Das deutsche Bergbaumuseum in Bochum

von Ernst Käbisch

Im Bergbaumuseum in Bochum können Besucher wie früher die Bergleute in ein Anschauungsbergwerk einfahren. Das ist zwar nur in 12 Meter Tiefe, aber jede/r erhält hier einen guten Einblick in die harte Arbeitswelt der Kumpel.  Und mit dem Lift, der in die Grube fährt, kann auch auf den Förderturm gefahren werden. Hier kann man die Panoramaansicht über die ehemalige Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010, das Ruhrgebiet geniessen.

Anfahrt zum Bergbaumuseum

Der Weg zum deutschen Bergbaumuseum ist leicht zu finden.  Am Bochum HBF steigt man einfach in einen Zug der U-Bahnlinie 35 nach Herne ein und dann sind es nur 2 Stationen bis zur Station Deutsches Bergbaumuseum. Wenn man da aus dem U-Bahnhof kommt, sieht man sofort den markanten grünen Förderturm der ehemaligen Dortmunder Zeche Germania. Das ist ein eindrucksvoller Turm, der dem weltbekannten roten Förderturm der  Zeche Zollverein in Essen sehr ähnelt.

Das Bergbaumuseum

Für kleines Eintrittsgeld wird einem viel geboten in diesem umfangreichen Museum, was die reiche Bergbaugeschichte des Ruhrgebiets lebendig hält. In grossen Ausstellungsräumen erfährt man durch Bilder, Fotos, Videos, ausgestellten Utensilien der Bergleute und Werkzeuge und Maschinen alles über den Bergbau, was man nur wissen möchte. Es gibt z.B. eine große Abteilung, die sich ausschliesslich mit der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, beschäftigt. Hier sind Skulpturen und Bilder der Heiligen ausgestellt z.B. auch russische Ikonen, wo die Heilige dargestellt ist. Und es wird bis ins kleinste Detail über das traurige Leben der schon in jungen Jahren gestorbenen Barbara berichtet.

Das Anschauungsbergwerk

Die größte Attraktion des deutschen Bergbaumuseums ist aber zweifellos das Anschauungsbergwerk in nur 12 Meter Tiefe. In den beiden noch aktiven Zechen in Bottrop und in Marl wird im Vergleich dazu die Kohle inzwischen in über 1000 Meter Tiefe abgebaut. Dennoch bekomme ich  auch hier in Bochum einen Eindruck von einem sehr harten und gewöhnungsbedürftigen Arbeitsleben. Für sensiblere Charaktere kann das nichts gewesen sein. Enge und nur spärlich beleuchtete Gänge führen durch eine zum Teil apokalyptisch wirkende Welt mit beeindruckender Technik z.B. riesigen Fräsen, die die Steinkohle aus dem Berg herauslösten.  Auch wie neuerschlossene Gänge abgestützt und abgesichert wurden, beeindruckt. Aber ich bin mir auch der ständigen Gefahr bewusst, dass diese Stollen einstürzen könnten.

Das Schicksal der Arbeitspferde

In einem kleinen Verschlag in einem der Gänge ist ein Pferdestall. Zwar ist hier natürlich nur eine Pferdeattrappe „ausgestellt“, aber es  macht  doch grossen Eindruck sich vorzustellen, wie diese fleissigen Arbeitstiere  lebten. Diese armen Pferde waren blind und bekamen nie die Gelegenheit, über Tage zu sein.  In dieser unwirklichen und düsteren Welt unter Tage mussten sie ständig hart arbeiten.

Panoramablick von Förderturm

Derselbe Lift, der mich in die Grube fuhr, fährt mich auf Wunsch auch bis zur Aussichtsplattform auf dem Förderturm. Hier ist plötzlich eine ganz andere Welt. Ganz andere Perspektiven tun sich auf und der Blick geht weit über die Stadt Bochum hinein in weiter entlegene Regionen des faszinierenden Ruhrgebiets. Fördertürme, Halden, Kraftwerke und zwischendrin überraschend viel Grün sind zu sehen. Zu Unrecht hat das Ruhrgebiet das Image einer grauen Maus. Im Gegenteil ist diese Region doch eine der größten und vielseitigsten Metropolen Europas – die Metropole RUHR, die Kulturhauptstadt Europas von 2010.

Das deutsche Bergbaumuseum in Bochum
Förderturm der ehemaligen Dortmunder Zeche Germania (Foto anklicken)
Das deutsche Bergbaumuseum in Bochum
Im Anschauungsbergwerk des Bergbaumuseums         (Foto anklicken)

 

seilscheibe
Seilscheibe auf dem Förderturm des Bergbaumuseums (Foto anklicken)
blick
Panoramablick über Bochum vom Förderturm  (Foto anklicken)    

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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