Diakonissen-Mutterhaus Bleibergquelle in Velbert

Die Diakonisse der Bleibergquelle und Cousin Peter wissen etwas.
Die Diakonisse der Bleibergquelle und Cousin Peter wissen etwas.

von Ernst Käbisch

Gerade von so alten, vergessenen Bergwerken wie der Grube PRINZ WILHELM in Velbert kann man am meisten erfahren, wenn man mit Menschen spricht, die vor Ort wohnen. Schon weiß Cousin Peter zwar vom Velberter Bergbau erst durch mich. Immerhin ist er aber gebürtiger Velberter und kennt das Gasthaus Minna Kern. Und dort soll noch ein Stollenmundloch der Grube PRINZ WILHELM existieren. Und auch eine Diakonisse in der Bleibergquelle weiss ein bisschen vom Bergbau am Bleiberg.

Also es trifft sich gut, dass Cousin Peter die Diakoniestation Bleibergquelle noch nicht kennt. Und er ist interessiert daran, sich da mal umzugucken ebenso wie ich interessiert bin, mehr über die Grube PRINZ WILHELM herauszufinden. Denn das weiss ich ja inzwischen, dass hier an der Bleibergquelle das geförderte Erz dieser Grube, aber auch das Erz von der Grube GLÜCKAUF im Hespertal gewaschen wurde.

ein Bergschaden womöglich von einem Schacht der Grube
ein Bergschaden womöglich von einem Schacht der Grube

Aber zuerst will ich noch mal bei der Ruine im Wald gucken. Denn die neulich dort entdeckten Erdlöcher beschäftigen mich nachwievor. Und es ist ja möglich oder sogar wahrscheinlich, dass hier gegenüber der Bleibergquelle, also der Bleiwäsche, ein Schacht der Grube war. Dann können diese Erdlöcher bedeuten, dass der Schacht nicht richtig verfüllt wurde oder dass das Füllmaterial nachgesackt ist. Aber viel mehr als letztens finde ich doch nicht heraus. Und wieder habe ich keine Taschenlampe mit, so daß ich nicht einmal in die Löcher hineinleuchten kann.

Eine Diakonisse der Bleibergquelle

Diese Infotafel an der Zechenruine informiert nicht.
Diese Infotafel an der Zechenruine informiert nicht.

Dann erfahren wir so viel Neues zuerst eigentlich auch nicht in der Bleibergquelle. Immerhin gesellt sich dann am See eine der hier wohnenden und arbeitenden Diakonissen zu uns. Sie erzählt uns ein bisschen von der diakonischen Einrichtung, die sich hier längst etabliert hat. Und sie weiß auch einiges von dem alten Bergwerksbetrieb. Das mittlere Gebäude direkt an dem kleinen See stammt sogar noch aus der Bergwerkszeit, sagt sie. Also das ist ja doch spannend. Und wieder ist also eins der nur noch äußerst seltenen Bergbaurelikte in Velbert doch noch vorhanden.

Hornveilchen am Bleiweiher der Bleibergsquelle
Hornveilchen am Bleiweiher der Bleibergsquelle

Und während sie uns das und anderes erzählt, pflegt sie ihre prächtig blühenden Blumen in den Blumentöpfen vor dem kleinen Pavillon am See. Das ist genau da, wo früher das Erz gewaschen wurde. Hornveilchen sind diese Blumen, sagt sie. Und es sind nicht Stiefmütterchen, wie ich gedacht hätte. Aber nun muss sie los. Denn eine kleine Reisegruppe wartet auf sie und sie machen heute einen gemeinsamen Ausflug an den Niederrhein.

Weiter gehen Peter und ich noch ein Stück in Richtung Velbert-Langenberg. Denn da sollen laut einem Internetforum in dem Bach Bleibergsbeeke glänzende Mineralien mit Erzgehalt zu finden sein. Schon finden wir diesen Bach, aber erst keinen Zugang dazu. Und interessante Mineralien finden wir auch nicht. Dann ist da auch kein Weg, der laut Karte parallel zum Bach zur Straße „Im Birkental“ führen soll. Hier sollen noch Zechenrelikte zu finden sein. Und das ist unter anderem ein Stollenmundloch beim ehemaligen Gasthaus Minna Kern.

Vom Gasthaus Minna Kern hat Peter schon gehört

Bei diesem Namen wird Peter hellhörig. Denn das kennt er irgendwoher. Dann meint er sogar, dass sein Vater, also mein Onkel, da einmal gewohnt hatte. Und er sagt, dass er sich mal erkundigen wird, wo das genau ist. So haben wir also doch immerhin einen angenehmen Vormittag gehabt. Und ich habe sogar noch etwas mehr von der Grube PRINZ WILHELM und dem Velberter Erzbergbau allgemein erfahren. Weiter sind wir dem Gasthaus Minna Kern und dem Stollenmundloch der Grube PRINZ WILHELM auf der Spur. Eventuell wissen wir da bald etwas mehr.

Und da nun an der Bleibergstraße gerade ein Bus in Richtung vom Velberter ZOB fährt, steigen wir da ein. Dann am ZOB warten wir auf unseren jeweiligen Bus Richtung Neviges bzw. Richtung Ratingen.

Text / Fotos: Ernst Käbisch

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