"Das Ei" von Luigi Colani

Eines der markantesten Kunstobjekte des Ruhrgebiets befindet sich in Lünen. In dieser kleinen Stadt bei Dortmund war die Zeche Minister Achenbach 4. Nach der Zechenschliessung formte der weltberühmte Designer Luigi Colani das „Colani-Ei“.

Durch die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 kennen viele den markanten roten Förderturm des Welterbes Zollverein Essen. Vielleicht kennt man ja noch die Zeche Zollern in Dortmund oder das Bergbaumuseum in Bochum mit dem Förderturm der ehemaligen Zeche Germania in Dortmund.

Das Colani-Ei oder der Lüntec-Tower oder „das Ei“ in Lünen

Dabei ist das Colani-Ei in Lünen, von dem viele aber garnicht wissen, dass das ein geschickt umgewandelter ehemaliger Förderturm einer Steinkohlenzeche im Ruhrgebiet ist, noch bekannter und spektakulärer wegen dem höchst originellen und prägnanten Design. Der Lüntec-Tower oder einfach „das Ei“, wie uns in Lünen-Brambauer ein Anwohner nicht ohne Stolz dazu sagte, als wir ihn nach dem Weg zu dieser interessantesten Sehenswürdigkeit der kleinen Stadt zwischen Dortmund und Münster fragten.

Die ehemalige Zeche Minister Achenbach 4 in Lünen

Und dabei ist nicht nur der Förderturm der ehemaligen Zeche Minister Achenbach 4 erhalten geblieben, sondern auch etliche weitere Zechengebäude. Das Ensemble, wo sich das Werkstor befindet, ist vollständig erhalten geblieben. Es hat den Eindruck, als ob die Arbeit in der Zeche nur jetzt am Wochenende ruht und spätestens am Montag wieder ganz normal beginnt. Im Hauptgebäude ist inzwischen ein multifunktionales Veranstaltungszentrum entstanden. Das ist für das Ruhrgebiet, wo seit 1958 über 300 Zechen stillgelegt wurden und über 300000 Bergleute arbeitslos wurden, keine Selbstverständlichkeit. Im Vergleich dazu ist in Mülheim an der Ruhr, der ersten bergarbeiterfreien Grossstadt im Ruhrgebiet mit einer Geschichte von 150 Jahren Bergbau kaum eine Spur des Bergbaus erhalten geblieben.

Fotos vom „Ei“

An einem wunderbaren Herbstsamstag mit strahlend-blauem Himmel fahre ich zum 2ten Mal in diese entlegene Stadt Lünen hinter Dortmund, um von dem so eindrucksvollen „Ei“ Fotos zu machen. Besser hätte ich es an diesem Tag wirklich nicht treffen können. Kein Wölkchen trübt heute den makellosen blauen Himmel. Egal aus welcher Perspektive ich fotografiere,  der Turm ist immer optimal im Bild und die Lichtverhältnisse sind super.

Mehrzweckveranstaltungshalle im alten Zechengebäude

Unter dem Förderturm fahrt ein bärtiger Rollstuhlfahrer etwas orientierungslos herum. Er frägt mich, ob ich wisse, wo heute diese Veranstaltung zum Thema „Schlaganfall“ ist. Gemeinsam haben wir schnell herausgefunden, dass diese Veranstaltung in dem Zechengebäude schräg gegenüber ist.  Da sind bereits ein paar Rollstuhlfahrer versammelt und ein Bus der Caritas parkt davor.

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Man wartet förmlich darauf, daß die Aliens aus ihrem UFO aussteigen. Foto anklicken
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Heute findet im Zechenhauptgebäude eine Veranstaltung zum Thema „Schlaganfall“ statt. Foto anklicken
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Das Werkstor der ehemaligen Zeche Foto anklicken
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Auch imposant aus anderem Blickwinkel Foto anklicken

Anfahrt zum Colani-Ei mit dem ÖPNV
Zum Colani-Ei gelangt man mit dem ÖPNV über den Lünen HBF. Dahin fahren Züge aus Dortmund, Münster oder Enschede in den Niederlanden regelmäßig. Am Lünen HBF steigt man in den Bus C1 Richtung Lünen-Brambauer und fährt bis zur Station „Auf dem Kelm“ mit. Von da sieht man schon „das Ei“.

Text und Fotos: Ernst Käbisch

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