Eine Ruine auf dem Bleiberg in Velbert

Eine Ruine auf dem Bleiberg in Velbert
Eine Ruine auf dem Bleiberg in Velbert

von Ernst Käbisch

Der Velberter Erzbergbau ist uralt und längst vergessen. Und Relikte davon sind äußerst selten. So bin ich sehr überrascht, bei einem Besuch in Velbert an der Bleibergstraße im Wald gegenüber der Bleibergquelle eine alte Ruine zu entdecken. Und hier bin ich überzeugt davon, dass es sich dabei tatsächlich um die Ruine eines alten Zechengebäudes handelt.

Nachdem wir gemeinsam im Nachtigallstollen und im Muttental in Witten waren, haben Cousin Peter und ich Nichts mehr gemeinsam unternommen. Dabei waren unsere Ausflüge zur Mottbruchhalde in Gladbeck, zur Kokerei Zollverein in Essen und zur Dasa in Dortmund doch prima. Und einmal waren wir schon in Velbert-Neviges unweit von da, wo er wohnt. Dort haben wir beim Schloss Hardenberg das Stollenmundloch vom Clemensstollen gefunden.

Kühe im Hespertal in Velbert
Kühe im Hespertal in Velbert

Und der Clemensstollen gehörte mit zur einstmals beachtlich großen Verbundszeche VEREINIGTE GLÜCKAUF, deren Grubenfelder auf Eisenstein verliehen waren. Aber die Zeche förderte hauptsächlich Blei, Zink und etwas Kupfer. So zeige ich Peter nun in Velbert unweit vom Zob, wo wir uns getroffen haben, wo mehrere Schächte der Zeche VEREINIGTE GLÜCKAUF im Hespertal in Velbert waren. Schon ist es etwas schade, dass es kaum noch deutlich sichtbare Relikte von dieser Zeche gibt. Und allenfalls sind die irgendwo im Gestrüpp abseits vom Zechenweg verborgen.

Von Hefel gehen wir zur Bleibergstraße auf den Bleiberg

idyllische Landschaft in der Bleibergstraße
idyllische Landschaft in der Bleibergstraße

Aber bei gelegentlich heute auftretendem Nieselregen haben wir keine Lust, da mal zu gucken. So gehen wir durch eine angenehme Landschaft bis ins kleine Dorf Hefel hinein. Das gehört gerade noch zu Velbert . Geradeaus ist es nicht mehr weit in ein dichtes Waldgebiet mit viel Altbergbau in Essen-Heidhausen. Und dort warnen zahlreiche Straßenschilder vor Bergschäden und ermahnen die Leute, Wege nicht zu verlassen. Aber bei dem unsicheren Wetter gehen wir stattdessen in die Eintrachtstrasse rechts hinein. Denn von der Straße habe ich gelesen, dass die Fortsetzung davon die Bleibergstraße ist.

Und was wir vorhin bergab ins Hespertal gegangen sind, gehen wir nun bergauf. Zuerst kommen wir da an einer bewaldeten Abraumhalde vorbei. Und dann geht es durch ein reges Gewerbegebiet auf den Bleiberg. Immerhin ist das Wetter jetzt besser geworden und so gehen wir noch in die Bleibergstraße. Und auch hier ist wieder eine beschauliche Landschaft mit Bauernhöfen und Wald, wo man sich nicht wie in der Fastgroßstadt Velbert vorkommt.

Dann ist links in einem Waldgebiet ein umzäuntes verwildertes Gelände, wo ich sofort an Zeche denke. Gerade bei einer Bleizeche, wo Umweltgifte wie Blei und Zink gefördert wurden, sind ehemalige Schachtanlagen oft so verwilderte Gelände. Und niemand wagt es, hier auf dem Grundstück z.B. ein Haus zu bauen oder einen Garten anzulegen.

Eine Ruine auf dem Bleiberg – ein Zechenrelikt?

Ein Erdloch nahe der Ruine
Ein Erdloch nahe der Ruine

Und dann ist noch ein Stück weiter gegenüber von dieser offenbar diakonischen Einrichtung „Bleibergquelle“ im Wald eine alte Ruine. Schon gehen wir da natürlich näher ran. Also das ist ein ganz altes Haus aus roten Backsteinen. Und deutlich erkennbar wurde es aber auch später und vermutlich ja im Krieg als Bunker oder so etwas genutzt. Denn da wurde viel Beton verarbeitet auch für Fundamente um die Hausruine herum. An einer Stelle sind Löcher in dem Boden, wo ich natürlich sofort an den Schacht einer Zeche denke und mich nur vorsichtig nähere. Aber da in Ratingen-Hösel hatte ich mich ja gründlich getäuscht. Denn diese Ruinen im Angertal bei Haus Anger sind Relikte eines Kalkwerks.

Schon ist es hier aber sehr wahrscheinlich, dass diese Ruine ein Zechenrelikt ist. Denn nachwievor befinden wir uns auf dem Bleiberg auf der Bleibergstraße. Weiter ist schräg gegenüber die „Bleibergquelle“. Und geradeaus führt die Straße nach Velbert-Neviges, wo die Alaunzeche AURORA war. Und in Neviges war auch der zur Zeche VEREINIGTE GLÜCKAUF gehörende Clemensstollen samt eines Schachtes tätig.

Tatsächlich finde ich dann zuhause im Internet einen Bericht zu einer Wanderung. Dort steht geschrieben, dass da, wo die Bleibergquelle ist, früher das geförderte Bleierz der Grube PRINZ WILHELM gewaschen wurde. Und das Bergwerk wäre oberhalb davon gewesen. Also das ist ja genau da, wo die Ruine steht.

Text / Fotos : Ernst Käbisch

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