Der erste Schnee im Winter

verschneite Landschaft in Heiligenhaus
verschneite Landschaft in Heiligenhaus
von Ernst Käbisch

Der erste Schnee im Winter ist diesmal (zuerst) keine reine Freude. Das schmilzt ja alles sofort wieder auf dem noch warmen Boden. Und dieses Gematsche macht aus dem besonders von Kindern immer mit viel Vorfreude erwarteten Ereignis eigentlich ein richtiges Schmuddelwetter.

27.12.2014 Fast wäre ich draussen sofort umgedreht, wo ich sehe, wie das Wetter heute ist. Es regnet, ein paar der Regentropfen sind weiter oben noch aus Schnee. Was jedoch unten ankommt, ist jedenfalls Regen. Aber nun hab ich mich schon aufgerafft und manchmal wird so ein Sauwetter im Laufe des Tages ja noch besser. Schon am Bahnhof bin ich trotz des Schirms aber ziemlich durchgeregnet.

Schnee bzw. Schneematsch

Nach Bottrop zu fahren, um diese dort etwas weiter nördlich liegende Zeche Rheinbaben zu besuchen, schminke ich mir schon während der S-Bahnfahrt sofort ab. Das wäre nämlich interessant, weil im Anschluss an die Zechengebäude ist die Halde Rheinbaben und schon auf Gladbecker Stadtgebiet ist im Anschluss daran eine weitere Halde. Dazu braucht man aber ein anderes Wetter. Vielleicht kann ich aber ja nach Marl zu der Schachtanlage 4/5 von der Zeche Auguste Victoria, das wäre nicht soweit zu laufen. Ich gucke in mein Notizbuch, aber ausgerechnet den Weg dorthin habe ich mir nicht skizziert wie sonst alle anderen möglichen Touren. Vielleicht kann ich ja noch einmal zu der Geistersiedlung in Gladbeck fahren. Bei dem Schmuddelwetter wären die düsteren Eindrücke der verfallenden Siedlung dort sicherlich noch stärker.

Aber am Essener Hauptbahnhof sehe ich, daß die S9 ja gar nicht in Gladbeck-Zweckel hält. Welche S-Bahn war das denn eigentlich, die dort auch hält? Auf weitere düstere Eindrücke steht mir jetzt eh nicht der Sinn. Inzwischen ist meine Abenteuerlust auch einer nachweihnachtlich-depressiven Resignation gewichen. Dann bleibe ich eben hier. Ein Museumsbesuch wäre ja nicht schlecht bei dem Wetter. Dafür ist es aber noch viel zu früh. Das Folkwangmuseum hier in Essen wollte ich ja zwar einmal besuchen wegen der Japanausstellung, aber da müsste ich mich noch eine Stunde oder länger im nasskalten Matsch draussen herumdrücken.

Dann gehe ich eben einfach mal in die Stadt. Die Lichter der Essener Lichterwochen sind erloschen und der Weihnachtsmarkt ist zum Teil schon abgebaut. Das Riesenrad am Burgplatz steht zwar noch, aber die Neonleuchten daran sind bereits abmontiert. Auch in der sonst so belebten Fußgängerzone ist jetzt tote Hose bzw gerade öffnen heute am Samstag die ersten Geschäfte.

Kreuzweg vom Essener Dom

Und der Dom auf der Kettwiger Straße ist derzeit wegen Reinigungsarbeiten geschlossen. Das einzige, was ich mir dann trotzdem an diesem imposanten Kirchengebäude angucken kann ist der Kreuzgang, wo der Kreuzweg von Jesus mit all seinem Leiden symbolisch dargestellt ist. Von den Gewölben des Kreuzgangs aus ist zu sehen, wie die Rasenfläche im rechteckigen Innenhof ein bisschen weiss beschneit ist. Das ist nicht viel, was da liegenbleibt, aber in der Fußgängerzone der Innenstadt ist ja sofort wieder alles von der weißen Pracht aufgetaut.

Die S-Bahnfahrt zurück führt auch nur zu einem kleinen Teil durch ein Winterwonderland. Im Essener Stadtwald bieten sich bezaubernde Ausblicke auf verschneite Waldlandschaften, aber nur ein paar Meter weiter ist es wohl geringfügig wärmer und da ist der ganze Schnee weg. Besser ich fahre direkt nach Hause und lege mich ins Bett.

28.12.2014 Nachdem ich Tim bei seinen Freunden vorbeigebracht habe, fahre ich etwas Fahrrad. Ich habe mir ein Ziel herausgesucht etwas ausserhalb des Stadtrands im Nachbarort Heiligenhaus.

Winterwonderland in Eggerscheidt, Hösel und Heiligenhaus

Es ist deutlich kälter als gestern, dafür ist der Himmel fast wolkenlos blau. Mit Mütze und Handschuhen lassen sich die Temperaturen sicher weit unter Null Grad gut aushalten. Schon auf dem Hölenderweg ins winzige Dorf Eggerscheidt hoch sehe ich den Schnee, den es in Ratingen wenn überhaupt nur in einer ganz dünnen Schicht gibt. Und auf der Hochebene in Eggerscheidt und in Hösel liegt sogar eine mehrere Zentimeter dicke Schneedecke. Hier habe ich das Winterwonderland, was ich gestern beim allerersten Schnee etwas vermisste.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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