In der Kruppstadt in Essen-West

Tiegelgußdenkmal
Detail des Tiegelgußdenkmals

Also „Mythos Krupp“ war der Titel einer Ausstellung im Essener Zollverein. So faszinierend die Krupps ja sind. Schon darf man aber nicht das Negative vergessen. Denn die internationale Staatengemeinschaft wollte nach 2 mörderischen Weltkriegen jeweils die Auflösung der Waffenschmiede Krupp. Denn zuviel Leid haben deren Waffen der Welt gebracht. Und sogar jetzt knapp 70 Jahre nach Ende des 2ten Weltkriegs ist (Thyssen)Krupp wieder an seinen Anfängen zurück. Gerade dort ist das, wo einst die berüchtigte Gußstahlfabrik arbeitete.

Schon das „Tor zur Kruppstadt“ am Berliner Platz ist ja fast noch erhalten. Und fast ist das sogar wie früher. Dann links im Fabrikgebäude der ehemaligen „8.mechanischen Werkstatt“ befindet sich nun das Collosseumtheater. Weiter führen Stahlträger einer ehemaligen Eisenbahnbrücke der Kruppschen Werkseisenbahn über die Altendorfer Straße. Denn dort ist das ehemalige „Preß- und Hammerwerk Ost“. Immerhin ist die Fassade noch erhalten. Und nun ist hier das Parkhaus einer schwedischen Möbelfirma.

Berthold-Beitz-Boulevard und die Kruppstadt

Dann aber ist das „Tabula rasa“ der Alliierten nach dem Krieg in der Kruppstadt zu spüren. Und die ist rechts und links der Altendorfer Straße. Denn ein modernes Gewerbegebiet mit Autohändlern, einem Fahrradgroßhandel und Bürogebäuden erstreckt sich bis zum neugeschaffenen Berthold-Beitz-Boulevard. Und das ist eine zum Teil achtspurige Straße. Schon wird sie bisher kaum befahren.

Das Tiegelgußdenkmal, die moderne neue ThyssenKrupp-Zentrale

Dann an der Straßenbahnhaltestelle „ThyssenKrupp“ ist das schöne Tiegelgußdenkmal eines Berliner Bildhauers. Und dahinter ist schon die hypermoderne neue Konzernzentrale. Denn erst vor ein paar Jahren ist die Verwaltung des Dax-Konzerns vom Düsseldorfer Dreischeibenhochhaus hierhin umgezogen. Also praktisch ging es zurück zu den Ursprüngen von Krupp in Essen. Und nur noch wenige Relikte zeugen hier von der einstigen Gußstahlfabrik. Dann rechts neben dem „Würfel“ der Zentrale ist ein kleines Fachwerkhaus. Und das ist das Stammhaus Krupp. Weil in diesem Haus hatte die Familie Krupp mitten auf dem Fabrikgelände gewohnt. Schon schwer vorstellbar ist das. Gerade auch, wenn man die schlossähnliche Villa Hügel der Familie Krupp über dem Baldeneysee kennt. Denn die ist ja ungleich größer.

Der Krupp-Park

Und hübsch ist der Krupp-Park. Schon links neben der Konzernzentrale beginnt er.  Und er besteht aus begrünten Schutthalden. Inzwischen ist das ein gerade jetzt im Frühjahr schöner grüner Park mit vielen blühenden Blumen. Also die Bäume und Sträucher sind ja noch recht klein. Schon aber kann man es sich vorstellen, wie hübsch das hier mal wird. Weiter ist auch ein kleiner See da. Und dahinter ist schon Zechengelände der Zeche Vereinigte Helene Amalie.

Die Zeche Vereinigte Helen Amalie

So wie bei den Zechen Hansa in Dortmund und Robert Müser in Bochum ist auch hier einer von ehemals mehreren Türmen stehengeblieben. Und auch hier ist das ein Wasserturm. Denn auch hier wird Grubenwasser abgepumpt. Außerdem sind noch weitere Zechengebäude stehengeblieben. Dann ist da ein ganz häßlicher Bau aus der Nazizeit mit schrecklich pathetischen Bildern. Und die sind in Stein gemeißelt. Weiter gehe ich im Norden der ehemaligen (Krupp-)Zeche entlang. Und hier komme ich überraschend wieder am Berthold-Beitz-Boulevard aus. Also durchzieht dieser neue Boulevard die Kruppstadt offenbar in Süd-Nord-Richtung.

Eine Skulptur von Alfred Krupp in der Kettwiger Straße

Dann am HBF Essen gehe ich noch ein Stück in die Fußgängerzone, in die Kettwiger Straße hinein. Und hinter dem Dom ist eine viel kleineren Kirche. So ist das die Marktkirche. Dann steht davor eine lebensgroße patinagrüne Skulptur von Alfred Krupp. Und das war ja der Gründer des Kruppimperiums. Also Krupp ist wieder wer in Essen. Und vielleicht war Krupp auch nie weg von hier.

Einfach auf eins der Vorschaubilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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