Bleigrube PRINZ WILHELM in Velbert

Beim Kloster Bleibergquelle ist noch ein Gebäude der Grube PRINZ WILHELM erhalten.
Beim Kloster Bleibergquelle ist noch ein Gebäude der Grube PRINZ WILHELM erhalten.

von Ernst Käbisch

Schon findet man vereinzelt noch Spuren der alten Blei-, Eisenstein- und Zinkgruben im niederbergischen Land. So ist mindestens ein Gebäude der wohl größten und bekanntesten Grube PRINZ WILHELM am Bleiberg in Velbert noch vorhanden. Aber mühsam ist die weitere Spurensuche schon. Und ernüchtert muss ich auch bei dieser Zeche wieder feststellen, dass so viel dann doch nicht mehr erhalten ist. Immerhin sind diese jahrhundertealten Bergwerke auch schon seit über 100 Jahren nicht mehr in Betrieb.

Also ganz überraschend war am Anfang dieser Zechenerkundung die Entdeckung einer Zechenruine (vielleicht eines Maschinenhauses) mit eventuell sogar einem Bergschaden von einem Schacht. So sind die weiteren Entdeckungen von der Bleigrube PRINZ WILHELM aber ernüchternd. Obwohl auch der Besuch mit Cousin Peter im Kloster Bleibergquelle und das kleine Gespräch mit einer der dort lebenden Diakonissen war ja noch vielversprechend.

Und dann war da dieses spannende Internetforum zu dem Stollensystem am Hixholzer Weg in Velbert. Denn dort fachsimpelten die Teilnehmer darüber, ob diese Stollen militärisch oder sonstwie genutzt wurden. Und dann wurde immer wieder von offenbar mehr an Bunkern interessierten Foristen enttäuscht festgestellt, dass es sich bei den zahlreichen Funden dort um Bergbaurelikte handelt. Aber genau das interessiert mich eben.

Die Bleigrube PRINZ WILHELM war zentral in Velbert gelegen

Relikte des Bergwerks am Hixholzer Weg in Velbert
Relikte des Bergwerks am Hixholzer Weg in Velbert

So fahre ich heute bereits zum zweiten Male dorthin bzw. zum ZOB Velbert mit dem Bus. Und den Rest zum Hixholzer Weg gehe ich zu Fuß. Denn das ist gar nicht weit, was ich schon erstaunt feststellte. Also war diese offenbar größte Velberter Zeche ziemlich zentral in Velbert unweit vom Willy-Brandt-Platz gelegen.

Also beim ersten Besuch dort im Waldgebiet nahe vom Panoramaradweg der Niederbergbahn hatte ich bereits zahlreiche Relikte entdeckt, die sicher älter sind als irgendwelche Bunkeranlagen aus dem Krieg. Und sie sehen auch nicht aus wie normale Kanalisation. Diese eigenartig geformten Stein- und Betonbauten werden sicher von der Zeche stammen. So wird es ja auch in dem Internetforum vermutet. Und ganz ähnliche Funde kann man ja auch im Waldgebiet In der Drucht in Duisburg und Mülheim von der Lintorfer Erzzeche Diepenbrock machen.

Wo ist das Stollenmundloch der Bleigrube PRINZ WILHELM ?

Im Birkental 21 war das Gasthaus Minna Kern, wo ein Stollenmundloch sein soll.
Im Birkental 21 war das Gasthaus Minna Kern, wo ein Stollenmundloch sein soll.

Und heute am Sonntag gucke ich mich hier ein weiteres Mal um. Denn ich habe auch herausgefunden, dass das ehemalige Gasthaus Minna Kern die postalische Adresse „Im Birkental 21“ hat. Das ist ganz in der Nähe vom Hixholzer Weg. Und da soll ja laut mehreren Quellen noch ein Stollenmundloch der Grube PRINZ WILHELM existieren. Also logisch fänd ich das ja auch. Denn von den Stollenrelikten am Hixholzer Weg führt mich der weitere Weg talabwärts durch einen dichten Wald mit dem Bach Bleibergbeeke auf der rechten Seite.

Und dann ist zwar die Waldlandschaft dort wunderbar. Aber das inzwischen als gewöhnliches Wohnhaus fungierende ehemalige Gasthaus Minna Kern ist eine Enttäuschung. Außerdem finde ich auch kein Stollenmundloch. Es sei denn, da so ein altes Bauwerk aus Ruhrsandstein in einem vom Ruhrverband abgesperrten Gelände im Wald neben dem Haus ist das Stollenmundloch. Aber so recht glaube ich nicht daran.

Der Velberter Bergbau und das Bergrevier Werden

Das mittlere (graue) Gebäude ist ein Zechenrelikt.
Das mittlere (graue) Gebäude ist ein Zechenrelikt.

Vielmehr wird es auch hier so sein, dass auch dieses Bergbaurelikt verloren gegangen ist. Und das ist schade. Aber das interessiert auch einfach zu wenige Leute. Und wer sich doch dafür interessiert, wie groß und bedeutend diese Grube PRINZ WILHELM einst gewesen sein muss, muss sich das Standardwerk zum Velberter Bergbau mit dem Titel „Der Velberter Bergbau und das Bergrevier Werden“ von Ulrich Lütsch zu Gemüte führen.

Immerhin ist von dem Bergwerk PRINZ WILHELM ja ein Gebäude laut Aussage einer hier lebenden Diakonisse mit Sicherheit erhalten geblieben. Und das ist der eindeutig ältere Bauteil des heutigen Diakonissenklosters Bleibergquelle. Denn hier am Kloster komme ich am Ende meines heutigen Rundgangs um den Velberter Bleiberg wieder aus. Und ich gehe einmal ganz an das Kloster heran in der Hoffnung, hier zumindest eine Tafel mit Infos zum Bergbau zu finden. Aber selbst das scheint es hier nicht zu geben.

Text / Fotos: Ernst Käbisch

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