Julianapark in Venlo und die Hamburg-Venloer Bahn

am Julianapark
Häuser am Julianapark in Venlo (NL)

Die Hamburg-Venloer Bahn ist eine historische Bahnverbindung. Dann als innerdeutsche Fernbahnstrecke Wanne-Eickel-Hamburg ist sie nachwievor existent. Und dieses Stück Bahnlinie ist stark frequentiert. Weiter ist der westliche Teil der Bahnlinie die Strecke Haltern-Wesel-Venlo. Schon lange ist sie aber ausser Betrieb. Schon vor der Zerstörung der Weseler Rheinbrücke war das so. Und inzwischen ist die Bahnlinie fast vergessen. Dann war in Venlo kurz hinter der Grenze im Nachbarland Niederlande der Endbahnhof der Hamburg-Venloer Bahn. Und nun befindet sich da der Julianapark.

Sogar nach Venlo kann ich mit dem VRR-Ticket (VRR=Verkehrsverband Rhein-Ruhr) fahren. Dafür muss nur noch ein Zusatzticket für 3 Euro kaufen. Denn das ist für die kurze Strecke von der Staatsgrenze bis zum Bahnhof in Venlo. Schon das sind vielleicht noch 3 Kilometer „Ausland“. Immerhin stündlich fährt der Maas-Wupper-Express RE4 ab dem Hamm HBF. Schon ab dem Düsseldorf HBF kann ich nun mitfahren. Und noch nicht einmal umsteigen muss ich.

Endbahnhof der Eisenbahnlinie Hamburg-Venlo, der Venloer Bahnhof in Hamburg

Endlich bin ich am Bahnhof Venlo angelangt. Dann bin ich überrascht über einen hier wolkenlos blauen Himmel. Denn zuhause war der Himmel grau. Und es regnete. Gegenüber des Bahnhofs ist schon das moderne Limburgs Museum. Und hier beginnt auch der Julianapark. Schon kurz nach dem 2. Weltkrieg wurde der an dieser Stelle errichtet. Denn hier war der Endbahnhof der historischen Eisenbahnlinie Hamburg-Venlo. Dann aber fuhr die Bahnlinie schon lange vor Kriegsende nicht mehr nach Venlo.

Jedenfalls Bedeutung hatte diese Linie nur am Ende des 19ten Jahrhunderts. So gab es sogar Pläne, die Strecke bis nach Paris weiter auszubauen. Dann wäre das die Verbindung Norddeutschlands mit Westeuropa gewesen. Denn bis 1892 hiess der Endbahnhof der Linie Venlo-Hamburg in Hamburg Venloer Bahnhof. Dann erst wurde er in Hannoverscher Bahnhof umbenannt.

Strecke Haltern-Wesel

Schon war der östliche Teil der Strecke Hamburg-Venlo immer gut frequentiert. So als Bahnlinie Wanne-Eickel-Hamburg besteht er weiterhin. Und nur der westliche Teil Haltern-Venlo über Wesel war defizitär. Gerade durch die Ausweitung des Kohlebergbaus im Norden des Ruhrgebiets erlangte er aber schon eine gewisse Bedeutung. Dann aber wurde der Betrieb des unrentablen Streckenabschnitts doch eingestellt. Und das war lange vor der Zerstörung der Weseler Rheinbrücke im 2.Weltkrieg.

Der Julianapark

Dann kurz nach dem 2.Weltkrieg wurde in Venlo der Julianapark errichtet. Und zwar genau an der Stelle des einstigen Endbahnhofs der Hamburg-Venloer Bahn. Und mehrmals wurde die Gestaltung des Parks verändert. Sogar 2 Museen sind ja am Rand des Parks. So wird der Julianapark sogar mit dem Central Park in New York verglichen. Schon ist natürlich der Juliana Park viel kleiner. Schon wirkt er aber großstädtisch. Und so passt er zur Stadt Venlo. Denn in den letzten Jahren wurde Venlo durch Eingemeindungen knapp zur Großstadt.

Außerdem stehen an vielen Stellen des Parks künstlerische Skulpturen. Und die bestehen aus Bronze oder Stein. Weiter sind diese Skulpturen zum Teil abstrakt aber auch figürlich. Und am nördlichen Ende ist inmitten eines Rondells der Fischbrunnen. Dann anschliessend ist ein Kinderspielplatz.

Fast erfolglose Spurensuche nach dem ehemaligen Bahnhof

An mehreren Stellen des Parks stehen auch alte Mauerreste aus roten Backsteinen unvermittelt da. Nicht einmal auf Infotafeln ist etwas dazu ausgesagt. Vielleicht sind das ja Relikte des früheren Bahnhofs? Sonst sind dessen Spuren offenbar vollständig getilgt? Selbst bei den Museen finde ich keine Information über die Hamburg-Venloer Bahn. Das andere Museum ist das van Bommel van Dam-Museum. Hier wird zeitgenössische Kunst ausgestellt.

Die westliche Längsseite des Julianaparks begrenzt die Straße „Deken van Oppensingel“. Und damals war das die „Hamburgersingel“. Aber auch darüber ist nirgendwo eine Information zu lesen. Nur aus dem Internet weiß ich das. Die östliche Begrenzung des Julianaparks bildet die „Burgemeester van Rijnsingel“. Hier ist ganz neu eine Strassenunterführung unter dem „Stationsplein“ entstanden. Das ist am Bahnhofsvorplatz. Eine Infotafel dort informiert schon über die ehemalige Festungsanlage der Stadt Venlo. Aber auch hier finde ich keine Infos über die einstmals doch bedeutsame Eisenbahnlinie Hamburg-Venlo.

Das Zusatzticket zum VRR-Ticket bekomme ich im Automaten im Bahnhof Venlo.

Der Bahnhof von Venlo ist ein moderner Fernbahnhof. So frage ich am Schalter nach einem Zusatzticket. Denn das Stück vom Bahnhof Venlo bis zur Grenze gehört natürlich nicht zum Verkehrsverband Rhein-Ruhr. Die Bahnangestellte zeigt mir, dass am anderen Ende des Bahnhofs Automaten für deutsche Fahrscheine stehen. Da bekomme ich das Zusatzticket. Und mit dem RE4 Richtung Hamm HBF fahre ich bis zum Düsseldorf HBF zurück.

Zwei Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Hamburg-Venloer_Bahn

http://nl.wikipedia.org/wiki/Julianapark_%28Venlo%29

Einfach auf eins der kleinen Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:


Text/Fotos: Ernst Käbisch

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