Caroliner Erbstollen & Zeche Caroline in Holzwickede

Caroliner Erbstollen in Holzwickede
Caroliner Erbstollen in Holzwickede

von Ernst Käbisch

Auch die kleine Stadt Holzwickede östlich von Dortmund und nördlich von Hagen war eine Bergbaustadt. Holzwickede ist nicht nur der Ort, wo der Emscherquellhof mit der Emscherquelle ist, sondern auch immer noch vom auch hier längst beendeten Bergbau geprägt. Es gibt in Holzwickede zahlreiche Bergbaurelikte, von denen ich mir heute einige angucke.

Als erstes sehe ich am Bahnhof von Holzwickede noch vom Zug aus einen Zechenförderturm. Natürlich war ja auch noch hier östlich von Dortmund Bergbaugebiet mit vielen Steinkohlezechen. Bis Hamm und sogar noch weiter östlich zog sich das Steinkohlerevier hin.

Zeche Caroline und der Caroliner Erbstollen

Aber der Förderturm unweit des Bahnhofs der kleinen Stadt Holzwickede ist nur ein Nachbau eines Förderturms. Also eigentlich ist das nur ein Klettergerüst und eine Rutschbahn für Kinder auf einem Kinderspielplatz. Auch eine Zechenbahn gibt es auf dem Spielplatz. Aber das honiggelb gefärbte Haus daneben ist wirklich ein ehemaliges Zechengebäude, nämlich das Verwaltungsgebäude der Zeche Caroline in Holzwickede. Wahrscheinlich ist das hier das einzige Relikt dieser Zeche. Auf dem ehemaligen Zechengelände stehen nämlich jetzt Wohnneubauten. Aber die Hauptstrasse dieser Siedlung immerhin heißt Carolinenallee in Erinnerung an die Zeche.

Es ist für mich ein weiter Weg bis nach Holzwickede mit 2mal umsteigen in Essen und in Hagen bis hierhin an den Rand des Sauerlands. Schon ist es mir aber angenehm, mal wieder einen freien Sonntag zu haben und so eine etwas längere Tour machen zu können.

Natürlich war nicht dieses letzte erhalten gebliebene Zechenhaus der Zeche Caroline mein Ziel für den heutigen Ausflug oder gar die Förderturmrutschbahn. Es gibt in Holzwickede auch ein gut restauriertes Stollenmundloch. Dort kann man in den ehemaligen Bergbaustollen hineingucken. Und zwar ist das Stollenmundloch vom Caroliner Erbstollen. Das will ich mir heute angucken, wo zumindest der Vormittag mal regenfrei bleiben soll nach all den Regentagen der letzten Wochen.

Der Caroliner Erbstollen in Holzwickede

Es ist gar nicht einmal ein so weiter Weg bis zum Caroliner Erbstollen. Und er ist sogar gut nachvollziehbar ausgeschildert. Das sind vielleicht 2 Kilometer Fußweg bis dahin. Dann an der Stadtgrenze zu Unna ist ganz unspektakulär an einem nicht sehr hohen Hang aber wundervoll restauriert das Stollenmundloch Caroliner Erbstollen wie ich es im Internet beschrieben bekommen habe direkt am Holzwickeder Bach.

Natürlich ist das Mundloch vergittert, aber man kann ziemlich weit in den Stollen hineingucken und glücklicherweise funktioniert hier auch einmal mein Kamerablitz. Natürlich erinnert mich dieser Eingangsbereich des Stollens mit den dicken Holzbohlen und der fahlen Beleuchtung an den Nachtigallstollen in Witten, wo ich das einzige Mal bisher in so einem Stollen war.

Faszinierend ist das, wo ich doch zuletzt viele solcher Stollenmundlöcher in Essen, Hattingen, Bochum und Velbert besichtigt habe. Und nun sehe ich, daß viel weiter östlich auch noch solche Stollenzechen des frühen Bergbaus gearbeitet hatten. Da weiß ich ja schon, was ich an irgendwann hoffentlich auch mal wieder arbeitsfreien Sonntagen mir mal angucken kann. Dann will ich nämlich die auch noch recht zahlreich vorhandenen Stollenmundlöcher in Dortmund, Wetter und weiteren Städten im einstigen Steinkohlerevier sehen.

Über Dortmund fahre ich mit dem Zug zurück. An der Hohensyburg im Süden dieser Stadt soll es einen Bergbauwanderweg mit zahlreichen noch vorhandenen Stollenmundlöchern geben. Das wird demnächst auch einmal ein Ausflug von mir werden. Vorbei am Phönixsee, an Phönix West und der Signal-Iduna-Arena fährt der Zug zum Hauptbahnhof Dortmund und hier habe ich direkt Anschluss an einen Zug nach Essen und wie vom Wetterbericht versprochen fängt es erst jetzt an zu regnen.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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