Bergwerk Consolidation in Gelsenkirchen

von Ernst Käbisch

Das Bergwerk Consolidation in Gelsenkirchen unweit der Arena von Schalke 04 hat einen eigenen U-Bahnhof. Das ist der Bahnhof „Bergwerk Consolidation“. Dieser Bahnhof ist wie ein kleines Museum zum Gedenken an den Bergbau in Gelsenkirchen gestaltet. Loren stehen im U-Bahnschacht. Und auf Kacheln an den Wänden sind Szenen aus dem Arbeitsleben der Bergleute dargestellt.

Anfahrt zum Bergwerk Consolidation

Die U-Bahnlinie 301 fährt ab dem Gelsenkirchen HBF alle 15 Minuten in Richtung Gelsenkirchen-Horst.  Es sind jetzt nur 5 Stationen bis „Bergwerk Consolidation“zu fahren. Dieser U-Bahnhof ist mit Motiven aus dem Bergbau geschmückt. Aber als ich den U-Bahnhof verlasse, finde ich erstmal kein Bergwerk. Da ist nur ein Park und eine Wohngegend. So sieht das nicht unbedingt nach einer Zechensiedlung aus. Ich überlege schon, ob ich nicht ein paar Stationen weiter mit der 301 fahren soll. Da könnte ich mir die „Zeche Hugo“ angucken.

Das Bergwerk Consolidation

Dann entdecke ich doch zwar erst nicht den markanten roten Förderturm, von dem ich im Internet Bilder gesehen habe. Da ist so ein schmaler, verhältnismäßig unscheinbarer Turm. Der hat dennoch oben auch eine Seilscheibe. Vor einem Wohnhaus steht dann eine Lore als Werbeträger für einen Bauverein. Und dahinter ist schon das beeindruckend grosse Zechengelände, was frei zugänglich ist. Einige der Gebäude werden offenbar von einem Theater und von Musikern genutzt. Der prachtvolle rote Förderturm steht über einem schon beängstigend verfallenden Gebäude. Dieser Teil der Zeche ist natürlich abgezäunt und gesperrt. Und hier würde ich auch nicht freiwillig herumgehen wollen. Das wäre sicher lebensgefährlich.

Eine Art Haldenlandschaft schliesst sich an das Zechengelände an

Ansonsten kann man sich aber auf dem weitläufigen Bergwerksgelände völlig frei bewegen. Eine Art Haldenlandschaft ist an die Zeche angeschlossen. Schon etwas weiter weg sehe ich eine richtige größere Halde. Das könnte schon die Halde Rungenberg in Gelsenkirchen-Buer sein. Auf der anderen Seite der Zeche sind große Verbrauchermärkte und offenbar dichtbesiedelte Wohngebiete.

Durch den prachtvollen roten Förderturm ist dieses Bergwerk eine der eindrucksvollsten Ensembles, die ich bisher im Ruhrgebiet besichtigt habe. Eigenartig, daß das eine gar nicht so bekannte Zeche ist.  Gut zu wissen ist, daß einige der Gebäude durch das Theater etwa sinnvoll genutzt werden. Und an dem Hauptgebäude habe ich ein grossformatiges Baustellenschild gesehen. Deswegen wird hier wohl auch instandgesetzt. Daß diese grosse Anlage komplett unter Denkmalschutz steht, dürfte wohl keinem Zweifel unterliegen.

Der U-Bahnhof „Bergwerk Consolidation“

Sehr beeindruckt gehe ich durch die Zechensiedlung zum U-Bahnhof zurück. Und nun gucke mir diesen noch ein bisschen genauer an. Es sind einige Szenen aus dem Arbeiterleben der Bergleute auf Kacheln an den Wänden des U-Bahnschachts dargestellt. Und am Ende des U-Bahnhofs stehen sogar 2 Loren mit dem Symbol der gekreuzten Hämmer. Der ganze U-Bahnhof wirkt daher wie ein Museum oder eine Art Gedenkstätte. Und zwar wird an den zwar längst vergangenen, aber doch die Stadt Gelsenkirchen nachwievor prägenden Bergbau erinnert.

Mit der Kulturlinie 107 zum Essen HBF

Zurück zum Essen HBF fahre ich diesmal nicht mit einem Regionalzug. Das wäre wohl schneller. Aber nun reizt es mich, stattdessen mit der Linie 107 zu fahren. Denn die fährt hier als Straßenbahn. So fährt sie vom Gelsenkirchen HBF bis nach Essen Bredeney meist über der Erde. Dort ist ja die Kruppsche Villa Hügel. Im Kulturhauptstadtjahr 2010 wurde die Linie 107 zur „Kulturlinie“ von RUHR.2010 ernannt. An einer weiteren Zeche im Gelsenkirchener Stadtgebiet und vorbei an der Gelsenkirchener Trabrennbahn fährt die Bahn  nun erst nach Essen-Katernberg. Hier ist die Zeche Zollverein, das Unesco-Weltkulturerbe und praktisch das Wahrzeichen der Kulturhauptstadt RUHR.2010. Die Zeche Zollverein gilt zurecht als die schönste und größte Zeche im Ruhrgebiet.

1lore
Lore als Werbeträger Foto anklicken
2raeder
Auf dem Bergwerksgelände Foto anklicken
3zeche
sieht beängstigend verfallen aus Foto anklicken
Bergwerk Consolidation in Gelsenkirchen
Ein Kunstwerk einer Lore nachempfunden Foto anklicken
Bergwerk Consolidation in Gelsenkirchen
Der andere Förderturm Foto anklicken
Bergwerk Consolidation in Gelsenkirchen
Der rote Förderturm Foto anklicken
Bergwerk Consolidation in Gelsenkirchen
Im U-Bahnschacht Foto anklicken
Bergwerk Consolidation in Gelsenkirchen
Loren im U-Bahnhof Foto anklicken
Bergwerk Consolidation in Gelsenkirchen
Zeche Zollverein in Essen Foto anklicken

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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