Bergbaubezirk Heisingen am Essener Baldeneysee

Schlägel und Eisen am Stolleneingang der Zeche Flor & Flörchen
Schlägel und Eisen am Stolleneingang der Zeche Flor & Flörchen - oder Voßhege? oder Wasserschnepfe?

So beschaulich der Essener Baldeneysee ist; um den See herum förderten einstmals zahlreiche Steinkohlezechen. Und meist waren es Kleinzechen wie die Zeche Flor & Flörchen oder die Zeche Hundsnocken. Dann aber gab es hier auch eine große Zeche, nämlich die Zeche Carl Funke. Und von der konnte als weithin sichtbare Landmarke ein prächtiger Förderturm am Ufer des Stausees als Erinnerung an den Bergbau in der Region erhalten werden.

Also kommt niemand zum Treffpunkt – natürlich. Denn nach dem verheerenden Sturm habe ich keine weitere Werbung mehr für die Wanderung heute zur Maschinenhausruine der Zeche Rudolph gemacht. Und vermutlich sehen die Sturmschäden im Oefter Wald ebenso heftig aus wie hier überall im Wald. So ist es da derzeit vielleicht auch gefährlich. Weil eskönnen ja angebrochene Äste herunterfallen.

Schon aber hatte ich vor Wochen angefangen, den heutigen Termin mit dem Treffpunkt S-Bahnhof Essen-Werden zu verbreiten. Dann muss ich jetzt wenigstens einen Moment warten. Obwohl obendrein für heute sogar Regen angesagt ist. Und niemand kommt. Natürlich ist das so.

Am Nordufer des Essener Baldeneysees

Also kann ich guten Gewissens meine Alternativtour machen. Dann am Nordufer des Baldeneysees fahre ich nun mit dem Rad entlang. Und auch hier sind immer wieder mal die Wege versperrt durch abgebrochene Äste. Trotzdem es noch so früh ist, lärmen schon Kettensägen. Weiter werden Sturmschäden von dem Sturm „Ela“ am Pfingstmontag weggeräumt.

Zeche Carl Funke, Maschinenhaus der Zeche Hundsnocken

Immerhin kann ich mich mit dem Fahrrad hier aber gut fortbewegen. So bin ich vorbei an Villa Hügel und Schloss Baldeney bald am mächtigen grünen Förderturm der Zeche Carl Funke, der hier wie unvermittelt von Wald umgeben fast direkt am See steht. Noch bis 1973 förderte die Zeche Carl Funke Steinkohle. Gerade hier beginnt auch der typische Bergarbeiterbezirk Essen-Heisingen. Und Carl Funke war die größte Zeche hier. Schon gab es noch zahlreiche weitere oft ganz kleine Zechen. Dann ein Stück oberhalb des Förderturms von Carl Funke ist eins dieser in dieser Gegend reichlich vorhandenen wunderbaren Steinhäuser aus Ruhrsandstein. So ist auch das ein Zechenrelikt. Denn das ist nämlich das einstige Maschinenhaus der Zeche Hundsnocken. Und das prächtige Bruchsteinhaus ist stark von Efeu überwachsen und steht leer.

Dann schliesst sich eine Zechensiedlung mit ebenfalls prächtigen Wohngebäuden an. Weiter steht wieder eins dieser Bruchsteinhäuser dazwischen. So manche dieser Gebäude waren sogar eigenständige Kleinzechen, aber da kenne ich mich nicht detailliert mit aus.

Die Zechen Flor & Flörchen und Voßhege (Wasserschnepfe?)

Und ich suche nun diese Stelle in Heisingen, wo mehrere Stolleneingänge zu sehen sind und tatsächlich finde ich diesen Ort unweit der Ruhrbrücke hinüber nach Essen-Kupferdreh. Denn da sind auf der Straße namens „Stauseebogen“ zwei Stolleneingänge im Abstand von vielleicht 50 Metern in einem Felsen mit Loren davor und dem Bergarbeitersymbol Schlägel und Eisen in der schmiedeisernen Tür, die die Stollen jeweils verschliesst. Dann ist neben den Stolleneingängen noch eine Stelle, wo offenbar die Karbonschicht offen zutage liegt. Ganz schwarz sieht der Felsen hier aus und vermutlich könnte man hier mit geeignetem Werkzeug die Steinkohle sogar übertage fördern.

Wie ich bei den Kollegen der Seiten Ruhrkohlenrevier.de und Zechensuche.de auf Bildern und Beschreibungen sehe, habe ich also hier die Relikte der Zechen Flor & Flörchen und Voßhege gesehen. Oder sind die eindrucksvollen Stolleneingänge im Fels von den Zechen Voßhege und Wasserschnepfe?; so verstehe ich einen Ausflugstipp der Seite rheinruhronline.de. Aber auch egal. Wie gesagt gibt es in Heisungen und in den anschliessenden Bezirken Kupferdreh, Fischlaken und Werden natürlich um den ganzen Baldeneysee herum zahlreiche ehemalige Zechen, von denen auch viele Relikte übrig sind. Die Eindrücke heute reichen mir aber erstmal und nun habe ich ja noch die Rückfahrt mit dem Fahrrad vor mir. Das sind diesmal schätzungsweise um die 20 Kilometer.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here