Bergwerk DIEPENBROCK in Mülheim an der Ruhr

An der Stadtgrenze Ratingen/Mülheim ist das Bergwerk DIEPENBROCK erwähnt.
An der Stadtgrenze Ratingen/Mülheim ist das Bergwerk DIEPENBROCK erwähnt.

Das Bergwerk DIEPENBROCK, in Mülheim-Selbeck im Druchter Wald nahe der Pflegeeinrichtung „Maria in der Drucht“, war eine der Lintorfer Erzzechen. Denn erst lange nach den Zechenschliessungen 1903 kam das Gebiet zu Mülheim und Duisburg. Und es ist erstaunlich, wieviele Spuren der weit über 100 Jahre alten Bergwerksanlagen hier in inzwischen dicht gewachsenem Wald noch aufzufinden sind. Und das ist mehr als von so mancher der meist fast spurlos verschwundenen Mülheimer Steinkohlezechen übrigblieb.

Mit dem Rad fahre ich frühmorgens bei herrlichem Herbstwetter in Ratingen-Lintorf durch den Weg „Im Hülgrath“ in den Druchter Wald. Dann ist die Grenze zum Wald hier auch die Stadtgrenze zu Mülheim an der Ruhr. Und rechts am Wegrand steht eine Infotafel der Stadt Mülheim zu diesem Waldstück. Und da ist auch das Bergwerk DIEPENBROCK erwähnt. Also nicht nur in der Siedlung Mausegatt in Mülheim-Heißen findet man Informationen zu Mülheimer Bergwerken. Und in diesem Fall ist es aber keine Steinkohlenzeche, sondern eine Blei- und Zinkerzzeche.

Dann darf man das Bergwerk DIEPENBROCK auch nicht verwechseln mit dem Bergwerk NEU-DIEPENBROCK III in Mülheim-Selbeck . Denn das ist vielleicht 3 oder 4 Kilometer östlich von hier am Erzweg. Und von dem Bergwerk NEU-DIEPENBROCK III stammt wohl auch der auf der Infotafel an der Stadtgrenze abgebildete, vom Selbecker Bergwerksverein ausgestellte Kuxschein. Denn zu seiner aktiven Zeit gehörte das Bergwerk DIEPENBROCK noch zu Lintorf und nicht zu Selbeck.

Das Bergwerk DIEPENBROCK war eine der Lintorfer Erzzechen

Schon lange nach den Zechenschliessungen der Lintorfer Erzzechen wurde dieser Teil von Lintorf im Druchter Wald 1929 im Zuge einer Gebietsreform von Lintorf abgetrennt. Dann wurde der größere Teil der Stadt Mülheim und andere Teil der Stadt Duisburg zugefügt. Und nur das Bergwerk FRIEDRICHSGLÜCK der Lintorfer Erzzechen bzw. die kaum noch vorhandenen Reste davon befinden sich nachwievor auf Lintorfer Gebiet.

Und im Druchter Wald ist aber noch einiges an Zechenrelikten des Bergwerks DIEPENBROCK erhalten geblieben. Zum Beispiel sind hier inzwischen dicht bewaldete Halden und Gebäudereste von Zechengebäuden. So gibt es tiefe und gefährlich aussehende Pingen, wo Halden oder gar verfüllte Schächte nachgesackt sind. Und das kann also auch gefährlich sein, weil die Schächte ja tief waren. Dann sind die Reste der Lomanschächte mit noch deutlich erkennbaren Fragmenten der gemauerten Schachtanlagen und abgesackten Pingen erhalten geblieben. Und zum Schutz der Öffentlichkeit sind die umzäunt und mit Warnschild versehen.

Dann gibt es am sogenannten Teufelshorn sogar noch einen Rest eines Maschinenhauses der Zeche. Und dieses Haus wurde bis weit nach 1960 sogar noch bewohnt, musste 1967 aber abgerissen werden. Weil es sackte immer tiefer in den morastigen Boden ab. Und seltsamerweise ist aber nicht alles abgerissen worden. Denn ein Teil der Mauern ist erhalten geblieben und ein Fenster darin ist mit dicken Metallstangen vergittert. In dem dichten Wald um diese Ruine finden sich haufenweise vermooste Backsteine des einstigen Maschinenhauses. Dicke Schrauben und Metallkonstruktionen sicher noch von der Zeche wachsen wie unvermittelt aus dem Boden; ein fast mystisch wirkender Ort ist das.

Auch in Duisburg-Rahm sind noch Relikte von Bergwerk DIEPENBROCK zu finden

Auch im westlich angrenzenden Waldstück des Druchter Walds, was schon zum Duisburger Bezirk Rahm gehört, gibt es noch Relikte, die vom Bergwerk DIEPENBROCK stammen. Das ist vor allem die Halde Heinrich, die unverkennbar auch an den bis zu 4 Meter tiefen Pingen drumherum Bergwerksrelikt ist und an der Bissingheimer Straße ist ein alter Kalksteinbruch, der sogenannte „Bleiweiher“, von dem auch vermutet wird, daß es der einstige Schacht Drucht des Bergwerks war. Aber das ist Spekulation. Unweit des Bleiweihers steht umzäunt ein inzwischen wieder bewohntes stilvolles altes Fachwerkhaus, in dem die Zecheneigner von Bergwerk DIEPENBROCK einstmals wohnten. An der durch einen Waldweg gebildeten Stadtgrenze Duisburg-Mülheim nahe der Caritaseinrichtung „Maria in der Drucht“ ist nicht so deutlich wie bei der Halde Heinrich eine Halde mit Pingen zu erkennen. Hier muss die Schachtanlage Katharina gewesen sein.

Vom Bleiweiher aus ein Stück weit die Bissingheimer Straße hinunter schon auf Ratingen-Lintorfer Gebiet ist dann das sogenannte Winkelshäuschen, nach dem auch in Lintorf eine Straße benannt ist. Hier war in einem kleinen alten Haus einst eine Bergmannskneipe, wo die Bergleute nach getaner Arbeit einkehren konnten.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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