Monstersturm in Nordrhein-Westfalen

Dieses Auto hats übel erwischt.
Dieses Auto hats übel erwischt.

Also mit heftigen Unwettern hat man in Nordrhein-Westfalen schon leidvolle Erfahrungen gemacht. Und besonders mit dem Monstersturm Kyrill im Jahr 2007. Dann dieser Sturm gestern hat aber ähnlich schlimm gewütet. Und die Gefahr ist noch nicht gebannt. Denn am Tag nach dem Sturm kommt zu den mühsamen Aufräumarbeiten, dass es schon wieder drückend heiß wird und schwül – so wie gestern. Und für abends sind weitere Gewitter angesagt.

 

Schon waren wir gestern längst zu Hause, wo das Unwetter begann. So schwülwarm war es die ganzen letzten Tage. Und beim 32.Pfingst-Openair in Essen-Werden hat man da aber nicht mehr so dran gedacht. So direkt an der grünen Ruhraue liess sich das Wetter auch viel besser aushalten.

Monstersturm in NRW

Und die Krone des Straßenbaumes vor unseren Fenstern im 3.Stock biegt sich durch den monstermäßigen Sturm mal ganz nach rechts, mal ganz nach links. Dann  heulen Sirenen und Kaskaden von Blitzen mit folgendem Donner und Starkregen. So ist es für uns in der trockenen, sicheren Wohnung immerhin ganz gut auszuhalten. Denn nach einer Stunde schon hat der Spuk ein Ende. Und ausser kurzzeitlichem Internetausfall mussten wir keine Beeinträchtigung irgendeiner Art erdulden. Dafür traf es die Festivalbesucher in Essen, die noch bis zu Mc Fitti ausharrten. Denn dieser letzte Act musste abgebrochen werden. Und die Festivalwiese wurde sogar evakuiert. Dann bei einer Panik sollen am S-Bahnhof Essen-Werden mehrere Personen verletzt worden sein. So habe ich es in der WAZ gelesen.

Am Morgen nach dem Monstersturm

Der Straßenbaum vor unserem Haus hat den Sturm gut überstanden; nur ein paar kleinere Äste sind abgebrochen. Und auch in dem kleinen Gartenstück hinten am Haus ist nun etwas Laub und morsches Gehölz besonders von der alten Eiche von dem angrenzenden Krankenhauspark zu fegen. Das ist halb so wild. Im Krankenhauspark sieht es etwas heftiger aus. Da scheint ein Baum umgestürzt zu sein.

Und wie heftig der Sturm gewütet hat, sehen wir erst, als wir in die Stadt gehen. Vieles ist ja schon weggeräumt und vor allem die Straßen sind wieder alle frei. Aber es ist erschreckend, was alles kaputt gegangen ist, Autos, Brücken, ganze Häuser, wo Bäume drauf gestürzt sind, hunderte von Bäumen sind einfach umgekippt. Auf Gehsteigen liegen zerbrochene Dachziegel und Berge von Ästen und Laub. In den Nachrichten wird von mehreren Toten in NRW gesprochen. Unablässig fahren Feuerwehr-, Stadtreinigungs-, THW-Fahrzeuge in den Straßen herum, Sirenen und Martinshörner sind ständig zu hören. Dazu kommen die Motorsägen, mit denen die umgestürzten Bäume zersägt werden, damit Wege wieder freiwerden.

Wie bei Kyrill 2007

Mich erinnert das sehr an den ebenfalls monstermäßig wütenden Sturm Kyrill vor ein paar Jahren hier in Nordrhein-Westfalen, wo erst nach Monaten deutlich wurde, was für verheerende Ausmaße der Sturm hatte. Ganze Wälder wurden da vernichtet. Aber das ist jetzt vielleicht gar nicht viel anders. Ich fahre ein bisschen mit dem Fahrrad herum und versuche, in die Parks um das Haus zum Haus und in den Wald zu kommen. Da ist Alles abgesperrt und was man hinter den Absperrungen sieht, wirkt beunruhigend. Selbst mächtige Bäume mit meterdickem Stamm liegen entwurzelt am Boden, Berge von Ästen mit Laub sind rings um einen zu sehen. Und wenn man nach oben in die stehengebliebenen Bäume guckt, kann einem wirklich Angst und bange werden bei all dem abgebrochenen Astwerk, was zum Teil nur noch an einzelnen Fasern am Baum hängt und jeden Moment herunterfallen kann.

Der Zugang zum blauen See ist gesperrt

Der Weg zum Gelände vom Blauen See ist frei. Dort ist aber dann auch der Zugang zu dem ehemaligen Steinbruch gesperrt – aus gutem Grund. Schon von der Absperrung aus ist zu erkennen, wie der Sturm im Wald um den kleinen See herum gewütet haben muss. Zahllose Bäume sind da wie Streichhölzer einfach umgeknickt, entwurzelt, auf andere Bäume gekippt, wodurch diese auch beschädigt wurden.

Die Aufräumarbeiten werden noch Wochen und Monate dauern. Und in diesem Jahr wird es hier kaum noch einmal möglich sein, gefahrlos im Wald spazieren zu gehen. Wie damals bei Kyrill auch.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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