Bergmannsdom am Katernberger Markt in Essen

Bergmannsdom am Katernberger Markt
Bergmannsdom am Katernberger Markt

von Ernst Käbisch

Die größte und schönste Zeche der Welt, die Zeche Zollverein, prägt das Viertel um den Katernberger Markt in Essen-Katernberg. Dessen Wahrzeichen ist der altehrwürdige „Bergmannsdom“ (im Volksmund). Der Katernberger Markt liegt ganz in der Nähe des Weltkulturerbes Zollverein um den Doppelbock von Schacht 12. Außerdem nicht weit weg sind die Schachtanlagen 3/7/10 und 4/5/11 (Triple Z) vom Zollverein.

Der Dom am belebten Katernberger Markt hat heute zu. Und das ist schade, weil ich deswegen ja mit der Kulturlinie 107 hierhin nach Essen-Katernberg ganz im Norden der Stadt an der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen gefahren bin. Es hatte mich interessiert, zu sehen, ob die Gewölbe im Dom, wie auf Internetseiten beschrieben, wie Bergbaustollen nachempfunden aussehen. Aber der ganze Bezirk Katernberg ist ja so ansprechend, dass mir auch sonst sehr viel hier geboten wird.

Das Viertel ist noch ganz vom Bergbau und im Besonderen natürlich von der ganz nahen Zeche Zollverein geprägt. Wahrscheinlich war und ist diese Zeche ja wirklich die schönste und auch die größte Zeche der Welt. Längst habe ich noch nicht alles von der Zeche gesehen. Zusätzlich zum Ruhrmuseum in der alten Kohlenwäsche und dem weltberühmten Doppelbock von Schacht 12 hatte ich auch schon die ehemalige Schachtanlage 3/7/10 gesehen. Und auch die Kokerei Zollverein mit dem urigen Werksschwimmbad kenne ich.

Der Bergmannsdom ist quasi auch Zollverein

Hier am Katernberger Markt, wo heute ein kleiner Wochenmarkt aufgebaut ist, war offenbar das gesellige Zentrum der Bergleute. Genau hier kauften sie ein und gingen zur Kirche am Markt, dem im Volksmund so genannten Bergmannsdom. Der ist zu meiner Überraschung eine evangelische Kirche. Ein evangelischer Dom ist das. So etwas gibt es also auch. Nun muss ich mich ja auch nicht wundern, dass der Dom jetzt zu hat. Das sind die evangelischen Kirchen meistens, wenn kein Gottesdienst ist.

Schon merkt man es dem Bezirk Katernberg ja an, dass er als nördlicher Essener Bezirk ein sozialer Brennpunkt ist. Die Geschäftsauslagen wirken ein wenig ärmlich und viele Menschen schon etwas sorgenerfüllt. Aber die Straßen mit den auch hier so schönen Wohnhäusern sind dennoch so lebendig bevölkert, daß es mir hier sehr gut gefällt. Sogar ein Leierkastenmann spielt stilvoll in diesem quirligen Stadtviertel für die zahlreichen passierenden Leute seinen Musikkasten, um ein wenig Geld zu verdienen.

Vom Bergmannsdom zur Katernberger Straße, das Triple Z

Durch die auch sehr ansprechend wirkende Katernberger Straße mit interessanten alten (Zechen-?)wohnhäusern voller Stuck und Erker gehe ich nun ein Stück in nördlicher Richtung zur ehemaligen Schachtanlage 4/5/11 der Zeche Zollverein. An der Straßenbahnstation Haniel Schleife der Kulturlinie 107 werde ich Zeuge eines heftigen und lautstarken Streits. Ein schon etwas älterer Straßenbahnfahrer ist im Clinch mit 2 Jugendlichen. Worum es da geht, verstehe ich nicht. Endlich einigen sich die Streithähne dann scheinbar doch friedlich. Und so gehe ich weiter, bis die Katernberger Straße an der Station Triple Z einen Knick macht. Rechts führt sie nun weiter zur Trabrennbahn in Gelsenkirchen. An der Straßenecke sehe ich geradeaus auf eine kleine Moschee mit Minarett. Außerdem war mir auch schon an den vielen türkischen Gaststätten aufgefallen, dass hier im Bezirk offenbar viele Menschen mit Migrationshintergrund leben.

Eine weitere ehemalige Schachtanlage finde ich dann, kurz bevor es dann rechts nach Gelsenkirchen geht. Seit der Zechenschließung ist das auf einem weitläufigen Gelände das Zukunfts Zentrum Zollverein. Das ist das Triple Z in den ehemaligen, nun  vorbildlich restaurierten und neugenutzten Zechengebäuden der Schachtanlage 4/5/11 der Zeche Zollverein. Diese Zeche war ja mit insgesamt 12 Schächten wirklich größer als alle anderen Zechen, die ich bisher besucht habe. 2 mächtige Protegohauben stehen genau an den Stellen, wo die Fördertürme von Schacht 4 und Schacht 11 einmal standen. Wie das genau aussah, ist auf alten Fotos auf zahlreichen in dem betriebsamen Gewerbegebiet aushängenden Informationstafeln genauestens dokumentiert.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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