Drei Zechen in der City von Essen

Glück Auf - Reliefbild auf Zechengebäude
Glück Auf - Reliefbild auf Zechengebäude der Zeche Victoria Mathias

Also nicht nur der Zollverein förderte Kohle in Essen. Denn auch die kaum weniger bekannten und zum Teil ebenso erhalten gebliebenen Zechen Carl, Carl Funke oder Bonifacius erinnern noch an den Steinkohlebergbau. So gab es aber zahlreiche weitere Zechen in Essen, deren Spuren meist völlig verschwunden sind. Und dass sogar in der Essener City Zechen waren, kann man heute kaum noch nachvollziehen. Außerdem gab es ja hunderte von Zechen in Essen.

Schon vorsichtig probiere ich, ob die Bahn heute nach dem Lokführerstreik wieder fährt. Und diesmal hat die S-Bahn nach Essen nur 5 Minuten Verspätung. Dann ist das ja fast wie immer.

Zeche Victoria Mathias

Gerade letzte Woche hatte ich erst nach meinem Besuch im Eltingviertel im Internet  gelesen, daß es noch ein gut erhaltenes Verwaltungsgebäude der Zeche Victoria Mathias in der Altenessener Straße gibt. Und auf zechensuche.de ist auch ein Foto. Dann gucke ich mir das jetzt auch mal an. Also das Haus ist topsaniert und dient jetzt als Verwaltungsgebäude eines modernen Energielieferanten. Immerhin ist da ein Reliefbild am Portal mit einer Grubenlampe. Dann steht rechts neben dem Gebäude eine Lore sowie eine Schrifttafel mit Infos erinnern an den Bergbau. Und mehr erinnert nicht an die Zeche.

Zeche Graf Beust

Immerhin ist selbst das noch mehr, als was an die Zeche Graf Beust erinnert. So ist der Standort dieser ehemaligen Zeche vom Eltingviertel aus in ca. 10 Minuten zu Fuß zu erreichen. Und eine kleine Straße im Ostviertel mit einer Handvoll Häuser heißt Beuststraße. Und es gibt nur 2 alte Gebäude aus roten Backsteinen. Dann  sind das vermutlich die letzten Relikte der einstmals bedeutenden Zeche Graf Beust. So sind es nüchterne Gebäude mit kaum Schmuck. Dann vermute ich, daß das Verwaltungsgebäude der Zeche waren. Weiter finde ich hier keine Infos.

Zeche Herkules

Und immerhin ist von der Zeche Graf Beust überhaupt noch etwas übrig geblieben. Denn von der Beuststraße ist es jetzt nur noch ein Katzensprung über die Engelbertstraße bis zur Herkulesstraße auch im Ostviertel schon unweit vom Hauptbahnhof. Und diese Straße ist benannt nach der Zeche Herkules, die hier bis 1925 Kohle förderte. Dann nach 1933 wurde in  Gebäuden der ehemaligen Zeche Herkules ein Zwangsarbeiterlager der Nationalsozialisten eingerichtet.

Obwohl es sicher viel über diese alte Zeche / das Zwangsarbeiterlager zu erzählen gäbe, sind hier null Relikte zu finden. Und auch hier sind nicht einmal Informationen auf einer Informationstafel. So gibt es nur den Straßennamen, der an Zeche und Lager erinnert.

Dann ist jetzt noch so früh am Morgen. Und die S-Bahn ist gerade weg. So gehe ich spontan noch bei ja angenehm herbstlichem Wetter südlich vom Hauptbahnhof ein Stück in die Bismarckstraße hinein. Und so bin ich schon im Südviertel unweit des bekannten Folkwangmuseum. Und diese Gegend von Essen kenne ich fast gar nicht. Dabei ist hier ja die Philharmonie und das Aaltotheater. Dann ist ein Stück weiter das „schönste Museum der Welt“. Also im Folkwangmuseum will ich demnächst schon mal die derzeit laufende Ausstellung über japanische Einflüsse auf den Impressionismus angucken.

Glückaufhaus

Weiter bis zum Platz mit dem Glückaufhaus gehe ich in Richtung Süden der Stadt. Und das Glückaufhaus ist ein eindrucksvoller expressionistischer Bau, der natürlich auch mit dem Bergbau verbunden war. So diente er früher und jetzt als Verwaltungsgebäude. Schon muss ich mich nun beeilen. Denn die nächste S-Bahn will ich doch mitnehmen. Immerhin fährt die S-Bahn der Linie 6 in Richtung Köln-Nippes heute pünktlich ab. Und das macht sie ganz störungsfrei. So ist das nicht immer.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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