Bergwerk Auguste Victoria 8 in Haltern-Lippramsdorf

Förderturm
blühender Baum und Förderturm

Das Bergwerk Auguste Victoria in Marl/Haltern am See ist neben der Großzeche Prosper-Haniel in Bottrop das zweite noch aktive Steinkohlebergwerk im Ruhrgebiet. Die unterirdisch in zum Teil über 1 Kilometer Tiefe sich befindlichen Abbauflächen sind riesig. Und in mehreren Schächten fahren die Bergleute in die Gruben ein und fördern in den Bergwerken die Steinkohle. Bei Auguste Victoria läuft das voraussichtlich noch bis 2015. Einer der aktiven Schächte befindet sich in der münsterländischen Kleinstadt Haltern am See. Hier ist Schacht 8 des Bergwerks Auguste Victoria.

Das ist heute eine elende Fahrerei zuerst mit der S-Bahn und dann dem Schienenersatzbus. Spannend finde ich es ja schon, durch diese ja noch so aktive Bergbaugegend mit der S-Bahnlinie 9 ab dem Essen HBF zu fahren. Zuerst kommt Bottrop mit der Zeche Prosper II und der Kokerei. Und dass ab dem Bahnhof Gladbeck West ein Schienenersatzverkehr eingerichtet ist, wusste ich ja. Es ist auch faszinierend, nun im Bus durch Zechensiedlungen in Gladbeck, in Gelsenkirchen-Buer und Gelsenkirchen-Hassel zu fahren, aber nun fährt der Bus sogar noch ein Stück durch die Stadt Herten.

Und in Marl-Hamm, wo ich zwar auch schon mal am S-Bahnhof war, gehe ich fast in die falsche Richtung. Ich hatte auf dem Plan nur gesehen, dass ich durch das „Vogelviertel“ nach Lippramsdorf gehen muss, aber das Vogelviertel ist zu beiden Seiten des unscheinbaren Bahnhofs.

Bergwerk Auguste Victoria 8 in Haltern-Lippramsdorf

Aber dann finde ich doch gut den Weg zur Lippramsdorfer Straße, die zum Schacht Auguste Victoria 8 in Haltern am See führt. Zu Fuß bin bin ich nun sicher eine Stunde unterwegs. Das Wetter ist durchwachsen, aber immerhin regnet es nicht. Endlich sehe ich in absolut ländlicher Gegend die Kreuzung, wo links die Straße über den Wesel-Datteln-Kanal und die Lippe in die kleine münsterländische Stadt Haltern am See führt, die zu meiner Überraschung eine noch aktive Bergarbeiterstadt ist. Haltern ist bekannt für die Stauseen, deswegen ist ja auch der Name der Stadt so mit dem unbedingt zu nennenden Zusatz „am See“.

Erst überquere ich den Kanal und dann sehe ich schon links den Förderturm. Ein kleiner Weg führt links von der Landstraße ab, aber erst kommt ja noch die Lippe und dahinter erst beginnt die Stadt Haltern am See und da ist eine breitere und gut ausgeschilderte Straße, die zum Bergwerk Auguste Victoria 8 führt. Ein großer Werksparkplatz ist ziemlich zugeparkt und an dem Förderturm sehe ich an der rotierenden Seilscheibe, dass hier gerade gearbeitet wird. Hören kann man es auch. Der schon etwas rostig anmutende Förderturm gibt ächzende und knirschende Laute von sich. Da wird wohl etwas in den Schacht gefahren oder hochgeholt.

Fotos vom Werkseingang und dem Förderturm

Am Werkstor ist dann Ende für mich. Es sitzen Wachleute in dem Pförtnerhaus und Bilder sagen aus, dass hier nicht fotografiert werden darf. Naja, ich hab natürlich schon schönere Fördertürme gesehen. Aber jetzt, wo ich schon mal hier bin, versuche ich mehr schlecht als recht wenigstens durch den Zaun hindurch noch ein paar Schnappschüsse zu machen.

Auf dem Rückweg habe ich zuerst etwas Glück. Immerhin muss ich nicht ganz zurück nach Marl-Hamm zu Fuß gehen (ca. 4 Kilometer). An der Marler Straße ist eine Busstation der Buslinie 227. Ich gucke auf die Uhr und den Plan und stelle fest, dass der stündlich fahrende Bus gleich kommt. Allerdings nützt es mir nur, bis Marl Mitte mitzufahren.

Vorbei an Schachtanlage 3/7 und Schachtanlage ½ der Zeche Auguste Victoria fahre ich über Recklinghausen HBF nach Hause.

An der  Schachtanlage 3/7 in der Marler Carl-Duisberg-Straße, die auch noch aktiv ist, komme ich im Bus vorbei und dann fahre ich bis Marl Mitte mit. Hier steige ich eben in den auch gerade losfahrenden Bus 220 zum Recklinghausen HBF (das sind weniger als 10 km). 40 Minuten dauert die Fahrt dahin aber und dann muss ich immer noch weiter über den Essen HBF. Wenn so eine S-Bahnlinie ausfällt, fehlt tatsächlich hier eine Lebenslinie. Das zumindest ist nicht etwas, was eine Metropole ausmacht. Das ist eine sehr umständliche Fahrerei heute. Obwohl es hier so interessant ist. Und immerhin fährt der Bus 220 jetzt ja auch noch an der stillgelegten Schachtanlage ½ der Zeche Auguste Victoria in der Marler Victoriastraße mit zwei prächtigen erhalten gebliebenen Fördertürmen vorbei.

Einfach auf eins der Vorschaubilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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