Bergbauwanderweg mit Malakowturm in Bochum-Sundern

Den 13ten Malakowturm im Ruhrgebiet finde ich nicht in einem arbeitsamen Gewerbegebiet. Und ich finde auch nicht inmitten eines dichtbesiedelten Stadtbezirks. Dafür muss ich ins Ruhrtal der Stadt Bochum in eine idyllische Landschaft fahren. So ein Bergbauwanderweg ist um den eher unscheinbaren Turm der bereits 1912 stillgelegten einst Steinkohle fördernden Zeche „Brockhauser Tiefbau“ angelegt. Weiter befand sich eine Bleizeche hier in diesem Naherholungsgebiet. Und weitere Kohlenzechen waren hier auch noch.

Zum letzten Malakowturm, der mir noch fehlt in meiner Sammlung, muss ich wieder nach Bochum. Ab Bochum HBF fährt der Bus 353 nach „Sundern“ im Süden der Stadt. Dafür fahre ich bis zur Endstation. Und nun gehe ich durch ein angenehm wirkendes Viertel mit vielen buntblühenden Vorgärten bergab ins Ruhrtal. Schon nach ein paar Metern ist die Wohnbebauung dieses Vororts von Bochum zuende. Dann bin ich mitten im Wald. Ein Weg „Am Bliestollen“ kreuzt die Blankensteiner Straße. Und hier irgendwo soll der Malakowturm der ehemaligen Zeche Brockhauser Tiefbau sein.

Ein Bergbauwanderweg informiert

Einstweilen entdecke ich nur einige Infotafeln eines Bergbauwanderwegs, wo informiert wird, dass hier offenbar eine große Zechenkonzentration gewesen war. Es gab einstmals eine Bleizeche. Der Straßenname „Am Bliestollen“ zeugt noch davon. Und mehrere Kohlezechen gab es hier auch noch. Das war jetzt nicht so zu vermuten hier in dieser Gegend, wo ich mich wundere, dass ich nachwievor in Bochum bin. „Bochum, du bist keine Schönheit…“ heißt es ja schon bei Grönemeyer. Dieser Teil von Bochum widerspricht dem Liedtext aber heftig.

Die Landschaft hier im Tal unweit der Ruhr wirkt idyllisch. Kleine verträumte Weiher befinden sich zwischen saftigen grünen Wiesen am Waldrand. Das Gebiet kommt mir eher vor wie im nahen Bergischen Land oder im Sauerland, was auch unweit von hier beginnt.

Malakowturm der Zeche Brockhauser Tiefbau

Eine Katze entdecke ich auf einer Wiese mit hohem Gras und vielen blühenden Blumen. Ein unscheinbarer Turm befindet sich dahinter. Das ist der gesuchte Malakowturm. Man braucht schon eine Menge Phantasie, um sich vorzustellen, dass auch hier einstmals Steinkohle gefördert wurde. Die anderen 12 Malakowtürme im Ruhrgebiet wirken viel massiver und sind durchgehend aus Backsteinen gemauert. Dieser Turm wirkt durch seine Bauart zumeist aus Bruchsteinen viel feiner und zerbrechlicher. Aber ausser dass ihm Dach und Fensterscheiben fehlen, ist er ansonsten offenbar ziemlich intakt. Dabei wurde an der Zeche Brockhauser Tiefbau die Kohleförderung schon 1912 eingestellt. Auch der Malakowturm der Zeche Prosper Haniel in Bottrop ist zwar längst stillgelegt (und restauriert), aber auf Prosper Haniel wird nachwievor Steinkohle gefördert; voraussichtlich noch bis Ende des Jahres 2018.

Rückweg nach Bochum

Auf dem Rückweg nach Bochum hinein gehe ich ein großes Stück durch Wald. Natürlich kann man sich in der Metropole RUHR ja kaum verlaufen, aber es ist schon so, dass da, wo der Waldweg sich von der Autostraße entfernt, man sich inmitten eines dichten Waldgebietes befindet. Etwa eine halbe Stunde gehe ich so mit dem Gefühl herum, in einer reinen Naturlandschaft zu sein, bis ich wieder in bewohntem Gebiet im Bezirk Weitmar auskomme. Hier fährt auch ein Bus.

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Teich im Ruhrtal Foto anklicken
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Infotafel des Bergbauwanderwegs Foto anklicken
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Katze Foto anklicken
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Es ist der gesuchte Turm Foto anklicken
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Statt aus Backsteinen ist dieser Turm aus Bruchsteinen gemauert Foto anklicken
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Turmbewohner Foto anklicken
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Am Bliestollen (Bleistollen) Foto anklicken
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Es braucht etwas Phantasie, um sich vorzustellen, dass hier Steinkohle gefördert wurde. Foto anklicken

 

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Die Bochumer Sternwarte Foto anklicken

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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