Durch das Hespertal von Velbert nach Essen-Kupferdreh

Bruchsteinhaus an der Straße Hespertal in Velbert
Bruchsteinhaus an der Straße Hespertal in Velbert
von Ernst Käbisch

Das Hespertal im Süden von Essen (der künftigen Grünen Hauptstadt Europas von 2017) bzw. zwischen Velbert und dem Baldeneysee in Essen ist eins der landschaftlich reizvollsten Gebiete der „Metropole RUHR“. Genau hier sind auch an zahlreichen Orten Steinkohlezechen tätig gewesen und Spuren des einstigen Bergbaus begegnet man tatsächlich auf Schritt und Tritt.

Von der Zeche bzw. Grube VER. Glückauf in Velbert hatte ich ja letztens nichts entdeckt an Spuren. Nur den Zechenweg und ein paar Gullideckel, die aber wohl nur von der Kanalisation sind, hatte ich gefunden. Dennoch gefiel mir dieser Ort im Hespertal sehr. Da sich nur ein Stück weiter nördlich, jenseits der Stadtgrenze eines der intensivsten ehemaligen Bergbaugebiete des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet anschließt, fahre ich noch einmal mit dem Bus 771 nach Velbert. Und nun gehe ich die etwa eineinhalb Kilometer vom Postamt bis zum Zechenweg zu Fuß.

Erst heißt die Straße Hefel, dann Hespertal

Diesmal gehe ich auch bis in den Velberter Ortsteil Hefel, ein kleines uriges Dorf mit schönen alten Bruchsteinhäusern und dann rechts in die Straße Hefel hinein. Ein kurzes Stück danach heißt die Straße dann Hespertal. Tatsächlich führt diese Straße durch beschauliche Landschaft mit Wald und bestellten Feldern mit Bauernhöfen parallel zum Hesperbach. Was mich etwas beunruhigt, ist der fehlende Seitenstreifen bei dieser stark befahrenen Landstraße.

Das geht ein paar Kilometer so, daß ich neben der linken Straßenseite gehend ständig den Blickkontakt zu den entgegenkommenden Autofahrern suchen muss und je nachdem auch mal voll in die Böschung ausweiche; sogar LKWs fahren ja auf der schmalen Straße durch diese beschauliche Landschaft. Nervig ist das und absolut nicht zur Nachahmung empfohlen.

An mehreren Stellen im Hespertal wird vor Bergschäden gewarnt

Ansonsten ist das hier eine grandiose, spannende Gegend, die man sich gerade zu Fuß eigentlich am besten erschließt. Rechts stehen mehrmals Warnschilder im Gebüsch, daß hier „Bergschädengebiet“ ist und man die Wege nicht verlassen soll. So forsche ich dem respektvoll auch nicht weiter nach. Weil auch Schächte der hier einst zahlreich fördernden Kleinzechen waren mitunter 100 Meter tief und tiefer. Ich weiß ja auch gar nicht, wonach ich suchen sollte bei der Vielfalt an Bergwerken, die hier jahrhundertelang von dem Reichtum der Karbonschicht lebten.

Einmal sehe ich neben der Kneipe „Hesperkrug“ eine bepflanzte Lore in einem Vorgarten und genau hier bekommt die schmale Landstraße endlich einen Seitenstreifen. Und ein Stück weiter ist schon die Kreuzung Hespertal/Hammer Straße, wo eins der vielen schönen alten Bruchsteinhäuser der Region steht. Dieses aus Ruhrsandstein gebaute Bruchsteinhaus ist jetzt bewohnt und früher war der Lokschuppen der Hespertalbahn genau hier. So recht ist das nicht mehr vorstellbar, wie hier einst die Erzbahnen aus dem Velberter Raum durch das idyllische Tal fuhren. Eine kleine Straße „Am Richrath“ geht parallel zum Hesperbach von der Hammer Straße ab. Außerdem war hier auch eine Zeche Richrath und es soll irgendwo auch noch der umzäunte Rest einer Schachtanlage erhalten sein. Der Weg führt aber nun steil bergauf in den Wald. Dann will ich es doch nicht so genau wissen, weil nach dem langen Fußweg muß ich nicht auch noch Berge hochklettern.

Der Weg Hespertal wird zum Weg Pörtingsiepen

Die Straße zum See heißt nun Pörtingsiepen und als nächstes Bergbaurelikt ist dann auf einer Wiese die rotbemalte Seilscheibe der Zeche Pörtingsiepen, die ich schon kenne. Hier kurz vor dem Baldeneysee muss ich mich entscheiden, ob ich zu Fuß noch nach Essen-Werden gehe, also links am See entlang oder nach Essen-Kupferdreh rechts am Ufer lang. Da es nur noch 3,5 Kilometer bis Kupferdreh sind gegenüber 4,5 Kilometern nach Werden, gehe ich also nach Kupferdreh.

Das ist auch logischer, da ich ja heute praktisch den ganzen immerhin schon ca. 10 Kilometer langen Weg der Hespertalbahn und der anderen Erzbahnen aus Velbert zur Kupferdreher Phönixhütte nachvollzogen habe. Von der Phönixhütte ist zwar auch nichts mehr da, aber immerhin steht an einer Stelle am Baldeneysee eine ausführliche Infotafel. Und die Endstation der Hespertalbahn sehe ich auch noch, Das ist jetzt ein Museum, aber man kann durch den Zaun auf eine herrliche, rostige alte Lok mit Waggons gucken, in denen das Erz von Velbert aus transportiert wurde.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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