Die dicke Marie ist älter als Berlin

Zum 903. Mal erlebte die „Dicke Marie“ einen Sommer an der Malche.  Sie ist Berlins ältester Baum mit einem Stammumfang von 6,65 Metern und einer Höhe von 26 Metern.

Als sie noch ein Keimling war, mussten die Havelfischer immer auf der Hut sein, da es noch Bären gab, die Interesse an ihrem Fang hatten. Als Markgraf Albrecht, genannt der Bär, im Jahre 1157 Brandenburg eroberte, war die junge Marie gerade 50 Jahre alt. Auf der heutigen Museeumsinsel standen lediglich kleine Hütten.

Berlin war winzig

Erst 1244 wurde der Name Berlin erstmalig erwähnt. Zu dieser Zeit lebten ca. 2000 Einwohner in dieser Region. Handel und Fischfang waren die Haupteinnahmequellen. 1558 hatte die „Dicke Marie“ ausgesprochenes Glück: mehrere ihrer grünen Kollegen überlebten den Bau des Renaissance-Schlosses nicht. 1778 hatte sie mit Goethe einen prominenten Besucher. Alexander und Wilhelm von Humboldt, die im benachbarten Schloss wohnten, taufen sie „Dicke Marie“ in Anlehnung an ihre beleibte Köchin. 1806 verschiffte Napoleon die vom Brandenburger Tor stammende Quadriga an der nun 700 Jahre alten Marie vorbei nach Paris.

By: Tekniska museetCC BY 2.0

1909 – Berlin ist eine 2 Millionen Stadt

Und Marie 800 Jahre. Die Metropole expandiert, frisst Wald. Zum Glück war Marie schon als Naturdenkmal geschützt. Die Eiche überlebt zwei Weltkriege. Allerdings verschont die Luftverschmutzung sie nicht. Man sieht es ihr an. Trotzdem ist es ein Erlebnis, diese alte knorrige Eiche zu besuchen. Die „Dicke Marie“ finden sie im Tegeler Forst direkt am Tegeler See.

Ein Spaziergang entlang des Ufers macht genauso viel Spaß wie der Besuch in einem der vielen Cafes am See. Vom U-Bahnhof Alt-Tegel ist man in ca. 15 Minuten am See.

Titelfoto von MatthesDesign

1 KOMMENTAR

  1. Das sind ja mal interessantere Nachrichten aus Berlin wie man es gewohnt ist.
    Da bekomme ich Spass dran, mir zu überlegen, welche Berichte von Rhein und Ruhr zum Konzept passen können.

    Viele Grüsse aus Ratingen und schöne Weihnachten
    Ernst

  2. Hallo Ernst,

    bin jetzt schon gespannt, was Du uns aus Deiner Region vorstellen wirst. Ich war noch nie im „Pott“ – habe wahrscheinlich ein völlig falsches Bild. Na, – mal sehen !
    Grüße aus Berlin,
    Moro

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