CHRISTO BIG AIR PACKAGE im Gasometer Oberhausen

Der Gasometer in Oberhausen ist ein Relikt aus der Zeit, als im Stadtviertel „Neue Mitte“ noch die Gutehoffnungshütte arbeitete. Seit vielen Jahren ist der Gasometer nun ein spektakulärer und renommierter Ausstellungsort. Und der bekannte Künstler Christo hat für die aktuelle Ausstellung zur Abwechslung diesmal kein Objekt verhüllt. Dafür hat er den Innenraum des Gasometers verpackt.

Nur eine halbe Stunde brauche ich mit dem Fahrrad bis zum Düsseldorfer Flughafenbahnhof. Gerade fällt die direkt bis Oberhausen fahrende Regionalbahn aus technischen Gründen aus. Sonst aber ist die Infrastruktur im Rhein-Ruhr-Gebiet ja gut. Denn mit der S-Bahn fahre ich nun bis Duisburg HBF. Und da muss ich nur 10 Minuten auf die nächste Regionalbahn bis Oberhausen warten.

Oberhausens „Neue Mitte“

Schon die nächste Station ist Oberhausen HBF. Am Bahnhofsvorplatz, dem Willy-Brandt-Platz  muss ich dann dahin, wo die Strassenbahn fährt. Und da, wo viele Menschen warten, fahren alle Bahnen und Busse über „Neue Mitte“. Und das ist das Viertel, wo früher die Gutehoffnungshütte stand. Seitdem ich das Viertel kenne, befindet sich hier das grosse und beliebte Einkaufs- und Vergnügungszentrum CentrO.  Weiter ist hier eine große Mehrzweckveranstaltungshalle, die ARENA. Und offenbar findet da gerade eine Schlagerveranstaltung statt. Denn Tausende von Teenies sind hier unterwegs und strömen auf den modernen Bau zu.

Im Gasometer von Oberhausen

Um zum Gasometer zu kommen, muss ich so ein bisschen um diesen hoffnungslos umlagerten Bereich herumgehen. Aber wenn ich gedacht hatte, dass bei dem herrlichem Frühlingswetter die Ausstellung im Gasometer nicht so gut besucht ist, habe ich mich doch sehr getäuscht. Massen an Menschen von Reisegruppen strömen aus Bussen und sogar Schiffen (vom Rhein-Herne-Kanal) zu diesem großartigen Relikt aus der Zeit, wo dieses Viertel hochindustrialisiert war.

Christo ist eben nachwievor ein Publikumsmagnet. Auch ich kaufe mir für 9 Euro ein Eintrittsticket und bin überrascht über diese wirklich überzeugende künstlerische Arbeit, die er hier mal wieder abgeliefert hat. Diesmal hat er ja kein Objekt von aussen verkleidet, sondern praktisch einen Innenraum verpackt. Und der Innenraum des Gasometers, der 90 Meter hoch ist, ist ja gigantisch groß. Aus weißem Gewebe ist „die größte Innenraumskulptur der Welt“ (Zitat aus dem Veranstaltungsflyer) gestaltet worden.  Die Skulptur hat einen Durchmesser von 50 Metern und  ein Volumen von 177.000 Kubikmetern. Sie besteht aus 20.350 Quadratmetern Gewebe, das durch 4.500 Meter Seile geformt ist. Das erfahre ich aus dem Flyer.

„Betritt man das Innere, wirkt der Raum wie eine riesige Kathedrale.“ (Zitat Christo)

Das erfahre ich selber, als ich den Eingang zum Inneren der Plastik durchgehe. Das weiße Material ist durchscheinend; von den Lichtluken im Dach des Gasometers strömt ein spärliches Licht. Die hier versammelten Menschen sind nur schemenhaft zu erkennen. Das ist wirklich eine ganz eigenartige Atmosphäre. Tatsächlich kommt mir das hier wie in einer Kirche vor. Auch von aussen kann man über Treppen um die Skulptur herumgehen. Und mit einem Aufzug kann man auch über das Kunstwerk hinweg zum Dach des Gasometers fahren. Darauf verzichte ich aber, weil da schon eine lange Schlange Wartender steht.

Im Erdgeschoss des Gasometers ist ein informativer Ausstellungsteil, wo über das Künstlerehepaar Christo berichtet wird. Es werden auch großformatige Bilder von früheren Arbeiten der Künstler gezeigt z.B. der verhüllte Reichstag in Berlin.

1mai
Mai am Gasometer Foto anklicken
2treppe
Man kann auch die Treppe hochgehen Foto anklicken
3christo
Das Künstlerehepaar Christo Foto anklicken
4kathedrale
Das wirkt wirklich wie in der Kirche.  Foto anklicken
5blicknachoben
Licht kommt nur von oben Foto anklicken
6obenaussen
Auch auf einer Art Treppe kann man um die Skulptur gehen. Foto anklicken
7reichstag
Der verpackte Reichstag Foto anklicken
8kanal
Rhein-Herne-Kanal Foto anklicken
9mitlego
Auch das Legoland ist jetzt im CentrO. Foto anklicken
10biergarten
Biergärten vor dem Gasometer Foto anklicken

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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