Der Mond von Wanne-Eickel

von Ernst Käbisch

Wanne-Eickel ist inzwischen ein Ortsteil von Herne. Hier befindet sich, wie bei noch 12 anderen ehemaligen Steinkohlezechen im Ruhrgebiet auch, ein Malakowturm . Es ist eins der letzten Relikte der Zeche Unser Fritz, die nach dem beim Volk beliebten 99-Tagekaiser Friedrich III. benannt wurde. Und nicht nur der „Mond von Wanne-Eickel“ (nach einem bekannten Schlager) befindet sich hier, sondern auch der Planet Pluto, nämlich die ehemalige Zeche Pluto.

Wieder bin ich unterwegs, um mir einen Malakowturm im Ruhrgebiet anzugucken. Den inzwischen 12ten (von 13) dieser eindrucksvollen Türme will ich mir heute in Herne angucken. Dieser Malakowturm  ist das einzig übriggebliebene Relikt von Schacht ¼ der ehemaligen Zeche Unser Fritz in Herne. Dafür muss ich mit der Regionalbahn R3 ab dem Düsseldorfer Flughafenbahnhof bis Wanne-Eickel HBF fahren und dort ein Stück mit dem Bus 328 (oder 329).

Der Mond von Wanne-Eickel

Der Vorplatz vom Hauptbahnhof von Wanne-Eickel ist gar nicht so trist, wie er auf den ersten Eindruck wirkt.  Freundlich wird man hier durch ein kreisrundes Schild mit Bild der Mondoberfläche willkommen in Wanne-Eickel geheißen. Der „Mond von Wanne-Eickel“ hiess ein bekannter Schlager. An vielen Stellen  in dieser Stadt wird an diesen Schlager erinnert. Dabei ist Wanne-Eickel längst ein Ortsteil von Herne und auf Behördendeutsch heisst es Herne-Wanne oder Herne-Eickel. Der Name Wanne-Eickel ist ein Anachronismus.

Auf dem Weg im Bus fällt mir ein roter Förderturm auf, der so ähnlich wie der Turm von der Zeche Zollverein aussieht. Das ist aber der Turm der ehemaligen Zeche Pluto Wilhelm. Eine Station vor der Endstation an der Station „Alleestraße“ steige ich aus dem Bus 328.

Malakowturm der Zeche Unser Fritz in Herne-Wanne

Aber jetzt will ich ja zur Zeche Unser Fritz bzw. einem der letzten Überreste, was von dieser Zeche übriggeblieben ist. Unser Fritz hiess die Zeche nach dem 99-Tagekaiser Friedrich III., der viel zu früh an Kehlkopfkrebs starb. Im Dreikaiserjahr 1888 folgte dann sein Sohn Wilhelm II. als letzter deutscher Kaiser. Friedrich III. war beim Volk wegen seiner liberalen Haltung sehr beliebt. Der Malakowturm von Schacht ¼ der Zeche Unser Fritz ist nicht nur nicht zugänglich, sondern zuerst auch kaum zu sehen. Ein Gang zu dem Zechengelände unter Bahngleisen durch ist abgesperrt und zuerst seh ich den Turm nur zwischen Häusern.

Aber dann entdecke ich einen kleinen Trampelpfad zu den Gleisen hoch. Von hier aus kann man zumindest zwei Seiten des eindrucksvollen Turms bewundern. Dabei ist deutlich zu sehen, in welchem schlechten Zustand dieser Turm ist.  Große Löcher sind in dem massiven Mauerwerk zu sehen und Bäume und Sträucher wachsen durch Mauerfugen. Eine Infotafel der RAG Steinkohle sagt zwar aus, dass hier eine Baustelle ist, aber es macht nicht den Eindruck, dass im Moment hier viel passiert mit dem schönen Turm.

Zeche Pluto und der Mondpalast

Der nächste Bus fährt nun erst in einer dreiviertel Stunde. Da gehe ich eben ein Stück zu Fuß und dann finde ich auch leicht die Zeche Pluto. Nur fängt es leider gerade an, wie aus Kübeln zu regnen. Und so gucke ich mich nicht mehr soviel um in dieser noch zu einem großen Teil offenbar gut erhaltenen Zeche, deren Förderturm exakt so aussieht wie der weltbekannte Förderturm der Zeche Zollverein in Essen. Es ist nun nicht mehr weit bis zum Wanne-Eickel HBF. Auf dem Weg dahin komme ich an dem beliebten Volkstheater „Mondpalast“ vorbei.

Der Mond von Wanne-Eickel
Das ist der Mond von Wanne-Eickel Foto anklicken
Der Mond von Wanne-Eickel
Malakowturm der Zeche Unser Fritz Foto anklicken
Der Mond von Wanne-Eickel
In Herne-Wanne Foto anklicken
4amgleis
Blick von den Gleisen Foto anklicken
5malakow
Eindrucksvoll, aber in offensichtlich keinem guten Zustand Foto anklicken
6haemmer
Alles erinnert hier an den Bergbau Foto anklicken
7foerderturm
Förderturm der Zeche Pluto Foto anklicken
8pluto
Wie bei der Zeche Zollverein in Essen Foto anklicken
9mondpalast
Volkstheater Foto anklicken
10wanneeickel
Mondpalast Foto anklicken

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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