Eine Ruine mitten im Wald

Diese Schraube ist weit über 100 Jahre alt.

Was diese geheimnisvolle alte Ruine mitten im Wald in Duisburg bzw. vermutlich eher in Mülheim an der Ruhr genau ist oder war, weiss ich nicht einmal. Es gibt wenig bis gar keine Informationen dazu.

Auf Nachfragen beim Heimatverein habe ich bisher noch keine Antwort bekommen und im Internet kursieren die unterschiedlichsten Gerüchte zu der Ruine. Es scheint nur festzustehen, dass das Gebäude einmal industriell genutzt wurde und zwar von einer Bleierzzeche. Nachdem ich in Internetforen darüber gelesen hatte, war es gar nicht so schwer, diese Ruine zu finden. Eigentlich ist sie auch nicht einmal besonders versteckt, sondern im Prinzip liegt sie direkt an einem Waldweg, der nach den ausgetretenen Spuren zu schliessen, relativ oft benutzt wird sogar von Autos, Fußgängern und vor allem von Reitern auf ihren Pferden.

Die Ruine ist kaum als Ruine zu erkennen.

Vom Waldweg aus fällt auf den ersten Blick nur eine kleine Erhebung auf und nur wenn man direkt davor steht, ist da etwas höher als in Augenhöhe ein gemauerter Gewölbebogen in dem mit Bäumen, Sträuchern und Pflanzen bewachsenen Erdhügel zu erkennen.

Und man muss schon um den Erdhügel herumgehen, um zu erfassen, dass das hier einmal ein industriell genutztes Gebäude war. Zwar wachsen inzwischen hohe Birken und Sträucher auf der Ruine, aber an der ganzen wegabgewandten Seite ist deutlich erkennbar, dass hier einmal etwas aus roten Backsteinen gemauert wurde. Der Boden ist voller vermooster Backsteine und Backsteinreste, über die Farne, Brombeeren, Brennnesseln und andere Pflanzen wachsen. An manchen Stellen ist die Vegetation aber leicht eingedrückt. Es sind ab und zu auch mal Tiere des Waldes und vielleicht auch Menschen hier.

Die Ruine wirkt geheimnisvoll und ist bereits zum großen Teil von der Natur zurückerobert worden.

Trotzdem wirkt dieser Ort mystisch und geheimnisvoll. Es sind Löcher in dem Mauerwerk und das größte dieser Löcher ist von dicken Metallstangen vergittert. Ich sehe aber nicht, was da drin ist. Aber es ist immerhin zu erkennen, dass das hier wohl ein Haus war und vermutlich ist ein oberer Gebäudeteil vollkommen abgetragen; deswegen liegen die unzähligen vollständig von Moos bewachsenen Backsteine auf dem Waldboden herum. Auf das Dach bzw. ja vermutlich die Decke des „Erdgeschosses“ kann man zwar gehen, aber deutlich sichtbar sind auch da Löcher. Ich bleibe mal lieber vorsichtig am Rand, denn da dürfte akute Einsturzgefahr bestehen. Das ist mir zu gefährlich, das hier weiter zu erkunden.

Vermutlich ist die Ruine das Maschinenhaus einer 1907 geschlossenen Blei- und Zinkerzzeche.

Faszinierend sind neben den Mauerresten die Reste von metallenen Konstruktionen und dicke Schrauben, die wie Pilze aus dem Waldboden „wachsen“. Diese Metallteile sind natürlich stark verwittert und verrostet. Aber wenn man bedenkt, dass die auf jeden Fall weit über 100 Jahre alt sein müssen, sind sie ja doch erstaunlich gut erhalten. Wenn ich also davon ausgehe, dass das hier ein ehemaliges Zechengebäude der Lintorf/Selbecker Blei- und Zinkerzzeche war, die 1907 ihren Betrieb einstellte, ist diese Ruine also sicher mindestens 120 Jahre alt. Vermutlich ist sie noch weitaus älter.

Wenn man dann noch bedenkt, dass in Duisburg und mehr noch in Mülheim fast sämtliche Relikte der einst so zahlreichen Steinkohlezechen verschwunden sind, ist dieses Relikt einer uralten Bleierzzeche noch viel erstaunlicher.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke (manchmal muss man ein paarmal klicken):

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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