Besuch im Neanderthalmuseum

Der erste bleibende Eindruck im Foyer vom Neanderthalmuseum
Der erste bleibende Eindruck im Foyer vom Neanderthalmuseum
von Ernst Käbisch

Schon gilt ein Besuch im Museum für 12jährige ja als „megaout“. Dann aber ist das Neanderthalmuseum im Mettmanner Ortsteil Neanderthal da noch eine Ausnahme und etwas Besonderes. Und wirklich ist das ein höchst originelles Museum in einem architektonisch interessanten Gebäude mit ausschliesslich schiefen Räumen (wie in einer Höhle). Und es gibt eine sehr spannende multimediale Darstellung der Menschheitsgeschichte von den Neanderthalern bis hin zu den heute lebenden Menschen.

Gerade heute wäre der letzte Tag vom Ballcamp des Turn- und Handballvereins in Ratingen, wofür wir Tim für die erste Osterferienwoche angemeldet haben. Dann will er da aber nicht mehr hingehen aus welchen Gründen auch immer. Und da kann man mit einem 12jährigen auch nicht mehr drüber reden. Basta. Denn es sind ja Ferien und es gibt ja schließlich auch keine Ballcamppflicht.

Ausflug zum Neanderthalmuseum

So nutzen wir die Gelegenheit vor all den Feiertagen, wo ich arbeiten muss, um einen Ausflug zu machen. Denn neulich erst habe ich erfahren, daß wir mit dem Ticket 2000 jederzeit im ganzen Kreis Mettmann herumfahren können. Und ein Kind bis 15 kann da mitfahren ohne Zusatzkosten. So schlage ich ihm einen Ausflug zum Neanderthalmuseum in der Nachbarstadt Mettmann vor.

Und fast bin ich jetzt etwas überrascht, daß darauf kein Protest kommt. Also machen wir das. Und der aus Düsseldorf-Kaiserswerth kommende 749er Bus fährt einmal die Stunde. Dann an der Station „Mettmann Zentrum“ steigen wir um in die kleine Regionalbahn Richtung Kaarster See. Und da brauchen wir nur noch eine Station mit zu fahren. Dann vom Bahnhof Neanderthal sind es nun noch ein paar hundert Meter zu Fuß ins Tal der Düssel zu gehen.

Also die Eintrittspreise in dem grünen Museumsgebäude sind schon ok. So hat dieses Museum auch wirklich viel zu bieten. Und da zahlt man halt mal 12 Euro zusammen bzw. 14 Euro 50 inclusive einem „Steinzeit Action Pack“. Schon aber stellt sich das eher als Beschäftigungstherapie für etwas kleinere Kinder heraus. Dafür kann man Nüsse mit einem Stein knacken und einen Talisman basteln…

Größte Attraktion des Neanderthalmuseums ist der Prothesenmensch

Dann aber ist dieses Museum wirklich toll. Und neben all den lebensgroßen Wachsfiguren von Neanderthalern wie aus Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett  ist die größte Attraktion für mich ja der Prothesenmensch. Und von anderen Besuchern wird er gar nicht so beachtet. Dafür finde ich ihn großartig gemacht. Denn da ist etwa der Kopf eines Menschen nur durch Hörgerät, Glasauge, Brille, Gebiss dargestellt. Dann setzt sich darunter mit künstlicher Luftröhre und künstlichen Herzklappen und künstlichen Gelenken und weiteren Prothesen ein ganzes künstliches Skelett eines Menschen zusammen. Und das steht auf einem Berg von bunten Pillen in einer Vitrine.

Zuletzt ist dieses Museum natürlich auch multimedial. Denn an vielen Stellen kann man Videos und Fotoslideshows sehen. Weiter wird man auf eine Internetseite geleitet. Und bei fast jedem Ausstellungsgegenstand kann man den Stecker seines am Eingang erhältlichen Kopfhörers in Buchsen hineinstecken und bekommt dann von einer Tonbandstimme etwas zu dem Gezeigten gesagt.

Der Fundort der Neanderthaler

Dann draussen setzt sich die Ausstellung des Neanderthalmuseums an dem Fluß oder eher Bach Düssel, der derzeit aber mächtig Hochwasser führt, fort bis hin zu dem tatsächlichen Fundort der Neanderthaler und der ist in einer Art kleinen Parks inmitten einer felsigen bizarren Landschaft.

Hier gibt es viele weitere Infos zum Neanderthalmuseum.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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