DASA in Dortmund-Dorstfeld

Eine virtuelle dreidimensionale Welt in der DASA
Eine virtuelle dreidimensionale Welt in der DASA

von Ernst Käbisch

Da Tim gerade Osterferien hat und ich nur in Teilzeit arbeite, bietet sich uns als kleines gemeinsames Ferienprogramm die Dauerausstellung in der Deutschen Arbeitsweltausstellung (DASA) in Dortmund als Ferienprogramm an. Gerade parallel dazu ist hier auch die Sonderausstellung „Die Roboter“.  Und das ist mal was anderes. So kommt man mal raus aus dem Trott einer Kleinfamilie.

In der S-Bahn nach Essen werden wir kontrolliert, ganz streng und genau. Außerdem zweifelt der Kontrolleur an, dass Tim 13 ist. Und er behauptet sogar, er wäre 17. Weiter läßt er sich auch nicht durch den von uns auch vorgezeigten Krankenkassenausweis mit dem Geburtsdatum überzeugen.
Und dabei haben wir doch alles richtig gemacht. Denn zum Ticket 2000 habe ich ein Zusatzticket abgestempelt und für Tim ein Kinderticket, was ebenso wie mein Ticket für die Preisstufen A-D im VRR-Gebiet gilt. Erst nach unserem Ausflug erfahren wir von dem schrecklichen Terroranschlag in Brüssel gerade heute. Und wir erfahren erst dann von den gründlichen Kontrollen auch im ÖPNV und sogar hier im angrenzenden Ausland.

DASA am S-Bahnhof Dortmund-Dorstfeld Süd

Im Hauptbahnhof Essen treffen wir Cousin Peter. Und mit ihm fahren wir nun wie gestern verabredet nach Dortmund zur DASA. Dazu können wir bequemerweise mit einem Zug der S-Bahnlinie 1 fahren und bis Dortmund-Dorstfeld Süd mitfahren. Hier im Bahnhof ist bereits die DASA ausgeschildert. Nun ist es nur ein Fussweg von 5-10 Minuten dorthin.

Vor dem modernen Bau dieser Arbeitsschutzausstellung war ich ja noch skeptisch, ob das überhaupt interessant ist. Aber nun bin ich ebenso wie Tim und Peter in dem großen Gebäudekomplex der DASA von der gebotenen Ausstellung begeistert. Es wird hier wieder einmal bestätigt, dass in Dortmund alles, was mit Industriekultur zu tun hat, großartig und absolut überzeugend ist. Dortmund ist eben ein kompetentes Zentrum für alles um Bergbau, Stahl und Bier.

Diese grossartige Schau hier von modernen, aber auch alten traditionellen Arbeitswelten überzeugt.  Fast immer sind diese Arbeitswelten interaktiv erlebbar. Da werden moderne virtuelle auch dreidimensionale Welten präsentiert oder Hochöfen uralter Stahlhütten gezeigt. Sogar eine alte Strassenbahn, alte Küchengeräte, traditionelle Druckwerkstätten und eine Bergbaubahn mit Kipploren sind hier ausgestellt. Alles das ist detailgetreu und meist spektakulär präsentiert. Und das begeistert uns zu unser aller Überraschung.

„Betreten erwünscht“ ist in der DASA

Auf nachgebildeten Baustellen mit originalen Baumaschinen etwa einer stilvollen alten Dampfwalze und originalem Baumaterial wird man durch Schilder mit Texten wie „Betreten erwünscht“ sogar ermuntert, sich einzubringen. Man soll sich sogar in die Baumaschinen (mit Ausnahme von auch  hier aufgebauten originalen Kränen)  setzen. Und alle Mitarbeiter dieser Schau sind freundlich und ausführlich auskunftsbereit auf alle Fragen.

Auf sämtlichen dargestellten Arbeitsplätzen sei es in der Zentrale des Kohlekraftwerks, im Helikopter des Kraftwerks oder an der Computerzentrale der Feuerwache dürfen schon die kleinsten Besucher Platz nehmen. Und sie können nachvollziehen, wie dort gearbeitet wird und wurde. Eine absolut gute Ausstellung ist das. Von der auf der auch sehr guten, angekündigten Sonderausstellung über Roboter registrieren wir gar nicht so viel. Das ist aber vielleicht schon ein fester Bestandteil dieser Ausstellung?, die alt und modern so gut miteinander verbindet. Und da haben wir natürlich im Verlauf der Ausstellung schon eine Menge Roboter gesehen wie z.B. Drohnen, die ja bereits alltäglich geworden sind.

Das DASADrom in der DASA

Einer der vielen Höhepunkte der Ausstellung ist dann das DASADrom. Das ist eine Bahn, die wie etwa Geisterbahnen auf Jahrmärkten durch einen dunklen und verwinkelten Raum fährt. Ab und zu gehen Lichter an und Details aus unterschiedlichen Arbeitswelten wie Warnschilder vor Gefahren wie Säure und Hochspannung sind dann kurz erkennbar. Eine weitere verblüffende und amüsante Variante einer wirklich einfallsreichen und unterhaltsamen Show ist das.

Im Anschluss an diese sehenswerte Show, in die man sich so gut selber einbringen kann und die deswegen viel mehr ist als einfach nur eine Ausstellung, gehen wir noch zu Fuß bis zum Dortmunder Hauptbahnhof. Das ist ein ganz schön langer Fußweg praktisch vom Dortmunder Westen bis ins Zentrum. Und besonders Tim beklagt sich nun ein wenig, aber immerhin sind ja Ferien und er sieht mal was anderes als seine Computer. Und es ist wirklich großartig, mal wieder in Dortmund zu sein und durch die Dorstfelder Allee und die Rheinische Strasse mit den gigantischen Resten der Unionhüttenbetriebe im Unionsviertel dann am Dortmunder U vorbei durch abwechslungsreiche und großstädtisch belebte Viertel zu gehen.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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