Flöz Schieferbank 1 im Löwental in Essen-Werden

Flöz Schieferbank 1 - Detail einer Infotafel von Geopark Ruhr
Flöz Schieferbank 1 - Detail einer Infotafel von Geopark Ruhr

von Ernst Käbisch

Dann ist das da am Steinbruch Mitzwinkel vielleicht doch kein Flöz. Denn es sähe so flözuntypisch aus, sagt Grubenanton. Also ich weiß das nicht. So viele Flöze kenne ich ja gar nicht. Und so gucke ich mich ganz in der Nähe vom Steinbruch Mitzwinkel im Löwental in Essen-Werden um. Denn da ist eine Stelle, wo laut einer Infotafel vom Geopark Ruhr das Flöz Schieferbank 1 ist. Und ich meine zu wissen, wo genau das auf diesem interessanten Weg ist.

Hier rechts am Felsen müßte Flöz Schieferbank 1 sein.
Hier rechts am Felsen müßte Flöz Schieferbank 1 sein.

Also hoch sieht der Berg hier eigentlich gar nicht aus. Und das Flöz ist doch fast zum Greifen nah. Denn hier ist doch genau die Stelle, wo das Flöz Schieferbank 1 ist? Aber nach ein paar Metern Kletterei bin ich mir da gar nicht mehr so sicher. Immerhin sieht das hier oben auch schon ganz anders aus als auf dem Foto von der Infotafel. Dann ist da auf dem Foto ja auch kaum Vegetation vor dem relativ nackten Felsen mit der schwarzen Stelle rechts, was das Flöz sein soll. Aber hier und jetzt ist alles zugewachsen.

Dann lasse ich das eben mit der Kletterei. Denn das Gestrüpp aus Brennesseln und Brombeersträuchern ist jetzt Mitte Mai schon fast undurchdringlich. Außerdem sehe ich, je höher ich klettere, immer weniger von dem Flöz und dann gar nichts mehr davon. Und inzwischen bin ich gar nicht mehr sicher, dass das überhaupt die richtige Stelle ist. So für die Natur hier ist es eh besser, wenn nicht jeder Neugierige da einfach herumklettert.

Laut Infotafel ist hier das Flöz Schieferbank 1

Dafür habe ich ja letztens dieses mächtige Flöz im Steinbruch Mitzwinkel entdeckt. Und das ist praktisch an einer Wegbiegung auf gleicher Höhe. Die Arbeiter der Stadt Essen haben da den Felsen freigelegt. Und man kann da die Kohle sehen und auch fühlen. Immerhin ist das schon ein Erlebnis, was man ja nicht so oft hat. Aber Grubenanton sagt mir am Telefon, vielleicht ist das hier auch nur eine Kohlenlagerstätte.? Also ich weiß das nicht.

Hier oben sehe ich kein Flöz mehr.
Hier oben sehe ich kein Flöz mehr.

Schon ist es immer das Problem mit solchen interessanten Orten, wie erkläre und zeige ich das den Leuten. Wenn man es zu genau beschreibt, was das ist und wo solche Orte sind, dann kommen eben auch Viele und gucken. Und da nicht alle nur gucken, sondern manche sich ein Souvenir mitnehmen müssen (oder ein Stück Kohle für den Grill im Garten) oder sonstwie unachtsam mit der Natur umgehen, werden solche schützenswerte Orte oft im Lauf der Zeit abgenützt wenn nicht zerstört.

Jetzt bin ich mir nicht einmal bei Flöz Schieferbank 1 sicher

Und sichtbare Zeichen dafür, dass so etwas z.B. auch hier im Löwental geschehen könnte, sind schon etwa der deutlich sichtbar ausgetretene Trampelpfad auf der Vegetation zum Felsen hoch. Aber ich gebe da jetzt nichts mehr drauf und drehe jetzt um. Schließlich bin ich doch kein Bergsteiger. Außerdem muss man nicht immer alles gesehen haben.

Cellist beim ehemaligen Bergamt Essen-Werden
Cellist beim ehemaligen Bergamt Essen-Werden

Das ehemalige Bergamt Werden am S-Bahnhof ist jetzt wieder fertig restauriert. Und die Gerüste um den stilvollen Bau sind abgebaut. Das interessante Haus scheint bewohnt zu sein. Aber da ein Tor zum weitläufigen Garten offen ist und früh am Sonntagmorgen niemand hier ist, gehe ich da mal durch und die Steintreppe hinunter. Und neben Sträuchern von blühendem Rhododendron oder blühender Bougainvillea steht am Eingangsbereich eine prächtige Skulptur aus rotrostendem Eisen. Das ist eine Hommage an die Musikstudenten der in Werden ansäßigen Folkwangkunsthochschule nämlich eine Skulptur eines Cellisten mit seinem Instrument.

Text / Fotos : Ernst Käbisch

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