Charlottenhof in Essen-Kettwig

Die Vorburg des Charlottenhofs

Dann bin ich doch auf den Geschmack gekommen, Voyeur bei den Ruhrbaronen und deren luxuriösen Herrenhäusern oder gar Schlössern zu werden. Zum Beispiel bei der Route der Industriekultur sind deren oft geschichtsträchtige und fast immer denkmalgeschützte Wohnsitze gut beschrieben. Und viele davon sind von da, wo ich wohne leicht erreichbar sogar mit dem Fahrrad. So ist der einstige Zweitwohnsitz Charlottenhof der reichsten Familie Deutschlands unweit des S-Bahnhofs Kettwig Stausee. Und das ist in Essen fast im Oefter Wald, wo die Zeche Rudolph war.

Schon ist es frühmorgens nicht mehr dunkel. Und mit dem Fahrrad fahre ich durch den Ratinger Stadtwald nach Essen-Kettwig. Dann auf der August-Thyssen-Straße im Ruhrtal von Essen-Kettwig komme ich links vorbei an Schloss Hugenpoet. Und rechts ist Schloss Landsberg. Und Schloss Landsberg hat zwar die postalische Adresse August-Thyssen-Straße 1 in Essen-Kettwig. Denn die August-Thyssen-Straße bildet die Stadtgrenze zwischen Essen und Ratingen. Dafür liegt der einstige Wohnsitz des Thyssenimperiumsgründers August Thyssen auf Ratinger Gebiet. So ist das ein altes barockes Schloss mit schönen Giebelhäusern aus Ruhrsandstein und Burgfried. Außerdem sind hier feudal wirkende Gärten mit Springbrunnen wie bei einem Königsschloss in Versailles etwa.

Über die Charlottenhofstraße und die Laupendahler Höhe zum Charlottenhof

Schon aber will ich heute nicht zu Schloss Landsberg, sondern fahre in die Landsberger Straße hinein bis fast zur Ruhr und dann rechts zum S-Bahnhof Kettwig Stausee. Und hinter dem Bahnhof und der Eisenbahnbrücke über die Ruhr führt rechts die Charlottenhofstraße steil bergauf zur Laupendahler Höhe und dem Charlottenhof. Dann ist es so steil, dass ich auf halber Strecke vom Rad steigen muss und von hier die Aussicht über das Ruhrtal nach Kettwig mit dem Stausee und bis hin zur Ruhrtalbrücke in Mülheim-Mintard geniessen kann.

Der Charlottenhof

Und eigentlich gibt es beim Charlottenhof so viel gar nicht zu sehen. Denn es ist ja nur noch die Vorburg erhalten. So ist das, nachdem die Burg selber im 2.Weltkrieg zerstört wurde. Schon interessant ist, dass hier bereits der Oefter Wald beginnt. Denn unweit von hier ist die Zeche Rudolph mit der faszinierenden Maschinenhausruine versteckt im Wald. Gerade hier am Charlottenhof läuft auch die Straße „Oefte“ entlang.

Endlich sollte der ursprünglich einmal dem Industriellen Fritz Thyssen gehörende Charlottenhof der Wohnsitz der Industriellengattin Flick namens Charlotte werden. Obwohl ihr gefiel es hier wohl nicht so wie in ihrem Hauptwohnsitz, Haus Hohbeck in Ratingen. Dann war eine Naziorganisation in der Burg. Und jetzt gehört die Vorburg der katholischen Kirche genau gesagt dem Erzbistum Essen.

Haus Hohbeck in Ratingen

Denn dass in Ratingen die reichste Familie Deutschlands wohnt, weiss hier jedes Kind. Dann aber wo genau weiss man eigentlich nicht. Und ich muss auch mehrmals suchen. Endlich finde ich dann an der Stadtgrenze zu Düsseldorf dieses riesige von Wald umgebene und von aussen so gut wie gar nicht einsehbare Gelände. Und ein Schild zeigt von ausserhalb zwar den Weg zu Haus Hohbeck. Dann aber ist das schlossähnliche Gebäude selbst jetzt im Winter durch all die entlaubten Bäume und Sträucher kaum zu erkennen. Zuerst hatte ich noch an einer anderen Stelle gesucht. Dann habe ich überrascht festgestellt, dass das Flickdomizil genau auf dem Weg  zum Knittkuhler Berg hoch liegt.

Einfach auf eins der Vorschaubilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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