Eine Pinge beim Steinbruch Mitzwinkel in Kettwig

Eine Pinge beim Steinbruch Mitzwinkel
Eine Pinge beim Steinbruch Mitzwinkel

von Ernst Käbisch

Nachwievor ist das Thema Bergbau in Kettwig ja ganz spannend für mich. Schon ist es aber so, dass ich ja Vieles z.B. die Zeche Rudolf hier schon kenne und von anderen Zechen wie Erbenbank oder Kanzel ist für den Laien kaum noch etwas auffindbar. Höchstens ist das mal eine Pinge. Also das ist ja ein Bergschaden. Und das ist schon eventuell etwas Gefährliches.

So oft kommt es nicht vor, dass ich Resonanz auf Berichte über meine Ausflüge in Sachen Bergbau bekomme. Immerhin rufen und mailen mich zuletzt schon gelegentlich mal Freunde und Bekannte und auch völlig Unbekannte an, die mich auf Unstimmigkeiten in meinen Texten hinweisen oder mich auf eine Entdeckung von ihnen hinweisen.

Also mit manchem, was ich zugeschickt bekomme, kann ich ja erstmal nicht viel anfangen. Denn wenn mir „Grubenanton“ aus Duisburg Fotos von einem Stollenmundloch und einem Bergschaden in Schuir schickt, ist das zwar sehr interessant. Aber ohne genauere Ortsangabe bin ich ratlos, wo ich danach gucken könnte. Denn der Essener Ortsteil Schuir zwischen Werden und Kettwig ist groß. Und ich habe da selber schon mal – vergeblich – nach Bergbaurelikten gesucht. Gerade hat er aber noch einmal angerufen. Und so werde ich mich da im Ruthertal demnächst auch noch mal umsehen. Denn Schuir ist ja nicht weit weg von Kettwig.

Eine Pinge beim Steinbruch Mitzwinkel

Offenbar entsteht eine Baustelle um das Flöz.
Offenbar entsteht eine Baustelle um das Flöz.

Aber was mir Andre letztens erzählte, da weiss ich direkt, wo ich gucken muss. Denn er war beim Steinbruch Mitzwinkel in Essen-Kettwig bei der Stelle mit dem Flöz und hat dort ein Stück weiter den Berg hoch eine Pinge (das vermutet er) entdeckt. Erst Wochen später fahre ich da auch mal wieder mit dem Rad hin. Und wahrscheinlich sind die Bagger und Werkzeuge und Baumaterialien hier am Steinbruch ganz neu. So als ob hier eine Baustelle entsteht, sieht das aus. Davon hätte Andre in seinem Mail ja auch erzählt.

Es ist eine nicht ganz ungefährliche Kletterei zwischen den zerklüfteten Felsen, wo man auch immer wieder mal nach oben an die Bäume gucken sollte wegen eventueller Reststurmschäden von Sturm ELA. Dann fällt hinter der Stelle mit dem Flöz eine Felsenschlucht tief talabwärts zum Ruhrtal. In der Schlucht liegt jede Menge Unrat aber auch uralte Mauerreste (vom Steinbruchbetrieb oder vielleicht auch von einer Zeche?).

Ist die Pinge von der Zeche Kanzel?

Blick vom Steinbruch Mitzwinkel auf das Ruhrtal
Blick vom Steinbruch Mitzwinkel auf das Ruhrtal

Und kurz hinter dieser Schlucht ist wohl die Stelle, die Andre meint. Eine scharf umrandete Absackung direkt am Felsen, wo ich jetzt auch mal vermute, dass da etwas aus der Bergbauzeit gesackt sein könnte. Denn genau hier irgendwo war ja auch die Zeche Kanzel (oder Schmachtenberg, die aber dann auch Teil von Zeche Kanzel wurde) aktiv, von der es aber keine eindeutigen Relikte mehr gibt. Aber es ist logisch, dass genau hier, wo auch Flöze sind, auch ein Bergwerk war. Also was das Loch da genau sein könnte, ist von mir aus natürlich nur Spekulation. Und von Stollen über Halde bis Schacht aber auch Tierbau ist da alles möglich. Schon weiss ich aber, dass ich da besser mal die Finger von lasse. Denn damit kenne ich mich zuwenig aus und das könnte gefährlich sein, das Ding genauer zu untersuchen.

Eine Pinge ist ein Bergschaden eines ehemaligen Bergwerks

Auch kleine Naturhöhlen gibt es hier am Felsen.
Auch kleine Naturhöhlen gibt es hier am Felsen.

Immerhin gibt es von solchen alten Zechen, die nicht oder wenig dokumentiert sind, dann immer wieder mal so unvermutete Zeugnisse wie so einen Bergschaden. Denn nichts anderes als ein Bergschaden ist ja natürlich so eine Pinge, wenn es denn eine sein sollte. So etwas kenne ich ja schon von dem Bilsteiner Stollen am alten Kettwiger Bahnhof, wo oben drüber im Wald eine Stelle umzäunt ist und ein rotes Schild informiert, dass hier ein Bergschaden ist und Lebensgefahr besteht. Sehr wahrscheinlich ist der Stollen eingestürzt und das Erdreich darüber abgesackt.

So finde ich es auch gut, wenn (hoffentlich) diese Bagger und Bauwerkzeuge am Steinbruch von der Stadt Essen sind und dass vielleicht diese Stelle hier für die Öffentlichkeit gesichert wird. Und besonders dem Flöz ist es ja auch zu wünschen, dass da vielleicht demnächst nicht jeder drangehen kann. Denn man muss schon tief in die Spalte im Felsen hineinlangen, um die Kohle überhaupt noch zu spüren. Viele haben sich da sicher schon ein „Souvenir“ mitgenommen. Und ich schliesse mich da durchaus mit ein. So ein kleines Stückchen Kohle habe ich auch mitgenommen. Aber so wird dann bald Nichts mehr davon da sein.

Text / Fotos: Ernst Käbisch

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