Am Südseestrand in Wülfrath

Naturerlebnis
Naturerlebnis "Südseestrand" - der ehemalige Steinbruch Schlupkothen in Wülfrath
von Ernst Käbisch

Südseestrand wird der Aussichtspunkt am Südufer des ehemaligen Steinbruchs Schlupkothen und jetzigen Sees genannt. So soll wohl die unglaublich spektakuläre und in eine andere Welt entrückend wirkende Aussicht umschrieben werden. Schon ist das hier ja eine nur auf den ersten Blick unberührte Wildnis.  So ist in Wirklichkeit der Schlupkothener Steinbruch ja ganz unromantisch eine Industrieruine. Und der See ist ein geplantes Werk von Menschenhand.

Also die aktiven Steinbrüche und den Bochumer Bruch und den ebenfalls wie der Steinbruch Schlupkothen zum See vollgelaufenen ehemaligen Steinbruch Prangenhaus in Wülfrath kenne ich schon. So denke ich, daß der Steinbruch Schlupkothen mich nicht mehr so vom Hocker hauen wird. Und doch ist das so. Schon gibt es hier zwar um den gesamten See herum nur einen einzigen Aussichtspunkt am Südufer (Südseestrand) des Sees. Trotzdem ist hier ein unglaublich spannendes und nachhaltig eindrückliches Naturerlebnis zu erleben.

Naturerlebnis – Südseestrand in Wülfrath

Dann vormittags an einem Wochentag habe ich diesen Ort fast ganz für mich alleine. Und ich muss ihn nur mit zahlreichen laut hörbaren Wildgänsen und anderen Vögeln teilen. Denn die sind hier heimisch geworden. Und für die muss dieser von den Menschen verlassene Ort ein Paradies sein.

Schon würde es mich ja mal interessieren, wie es in dieser Stadt Wülfrath einmal in 50 Jahren aussehen wird. Denn dann werden ja auch die jetzt noch aktiven und noch viel größeren Steinbrüche Rohdenhaus und Silberberg zu Seen geworden sein. Und dann sind vielleicht die schon vor langer Zeit stillgelegten Steinbrüche Schlupkothen und Prangenhaus (der mit dem türkisen Wasser) endlich der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt worden. Weiter dienen sie vielleicht den Menschen schon als beliebte, weil aus völlig klarem Wasser bestehende Badeseen.

Dann würde diese kleine Stadt Wülfrath, die jetzt schon abgesehen von dem Kalkwerk wie eine idyllische erholsame Stadt wirkt, zum Naherholungsgebiet. Dann  würde es sogar zum Ferienparadies der gestreßten Großstädter der Umgebung werden. Und Wülfrath würde zum Kurort oder gar Ferienort mit allen nur denkbaren Wellnessanwendungen in einer beschaulichen Wald- und Seenlandschaft.

Der „Südseestrand“ birgt noch viele Gefahren

Und noch ist es aber sichtbar viel zu gefährlich, diese „Löcher von Menschenhand“ der Öffentlichkeit zu übergeben. Schon irgendwann wird das aber mal der Fall sein müssen. So wie es an zahlreichen anderen Steinbrüchen in der Region auch war. Zum Beispiel war es beim Blauen See in Ratingen so. Denn der ist zwar viel kleiner als die Steinbrüche in Wülfrath, aber im Grunde sehr ähnlich. Und auch er ist ein tiefer klarer See mit einer schroffen und dicht von Wald bestandenen Felsenlandschaft drumherum. Denn Kalkstein wurde da vor vielen Jahrzehnten auch mal abgebaut. Und nun ist der Blaue See seit vielen Jahrzehnten zusammen mit der beliebten und im Sommer immer gut auch aus jwd besuchten Naturbühne eine der Attraktionen der Stadt Ratingen.

Auch in Wülfrath verläuft der Panoramaradweg

Dann auf der Rückfahrt will ich nicht auf einer starkbefahrenen Art Stadtautobahn Fahrrad fahren müssen. Dazu kam es nämlich eine Weile auf der Hinfahrt und das ausgerechnet im beschaulichen Wülfrath. So fahre ich ab dem Steinbruch Schlupkothen ein Stück auf dem auch hier entlangführenden PanoramaRadweg. Und hier auf dem Wülfrather Teil der ehemaligen Niederbergbahn sind noch zahlreiche Gleisanlagen erhalten. So führt mich mein Weg nun vorbei am Zeittunnel Wülfrath bis zur Flandersbacher Straße. Und dort ist ja der Steinbruch Prangenhaus. Denn von hier ist es nicht so weit über Mettmann-Obschwarzbach und Ratingen-Homberg meist in Abfahrten bis nach Ratingen.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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