Enten auf dem Entenfang und der Schacht Heinrich

Enten auf dem Waldsee Entenfang in Mülheim
Enten auf dem Waldsee Entenfang in Mülheim

Nördlich von Ratingen-Lintorf fängt direkt das Ruhrgebiet an, ganz typisch mit typisch krassen Kontrasten.

Am Waldsee Entenfang in Mülheim an der Ruhr fühlt man sich entrückt wie in kanadischer Einsamkeit; direkt nebenan donnern Züge auf der starkbefahrenen Güterzugstrecke Düsseldorf-Duisburg entlang und da arbeitet eine Kranfirma an den Gleisen und dann sind da noch Relikte eines alten Kalkbruchs und der Lintorfer Bleierzzechen im Wald um das Duisburger Rehazentrum „Maria in der Drucht“.

Links der Gleise im Duisburger Stadtwald wurde auch gebuddelt, um Erz zu finden. Aber ich habe keine Informationen gelesen, dass hier auch Schächte erschlossen wurden wie rechts der Gleise, wo ja einige Schächte und Schachtanlagen über einige Jahrhunderte mehr oder weniger erfolgreich nach Bleierz, Kupfererz, Zinkerz und Alaun suchten und diese Bodenschätze auch eine Zeitlang professionell förderten. Erst recht nicht finde ich irgendwelche Spuren wie vielleicht eine Halde, die darauf hindeuten, weder heute noch die letzten Male, wo ich hier im Gebiet um den Lintorfer Waldweg war.

Der weitere Weg zur nahen Sechs-Seen-Platte durch den Wald ist gesperrt. Das ist immer noch infolge der Sturmschäden des verheerenden Pfingststurms „Ela“. Ein Teil des Waldes z.B. um den Haubachsee hier wurde ja zum sich selbst überlassenen Urwald deklariert. Sicher wird man da jetzt Abstriche machen müssen und für die Menschen lebensbedrohende Schäden beseitigen müssen.

S-Bahnhof Duisburg-Entenfang, der Entenfang in Mülheim

Über die Eisenbahnbrücke am S-Bahnhof Duisburg-Entenfang fahre ich nun hinüber nach Mülheim. Der Entenfang gehört ja schon zum Stadtgebiet von Mülheim an der Ruhr. Auch hier sind Wege im Wald gesperrt und auch hier gab es starke Sturmschäden, die auch längst noch nicht alle beseitigt sind.

Immerhin kann ich überhaupt wieder mit dem Rad entlang fahren an dem idyllisch gelegenen und von Wald umstandenen See, der so gar nicht an das Ruhrgebiet denken lässt. Aber gerade das ist ja hier das typisch ruhrgebietsmässige. Hier ist Idylle und ein Stück weiter ist ein krasser Kontrast dazu; da ist z.B. die Kranfirma, die an der Güterzugstrecke in Duisburg arbeitet und da sind die Güterzüge, die hier ständig vorbeidonnern.

Das geplante Lager Lintorf 2, Schacht Heinrich der Lintorfer Erzzechen

Oder da ist/war auch das Lager Lintorf 2, ein geplantes aber zum Glück nie fertiggeführtes Arbeitslager, wo im 2. Weltkrieg Zwangsarbeiter der Firma Krupp wohnen sollten. Von der Bissingheimer Straße aus sieht man noch Reste der Grenzpfähle des Lagers am Waldrand. Längst ist auf dem Gelände jetzt die Rehaeinrichtung „Maria in der Drucht“ eines kirchlichen Trägers. Dann gibt es noch den alten Kalkofen mit dem entengrützebedeckten Kalksee mitten im Wald und ein Stück weiter in dichten Wald hinein die Schachtanlage Heinrich der alten Lintorfer Bleierzzechen. Zum werweisswievielten Male jetzt gucke ich mich da in jetzt im Sommer kaum noch zugänglichem Wald um und suche wieder vergeblich nach vielleicht Mauerresten, vielleicht sogar metallenen Resten eines hier ja wie bei der Schachtanlage Loman jahrzehntelang fördernden Zechenschachtes.

Warum eigentlich werden in Zeiten wirtschaftlicher Nöte nicht mal wieder Versuche unternommen, die Reichtümer des Bodens zu nutzen?

Dort ein Stück weiter wieder in Mülheim am Lomanschacht nämlich sind noch viele Reste einer Schachtanlage zu entdecken; Gebäudereste, abgesackte Pingen, Halden, sogar metallene Konstruktionen, dicke Schrauben, die scheinbar aus dem Boden wachsen… Eine Halde gibt es hier bei Schacht Heinrich in Duisburg-Rahm auch, eigentlich ist die Halde so hoch gar nicht; vielleicht gerade mal 3-4 Meter, aber dass es eine Halde ist, dürfte klar sein. Dazu sind ja diese eindeutig abgesackten Stellen im Waldboden, die zum Teil auch mehrere Meter tief sind. Das sind die Pingen; es gibt hier mehrere davon. Und die Gesteinsreste, die hier zu finden sind, sind zum Teil aus Schiefer und zum Teil bleihaltig.

Das merkt man, wenn man mit so einem Stein über Papier reibt und ein grauer Strich entsteht. Eigentlich erstaunlich, dass in Zeiten wirtschaftlicher Nöte nicht mal wieder Menschen begonnen haben, hier die nachwievor reichlich vorhandenen, ja sogar zum Greifen nahen Bodenschätze zu bergen und damit etwas Geld zu verdienen. Die Preise für Metalle wie Blei, Zink, Kupfer… sind derzeit doch ziemlich hoch.? Jetzt halten mich eigentlich nur die zahlreichen stechbereiten Mücken hier in dichtem Wald davon ab, solche Gedanken weiterzuspinnen.

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Text/Fotos: Ernst Käbisch

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