossen. Es führt links um den Turm herum noch eine Stahltreppe hoch zur wohl ersten Etage des Turms. Und vorsichtig gehe ich da mal hoch, aber auch diese Tür am Malakowturm ist zu. Dafür habe ich von hier einen guten Blick über die geräuschvoll gerade arbeitende Anlage nebenan bzw. jetzt unter mir, die ich ja als den Förderberg vermute.

Immerhin ist jetzt doch noch eine Frau auf dem Zechengelände. Sie sieht mich auch, sagt aber nichts. Schon wird sie etwas mit dem Betrieb hier zu tun haben. Also frage ich sie, warum denn heute der Turm doch nicht geöffnet ist. Und sie antwortet mir, dass derjenige, der hier Dienstags auch Führungen anbietet, krank ist und dass er am nächsten Dienstag wohl auch nicht da ist. Donnerstag nachmittags wäre es besser zu kommen, weil dann immer ein Steiger da ist. Weiter frage ich sie noch nach dem Werk nebenan und ob das wirklich der Förderberg ist. Ja, sagt sie, da kommt die Kohle auf Förderbändern an, aber mehr weiss sie auch nicht und verweist mich wieder an den Steiger.

Immerhin weiss ich nun das. So ernsthaft habe ich auch nicht damit gerechnet, dass hier heute offen ist, wie das ja eigentlich auf dem Schild am Werkstor ausgesagt wird. Denn auf den Webseiten vom Malakowturm wird nämlich auch nur vage gesagt, dass Führungen im Turm angeboten werden und aber nicht, wann das genau ist.

Malakowturm der Zeche Oranje Nassau in Heerlen

Und immerhin bin ich ja nun auf dem Zechengelände direkt am Malakowturm. Schon das finde ich sehr spannend. Und wie es da innendrin aussieht, kann ich mir immerhin etwas vorstellen. Denn bereits einmal war ich im Malakowturm der Zeche Hannover in Bochum, wo jetzt ein Landesmuseum tätig ist. Und ebenso ist ein Museum, nämlich das Nederlands Mijnmuseum im Malakowturm der Zeche Oranje Nassau I der südlimburgischen „oostelijke Mijnstreek“ im niederländischen Heerlen. Allerdings ist dieser Turm etwas zierlicher als dieser doch sehr imposante und gewaltige Malakowturm von PROSPER II.

Also warum ist nun der Werkseingang eigentlich offen? Denn ausser dem Malakowturm ist hier doch nichts auf dem umzäunten und nun zugänglichen Gelände? Es sind Parkplätze da und es stehen da auch Autos geparkt. Handwerker reparieren irgend etwas in der benachbarten Waschkaue, wo jetzt das Grusellabyrinth ist und ansonsten ist da nur die Frau, die jetzt die Pflanzen am Malakowturm gießt. Und auf dem Zechengelände stehen eine Menge alter Loren herum. Schon längst kommt aber die Kohle hier auf Förderbändern im Förderberg an. Und auch die Bergleute werden auf den Förderbändern gefahren. So werden Loren im Bergwerksbetrieb gar nicht mehr gebraucht.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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