Essen, Baldeneysee

Der Baldeneysee ist ein in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts entstandener Ruhrstausee. Genau hier war auch ein Bergbaugebiet mit vielen Zechen z.B. der Zeche „Pörtingsiepen“. Auf einen der bewaldeten Hügel über der Ruhr baute Alfred Krupp einst die klassizistische  „Villa Hügel“.

Beginn des Ausflugs zum Baldeneysee am S-Bahnhof Essen-Kupferdreh

Eigentlich ist heute überhaupt kein Ausflugswetter. Und ich grummel so vor mich, daß wohl niemand so verrückt ist wie ich, jwd bei Nieselregen herumzulaufen. Aber dann merke ich doch, daß ich garnicht alleine hier bin. Immer wieder kommen mir Jogger oder Radfahrer entgegen oder überholen mich. Manche grüßen sogar. Und auch rechts von mir auf dem Wasser ist reger Betrieb von der Regattabahn. Kanus und Ruderboote mit Begleitmotorbooten bevölkern den See hier bei Essen-Kupferdreh trotz des heute so mäßigen Wetters.

Nebelschwaden hängen über den bewaldeten Hügeln

Inzwischen hört es auch auf zu nieseln und meine Stimmung steigt. Eigentlich sieht das geheimnisvoll aus mit den Nebelschwaden über den bewaldeten Hügeln am See. Mir geht diese Songzeile „Und dann ging ich mit ihr erst einmal um die Krumme Lanke herum“ nicht aus dem Kopf. War das nicht von Insterburg & Co.? Aber so recht vergleichen kann man diesen Berliner Waldsee mit dem ja viel größeren Baldeneysee wohl nicht. Immerhin habe ich diesen See aber in mehreren Etappen jetzt auch umrundet bzw. bin gerade im Begriff, das zu tun.

Die ehemalige Zeche Pörtingsiepen

Inzwischen bin ich nämlich bis „Haus Scheppen“ an der Straße „Pörtingsiepen“ im Bezirk Fischlaken gelangt. Das ging ja schneller als ich dachte. Etwa 100 Meter in die Straße Pörtingsiepen hinein finde ich die Reste der ehemaligen Zeche gleichen Namens. Eigentlich aber ist das ja nur eine rote Seilscheibe und eine Infotafel. Der Rest dieser 1973 stillgelegten Zeche ist leider nicht mehr vorhanden.

Blick auf den Förderturm der Zeche Carl Funke

Nach Essen-Werden sind es jetzt nur noch 4,5 Kilometer zu gehen und zurück bis Essen-Kupferdreh, wo ich herkam, sind es 3,5 Kilometer. Da entscheide ich mich, weiter bis Essen-Werden zu gehen  und nun auch den Teil vom Baldeneysee, den ich noch nicht kenne, kennenzulernen.  Ein Stück weiter taucht plötzlich auf der anderen Seite verschwommen der grüne Förderturm der ehemaligen Zeche Carl Funke auf. Hierhin war ich vom S-Bahnhof Essen-Hügel an einem sonnigen Herbsttag mal hingegangen. Der Himmel war blau und die Blätter der Bäume im Wald bunt. Seitdem gefällt mir dieser See.

Aber auch bei diesem Nebelwetter heute ist es sehr anregend, hier spazieren zu gehen. Inzwischen bin ich an Schloss Baldeney und der allerdings von hier aus nicht sichtbaren Villa Hügel auf der anderen Seeseite vorbei und nähere mich dem Kraftwerk des Stausees. Der Baldeneysee ist ja ein künstlicher See, der erst in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts entstanden ist.

Das Kraftwerk des Ruhrstausees, in Essen-Werden

Hinter dem Kraftwerk habe ich dann bereits den Essener Ortsteil Werden erreicht. Hier ist eine gut erhaltene mittelalterliche Altstadt wie in einem beschaulichen Ausflugsort, aber das Leben pulsiert so wie es zur Grossstadt Essen gehört. In Werden gibt es auch die bekannte Folkwangkunsthochschule und es ist so auch deutlich die Atmosphäre einer Unistadt zu spüren.

S-Bahnhof Hügel an der Villa Hügel

Am S-Bahnhof Werden ist immer noch eine Baustelle und um zur Bahn in Richtung Köln bzw Ratingen zu kommen, müsste ich über eine Brücke gehen. Zu spät, gerade fährt die Bahn ein – die nächste kommt in einer halben Stunde.  Und da auch die Bahn Richtung Essen HBF gerade einfährt, fahre ich eben mit der bis Villa Hügel eine Station mit. Unterhalb des großzügigen Parks der ehemaligen Krupp-Villa mit Blick auf den Baldeneysee ist der Bahnhof, der selber auch denkmalgeschützt ist.

1zaun
Sieht erstmal eher abschreckend aus Foto anklicken
2see
Schon interessanter Foto anklicken
3ruderer
Achter mit Steuermann Foto anklicken
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Seilscheibe der ehemaligen Zeche Pörtingsiepen Foto anklicken
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Infotafel zur Zeche Foto anklicken
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Anlegestelle der weisse Flotte Baldeneysee Foto anklicken
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rechts oben ist der Förderturm der Zeche Carl Funke in Essen-Heisingen zu sehen Foto anklicken
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Das Kraftwerk des Ruhrstausees in Essen-Werden Foto anklicken
8schleuse
Die Schleuse ist offenbar schon recht alt Foto anklicken
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In Essen-Werden Foto anklicken
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Pförtnerhaus der Villa Hügel Foto anklicken
11krupp
Stählerne Infotafel vor der Villa Hügel Foto anklicken

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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