Chinatown in Amsterdam

schwimmender Tempel von Chinatown Amsterdam
schwimmender Tempel von Chinatown Amsterdam

von Ernst Käbisch

Natürlich ist Amsterdam eine multikulturell bevölkerte Stadt wie fast alle Metropolen in Europa. Aber das war Amsterdam als Hauptstadt der Seefahrernation Niederlande schon immer. Und die Chinatown gibt es schon seit über 100 Jahren hier.

Eigentlich wollen wir ja ans Meer. Aber nur am Wochenende fahren Busse dorthin. Und da kann ich nicht. So fahren wir einfach mal nach Amsterdam. Warum auch nicht, das ist eine gute Stadt und fast am Meer. Hinter dem Hauptbahnhof von Amsterdam ist schon der Hafen und dahinter ist schon das Ijmeer und das ist verbunden mit dem Ijsselmeer.

In Zevenaar direkt hinter der Grenze müssen wir noch an einem langweiligen Rastplatz Pause machen. Der Bus hatte vor uns schon Fahrgäste in Grevenbroich, Neuss und Düsseldorf eingesammelt. Dann dauert die Fahrt bis Amsterdam noch anderthalb Stunden. Am Hauptbahnhof lässt uns der Busfahrer raus. Hier ist auch direkt der Bootshafen, von wo die Grachtenrundfahrten starten. Karten dafür konnten wir etwas günstiger für einen Gruppentarif beim Busfahrer kaufen.

Ein schwimmender Tempel der Chinatown

Zuerst stört es uns etwas, an einem Schalter anstehen zu müssen, nur um da gesagt zu bekommen, dass man sich an einem anderen Schalter noch einmal anstellen muss. Und dann müssen wir noch einmal an der Bootsanlegestelle warten. Aber das lohnt sich, denn die nun folgende Bootsfahrt durch die wichtigsten Grachten von Amsterdam ist großartig und sehr zu empfehlen. Eine der ersten Sehenswürdigkeiten ist ein schwimmender Tempel, der schon zur Chinatown gehört und ein chinesisches Restaurant ist.

An vielen weiteren Sehenswürdigkeiten wie dem Nero-Technikmuseum, dem Schifffahrtsmuseum, dem Flohmarkt am Waterlooplein, dem Anne-Frank-Haus an der Prinsengracht und weiteren spannenden Orten führt die Bootsfahrt vorbei. Beeindruckend sind die barocken Giebel der eleganten Wohnhäuser von den reichen Amsterdamer Kaufleuten an den Grachten und die phantasievoll bis freakigen Wohnboote auf dem Wasser.

Chinatown am Zeedijk

Wir haben vorher schon herausgefunden, dass für unseren Geldbeutel ein Museumsbesuch in den zahlreichen und wirklich sehr verlockenden Kulturangeboten dieser Metropole nicht erschwinglich ist. Weder das Van-Gogh-Museum, noch das Rijksmuseum und auch nicht das Schifffahrtsmuseum und auch nicht das Anne-Frank-Haus und das Nero-Technikmuseum können wir uns leisten. Nicht einmal ein Zoobesuch wäre für uns in dieser Stadt drin bei den Eintrittspreisen von um die 20 Euro pro Person.

Aber das macht nichts. Amsterdam hat so viel zu bieten, was man sich auch mit schmalerem Geldbeutel angucken kann und so gehen wir nach der einstündigen Grachtenfahrt in die Chinatown, die ich schon von einem früherem Besuch her kenne. Das ist ein farbenprächtiger exotisch wirkender Stadtbezirk, der schon immer existiert, ähnlich dem Little Tokyo in Düsseldorf.

Es ist eine der wenigen Chinatowns überhaupt in Europa, wo ich bisher nur die Chinatown in London einmal gesehen habe, die wesentlich größer als diese Chinatown in Amsterdam ist.

Chinatown in Bangkok

Und noch größer ist die Chinatown, die ich mir einmal in Bangkok angeguckt hatte. Das ist kein Wunder, weil in Thailand ca. 20 Prozent der Bevölkerung Chinesen sind. Die Chinatown ist da ein großes Stadtviertel mit einem kleinen Geschäft neben dem anderen. Jeder Centimeter der schmalen Straßen ist für Geschäfte genutzt und die Eindrücke sind unbeschreiblich mit den vielen Garküchen und den Kalligraphen und Schildermalern und anderen Handwerkern direkt auf den Bürgersteigen.

Aber im kleinen ist die Chinatown von Amsterdam auch mit der von Bangkok durchaus vergleichbar. Für mich ist das Viertel mit den exotischen kleinen Geschäften das spannendste der ganzen Stadt Amsterdam. Wir gehen dann noch zu Fuß bis zum Leidseplein und in den Vondelpark. Aber nun ist unsere Zeit in Amsterdam auch schon wieder vorbei. Es würden ein paar Tage Zeit nicht ausreichen, um einigermassen etwas von dieser größten und bedeutendsten Stadt der Niederlande gesehen zu haben.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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