Der Hauptmann von Köpenick

Der Hauptmann

Schon kenne ich eigentlich nur die halbe Stadt Berlin. Also Westberlin ist das, wo ich mal gewohnt habe. Und inzwischen sind meine Berlinbesuche selten gworden. Dafür gucke ich mich dann soviel wie möglich im mir eher unbekannten östlichen Teil von Berlin um. Dann habe ich diesmal auch viel Gelegenheit dazu. Weil ich bin im größten Berliner Bezirk Treptow – Köpenick  zu Besuch.

Gerade mitten in der Spree verlief einst die Grenze zwischen Ost und West. Also das ist zwischen den Bezirken Friedrichshain, Treptow und Kreuzberg. Denn das ist da, wo jetzt das monumentale aus den 3 löcherigen Aluminiumfiguren bestehende Kunstwerk „Molecule Man“ eindrucksvoll zwischen der Oberbaumbrücke und der Elsenbrücke steht.

Dann fällt mir als Nichtmehrberliner deutlich auf, dass in Treptow und gar in Köpenick die Uhren nachwievor etwas anders ticken als in den westlichen Bezirken. Denn die östlichen Berliner Bezirke hatten sich in 40 Jahren Trennung eben völlig anders weiterentwickelt als die Westberliner Viertel.

Treptow-Köpenick

Schon rechtsab von der in Richtung Friedrichshain führenden Elsenbrücke  geht es nach Stralau. Dann sieht man auch von der Spreepromenade am Treptower Park aus gut die weiße Dorfkirche von Alt-Stralau. Außerdem stehen hier aber nur ein paar Wohnhäuser. Außerdem ist da ein kleiner Park. Denn das ist nur eine von der Spree umflossene Halbinsel. Dann an der Spitze der Halbinsel steht in einem Wendehammer abfahrbereit der Bus 104. So fährt der mich wieder zurück nach Treptow.

Das russische Ehrenmal im Treptower Park

Dann im Treptower Park an der Puschkinallee befindet sich das eindrucksvolle russische Ehrenmal mit einem 12 Meter hohen bronzenen Krieger. Und der beschützt ein Kind und zertritt ein Hakenkreuz. Weiter sind auf den Wegen zu beiden Längsseiten des zum Ehrenmal gehörenden weitläufigen Parks weisse Marmorblöcke plaziert, in die Szenen aus dem 2. Weltkrieg gemeisselt sind. Schon die ganze Anlage lässt einen schaudernd daran gedenken, dass in diesem Krieg 25 Millionen russische Menschen umkamen.

Gerade gehe ich vom Treptower Park aus weiter an der Spree entlang. Dann beginnt nach dem Ausflugslokal Zenner und der Insel bald ein dichter Wald, der Plänterwald. Denn der ganze Bezirk Treptow-Köpenick besteht zu einem großen Teil offenbar aus Waldgebieten. Und hier ist auch der größte Berg Berlins, der große Müggelberg und sogar auch der größte See der Stadt, der Müggelsee.

Am Müggelsee, in Köpenick

Und mit der BVG kann man mit dem Bus 167 bequem dorthin fahren bis zum Müggelschlößchenweg. Dann führt ein Fußweg etwa anderthalb Kilometer durch dichten Mischwald bis an den See heran. Drüben sehe ich die Berliner Bürgerbrauerei in Friedrichshagen und ich finde sogar den Spreetunnel wieder, durch den ich bei einem früheren Berlinbesuch von Friedrichshagen aus hier nach Köpenick durchgegangen bin. Und die Rückfahrt unterbreche ich am Schlossplatz in Köpenick, um mir die schöne Altstadt und das Rathaus Köpenick anzugucken.

Einfach auf eins der kleinen Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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