Blüht jetzt die Erika im Meinweg?

Hier gehts zum Nationaalpark

Also heute fahre ich in die entlegenste Gegend, in die ich mit dem VRR-Ticket (VRR=Verkehrsverbund Rhein-Ruhr) noch hinfahren kann. Zuerst mit der S-Bahn bis Mönchengladbach HBF und weiter mit dem SB83 nach Niederkrüchten-Elmpt. Dann ist hier an der Grenze zum Nachbarland Niederlande der landschaftlich reizvolle Meinweg. Und zu Fuss ist es gar nicht mehr so weit in die Heidelandschaft des niederländischen „Nationaalpark de Meinweg“.

Gerade jetzt sieht man in vielen Vorgärten und auf Balkone rot- oder auch manchmal weißblühende Erika. Und es interessiert mich, ob die Erika im Meinweg jetzt auch blüht. Wahrscheinlich sieht das herrlich aus. Denn bisher kenne ich diese Heide- und Moorlandschaft nur im Winter. Und da sieht sie auch sehr reizvoll aus.

Im Spätherbst im Meinweg

Sogar das Wetter spielt heute richtig gut mit. Denn es regnet nicht nur nicht. So hat ein kräftiger Wind morgens auch fast vollständig die dicken Regenwolken von der Nacht weggepustet. Und ein strahlend blauer Himmel lässt fast vergessen, dass jetzt schon November ist.

Und die Landschaft des Meinwegs ist jetzt im Spätherbst ganz anders als im Winter, wo ich bisher 3mal hier war. Schon sind die meisten Felder abgeerntet, aber Bäume und Sträucher sind zum Teil noch grün oder auch herbstlich bunt. Und es gibt blühende Blumen und Pferde weiden auf grünen Weiden in Niederkrüchten-Elmpt, wo ich 3 Stationen vor der Zollstation aus dem SB 83 aussteige.

Ehemalige Steinkohlenzeche „Staatsmijn Beatrix“

Dann an Feldern vorbei gehe ich dann in einen dichten Wald. Weiter komme ich durch eine Autobahnunterführung. Schon nach etwa zweieinhalb Kilometern sehe ich links die Lichtung. Und das ist bereits der völlig unbewaldete holländische Teil des Meinwegs, der von Bauern genutzt wird. Denn auch hier gibt es große Viehweiden. So ist es einfach, sich zu orientieren. Da wo Wald ist, ist Deutschland und wo kein Wald ist, ist Holland.

Dann sind es zum Nationaalpark de Meinweg noch etwa 3 Kilometer durch eine schöne, aber etwas eintönige Landschaft zu gehen. Und ich komme vorbei an einem gemauerten Stollen?, der von einem großen Findling bedeckt ist. Und das könnte ja eventuell von der ehemaligen Steinkohlenzeche, der „Staatsmijn Beatrix“, sein, die sich hier im Meinweg befand. Denn auch hier im Süden der niederländischen Provinz Limburg waren einstmals auch fast ähnlich wie im Ruhrgebiet Steinkohlezechen in Heerlen, Kerkrade, Geleen…

Dann wurden alle diese Zechen innerhalb einer Dekade kurz nach Beginn der Kohlekrise geschlossen. Und die Zeche Beatrix wurde erst gar nicht in Betrieb genommen. Schon war sie aber bis zu einer Tiefe von 700 Meter abgeteuft. So gibt es auch keine Spuren dieser Zeche. Wahrscheinlich ist dieser Stollen oder so am Wegrand ein Bergbaurelikt. Und schräg gegenüber ist eine Anlage der RWE mit einer Informationstafel. So steht da auf deutsch, dass sich hier Versickerungsanlagen befinden. Und die wurden wegen Folgen des Tagebaus in der Gegend angelegt. Und das ist natürlich auf deutschem Gebiet. Endlich kann es aber auch etwas mit dem Braunkohletagebau zu tun haben. Denn Garzweiler ist auch nicht weit weg.

Nationaalpark de Meinweg

Dann ist auch die Heidelandschaft im Nationaalpark anders als im Winter. Denn es ist viel bunter jetzt. So scheint ja auch nachwievor die Sonne und einige Pflanzen blühen noch. Und nur blühende Erika suche ich vergeblich. Dafür bin ich wohl zu spät hierhingekommen. So ist das schade eigentlich. Und bis zum Nationaalpark bin ich nun auf einem holländischen Weg gegangen. Dann bin ich wieder etwas von der Grenzlinie abgekommen. Schon wieder gehe ich nun auf einem Waldweg. Und der Wald gehört ja zu Deutschland. Also bin ich hier direkt an der Grenze.

Dann ist das winzige Dorf Niederkrüchten-Elmpt wie andere Grenzorte auch multikulturell. Denn nicht nur zweisprachig ist das hier. Zum Beispiel sind hier auch viele Briten. Und die haben im unlängst geschlossenen Natohauptquartier Rheindahlen gearbeitet.  Dann finde ich in Niederkrüchten-Elmpt in wunderbar gepflegten Vorgärten an vielen Stellen blühende Erika. Und die Gärten erinnern an niederländische Orte.

Einfach auf eins der kleinen Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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