Eisensteinzeche Klosterbusch in Essen-Werden

Collage von Fotos z.B. der Zeche Klosterbusch
Collage von Fotos z.B. der Zeche Klosterbusch

von Ernst Käbisch

So wie einige andere Kleinzechen und darunter die später bedeutende Zeche Langenbrahm musste offenbar auch die Eisensteinzeche Klosterbusch von ihrem ursprünglichen Standort unterhalb des Parks der Villa Hügel weichen. Denn die mächtige Krupp-Dynastie duldete nicht, dass man unter dem weitläufigen Hügelpark Schätze der Erde förderte.

rötliches (eisenhaltiges) Wasser von der eh. Eisensteinzeche Klosterbusch
rötliches (eisenhaltiges) Wasser von der eh. Eisensteinzeche Klosterbusch

Also habe ich ja doch alles gefunden, so wie mir das Grubenanton auf der Rückseite der mir zugeschickten Fotos beschrieben hatte. Denn diese Stelle mit dem Erdloch, wo rötliches Wasser herausfließt, fotografierte ich ja auch. Aber ich habe das eigentlich nur gemacht, weil es so interessant aussieht. Und schon auf dem Rückweg fiel mir aber ein, dass rötliches Wasser ja bedeutet, dass da Eisen enthalten ist. So passt das ja schließlich zu einer Zeche, die außer Kohle hauptsächlich Eisenstein förderte.

Dann gucke ich mir erst zu Hause die Fotos genau an. Denn ich hatte vergessen, die auf meinen Ausflug mitzunehmen. Und tatsächlich steht auf der Rückseite der Fotos mit dem rötlichen Wasser, dass hier der Schacht der Zeche Klosterbusch war. Dann ist diese Stelle links daneben mit der Mauer also von dem Stollen der Zeche Klosterbusch. Und hier war also nicht der Böllings Erbstollen, der die Kleinzechen in der Region entwässerte.

Ursprünge der Zeche Klosterbusch in Essen-Werden

Hier war der Schacht der Zeche Klosterbusch.
Hier war der Schacht der Zeche Klosterbusch.

Wo ich bei Wikipedia über die Zeche Klosterbusch lese, erfahre ich, dass diese Zeche hauptsächlich in Bochum tätig war. Also das ist ja weit weg von Essen-Werden. Aber die Anfänge dieser Bochumer Steinkohlezeche war tatsächlich die Eisenstein- und später auch Steinkohlezeche Klosterbusch. Und das ist genau hier unterhalb des riesigen Parks der Villa Hügel.

Warum diese Zeche hier keinen Erfolg hatte, liegt sicher nicht daran, dass hier zu wenig Schätze der Erde zu finden waren. Denn es ist bekannt, dass unter dem Park der Villa Hügel auch beste Anthrazitkohle gelagert ist. Aber es verhält sich mit der Zeche Klosterbusch wohl so wie auch mit der später größten und bedeutendsten Zeche im Essener Süden, nämlich der Zeche Langenbrahm. Denn diese Zeche durfte genau hier unter dem Besitz der Familie Krupp eben nicht fördern und musste sich andere Grubenfelder suchen. Von Konflikten der Zeche Langenbrahm mit der Krupp-Dynastie deswegen habe ich gelesen. Genau aus dem gleichen Grund wird wohl auch die Zeche Klosterbusch hier verschwunden sein.

Spuren der alten Kleinzechen wie Klosterbusch

Stollen der Zeche Klosterbusch
Stollen der Zeche Klosterbusch

Aber es gibt von dieser Zeche immerhin noch diese doch recht deutlichen Spuren wie diese Mauer und das Erdloch mit dem roten Wasser. Und ich gucke noch an dem Parkplatz am Baldeneysee ein Stück weiter nördlich im Gebüsch, ob ich vielleicht noch Reste von anderen Zechen und auch vom Böllings Erbstollen finde. Aber es ist nichts mehr zu finden. Und inzwischen ist auch jetzt im Mai der Felsen bereits hoffnungslos zugewachsen.

Dann gehe ich im Anschluß noch den Weg am Stauwerk Baldeney und an der Ruhr entlang bis nach Essen-Werden zum S-Bahnhof. Und im Löwental gucke ich nach dem Flöz Schieferbank. Denn nach der genauen Ansicht von dem Foto auf der Infotafel des Geoparks Ruhr kann ich es gut da oben in dem Felsen erkennen. Aber den Versuch, da hochzuklettern, gebe ich schon nach wenigen Metern auf. Das scheint nicht ungefährlich zu sein. Und die schon dichtgewachsene Vegetation ist viel zu nervend. Außerdem ist so ein freiliegendes Flöz ja ein schützenswertes Naturdenkmal.

Fotos von der Collage: Hans Peter v.d. Heiden
Text / Fotos: Ernst Käbisch

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