Bergbauschäden am Hauptbahnhof Essen

Fast alle Züge haben Verspätung oder fallen sogar ganz aus

Schon 1870 ist Bergbau im Gebiet um den Essener Hauptbahnhof dokumentiert. Seitdem betrieb einst die Zeche Victoria Mathias das Grubenfeld „Hoffnung & Secretarius et Aak“. Jetzt wurden unbekannte Hohlräume direkt am Bahnhof entdeckt. Nun wird vermutet, dass Bergbau hier bereits ab 1840 betrieben wurde. Seit Wochen nun fahren Züge in dem Bereich mit Schrittgeschwindigkeit. So kommt es zu Verspätungen im Zugverkehr. Und viele Züge fallen ganz aus. Weiter werden an etlichen Stellen um den Bahnhof herum Probebohrungen durchgeführt. Dann werden die gefundenen Hohlräume mit Beton verfüllt.

Eigentlich ist die aus Köln-Nippes kommende und bis zum Essen HBF fahrende S-Bahnlinie 6 die „Problemlinie“ in Nordrheinwestfalen. Schon die Lokomotiven sind veraltet. Und es kommt oft zu Schäden am Motor und an den Bremsen und damit zu Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr. Dann gibt es an dieser waldreichen Fahrtstrecke immer wieder Probleme mit umgestürzten Bäumen auf den Gleisen.

Die S6 fährt fast pünktlich; dafür fallen sämtliche Fahrten der S3 nach Oberhausen aus.

Aber heute fährt diese Bahn wider Erwartens fast pünktlich. Mit nur 8 Minuten Verspätung erreicht die S6 den Essen HBF. Obwohl es kein so angenehmes Wetter ist mit Nieselregen und durchgängig grauem Himmel, will ich versuchen, von hier aus weiter nach Oberhausen zu fahren. Die Knappenhalde und die Zeche Oberhausen bzw. was davon so übrig geblieben ist, will ich besuchen.

Ausgerechnet nach Oberhausen fahren die Züge wohl an der Stelle vorbei, wo der „Problemstollen“ und/oder die neugefundenen Hohlräume verfüllt werden. Ersatzlos sind sämtliche Züge der S-Bahnlinie 3 nach Oberhausen gestrichen. Eine gerade einfahrende S3 aus Hattingen endet hier in Essen. Dann fährt sie wieder zurück nach Hattingen.

Der Problemstollen und die neugefundenen Hohlräume werden mit Beton verfüllt.

Da offenbar von hier auch keine Busse direkt nach Oberhausen fahren und ich nur mühsam mit der S-Bahnlinie 1 erst nach Mülheim-Styrum und dann mit einer anderen Bahn nach Oberhausen fahren müsste, gebe ich meinen Plan eben auf. So gucke ich mir stattdessen die Bergbauschäden am Bahnhof an.

Dazu muss ich nur ein Stück die Kruppstraße hineingehen und zu dem alten AEG-Haus, was abgerissen wird, gehen. Hier ist an mehreren Stellen Beton in den Boden verfüllt worden und an einer Stelle direkt an der Bahnlinie wird gerade gearbeitet. Gerade fährt da in Schrittgeschwindigkeit eine Bahn vorbei.

Spektakulär sieht das aber nicht aus, eigentlich mehr nach „kleine Ursache, große Auswirkungen“. Aber man möchte ja schon nicht mal unversehens mit dem Zug in so einen ehemaligen Schacht einer Kohlenzeche sacken. Das ist ja schon klar.

Der Essener Weihnachtsmarkt

Dann gehe ich eben noch ein bisschen in die Essener Innenstadt über den Weihnachtsmarkt. Inzwischen sind die zeitweise wegen dem Sturm Xaver geschlossenen Stände wieder geöffnet und auch das Riesenrad vor dem grünen Bronzedenkmal des reitenden Kaisers Wilhelms I. fährt wieder. Bevor die Fussballbundesligaspiele anfangen und erfahrungsgemäß an den Ruhrgebietsbahnhöfen ein weiterer Ausnahmezustand beginnt, fahre ich mit der wieder pünktlich fahrenden S6 wieder zurück.

Einfach auf eins der kleinen Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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