Belgisches Viertel, Heinzelmännchen und der Dom in Köln

1.Detail des Heinzelmännchenbrunnens

Das Belgische Viertel um den Brüsseler Platz mit der St.-Michaelskirche herum ist derzeit das nicht nur bei Jugendlichen beliebteste Szeneviertel in Köln. Denn belebte Straßenzüge voller Gründerzeithäuser mit schönen Jugendstilfassaden und zahlreichen Cafes, Trinkhallen, kleinen Geschäften und Galerien prägen dieses „Veedel“ (kölsch für Stadtviertel) gar nicht weit weg von der Innenstadt mit dem Dom. Und die Straßen hier heißen Genter Straße, Maastrichter Straße, Brabanter Straße, Limburger Straße nach Orten und Provinzen in Belgien und in den Niederlanden.

Heute ist der letzte Tag der Weihnachtsferien und da wollen wir noch etwas gemeinsam erleben. Und da wir ja nicht alle Tage mal nach Köln kommen, machen wir einen Ausflug in diese größte Stadt Nordrheinwestfalens und viertgrößte Stadt Deutschlands. Immerhin fährt die S-Bahnlinie 6 zwar vom Essen HBF kommend über Ratingen direkt dorthin, aber Köln befindet sich bereits in einem anderen Verkehrsverbund. Und es ist eine Wissenschaft für sich, herauszufinden, was wir zu unserem VRR-Ticket dazuzahlen müssen, um nach Köln zu fahren. Denn was brauchen wir da? Ein Anschlussticket oder ein Zusatzticket oder müssen wir in Düsseldorf umsteigen und dort ein Ticket für den Verkehrsverband Rhein-Sieg kaufen? Also aus all den Informationen im Internet darüber werden wir nicht ganz schlau.

Wir kaufen ein Tagesticket Langenfeld – Köln zu 18,30 €

Der Mann im VRR-Büro (VRR = Verkehrsverband Rhein-Ruhr) sagt, wir müssen uns ein Ticket für die ganze Strecke Ratingen-Köln für 41 Euro kaufen, aber das ist natürlich Quatsch. Denn erst in Langenfeld hinter Düsseldorf endet der VRR-Bereich und dafür haben wir ja ein Monatsticket. Danach kommt Leverkusen und dann doch schon Köln. Im Reisebüro bekommen wir dann ein Tagesticket für 18,30 Euro. Das ist schon deutlich besser und wir können sogar in Köln noch mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Und so sind wir nach nur vielleicht einstündiger Fahrt in Köln und müssen bis dahin nicht einmal umsteigen.

Das Belgische Viertel um den Brüsseler Platz herum

Und was machen wir denn nun in Köln? Denn das ist ja eine spannende Stadt mit vielem Interessanten und Sehenswerten. Dann aber haben all die Museen, die wir z.B. gerne besuchen würden, sehr hohe Eintrittspreise etwa das Schokoladenmuseum oder das Wallraff-Richartz-Museum oder das Römisch-Germanische Museum. Und das lassen wir dann lieber. Dann natürlich wollen wir mal in den Dom, aber das ist ja auch kein tagesfüllendes Programm. So gucken wir uns erst einmal im Belgischen Viertel um. Denn darüber habe ich schon viel gelesen.

Und das Belgische Viertel ist zu Fuß gut von der City aus zu erreichen. So ist es vielleicht ein Fußweg von einem oder eineinhalb Kilometern bis dahin. Denn man muss einfach vom Dom aus westwärts in die Trankgasse und durch das „Friesenviertel“ am Friesenplatz gehen. Dann heißen die Straßen ab hier Venloer Straße, Brabanter Straße, Limburger Straße und Brüsseler Straße und dann sind wir schon am Brüsseler Platz und damit im Zentrum des ganz lebendigen belgischen „Veedels“. Also Veedel bedeutet auf Kölsch Stadtviertel und es gibt noch weitere beliebte Veedels in Köln z.B. das St-Agnes-Veedel, wo Heinrich Böll lebte oder das Severinsveedel, was das kölscheste Veedel sein soll laut der Kölner Webseite.

Das machen wir dann mal bei einem nächsten Kölnbesuch. Jetzt gucken wir uns aber das mich an Berliner Bezirke wie Kreuzberg oder Prenzlauer Berg erinnernde belgische Veedel an mit seinen vielen originellen Kneipen, Galerien, Goldschmiede- oder Schallplattenläden. Viele Menschen sind ja zu dieser noch frühen Stunde gar nicht unterwegs und die Läden und Cafes öffnen zum Teil gerade erst. Aber abends ist hier sicher der Bär los. An der U-Bahnstation Rudolfplatz an so einem urigen alten Tor wie von einer Burg fahren wir dann einfach mal auf Verdacht ein Stück mit einer U-Bahn mit und steigen dann am Hansaring aus.

Der Heinzelmännchenbrunnen, Der Dom

Von hier aus sehen wir wieder den Dom und gehen durch kleine Gassen gemütlich durch die Kölner Altstadt darauf zu. In einer von einem türkischen Migranten geführten „Kölsche Kaffeebud“ kaufen wir für Tim eine Süßigkeitentüte. Dazu können wir uns selber aus einem großen Angebot bedienen.

An dem urigen Heinzelmännchenbrunnen kommen wir dann vorbei und sind dann auf der Hohestraße, der bekannten Einkaufsmeile in der Fußgängerzone. Hier und dann auch vor und im Dom sind Unmengen von Touristen unterwegs. Das ist auch kein Wunder, weil Köln ja voller Geschichte z.B. von den alten Römern und Geschichten wie der von den Heinzelmännchen ist.

Der Dom ist gigantisch gross und die Eindrücke davor und darin sind überwältigend. Wo man auch hinguckt, sind eindrucksvolle Kunstwerke wie bunte Kirchenfenster, Skulpturen von Heiligen aus Stein und aus Holz und Ölgemälde auf altmeisterliche Art zu sehen. Den Fussboden bedecken interessante Steinmosaiken mit lateinischen Inschriften dazu und wenn man nach oben guckt, sieht man eindrucksvolle gotische Gewölbe. Die große Kirche ist voller Menschen und als über Lautsprecher durchgesagt wird, dass gleich eine Messe stattfindet, gehen wir voller Eindrücke.

Hier geht es zum 2.Teil der Kölnfahrt: https://gesunex.de/koeln-2-teil-roemische-kolonie-colonia-claudia-ara-agrippinensium/5426

Einfach auf eins der Vorschaubilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here