Geologische Wand Kampmannbrücke in Essen

Stollenmundloch in der geologischen Wand Kampmannbrücke
Stollenmundloch in der geologischen Wand Kampmannbrücke

von Ernst Käbisch

Bei der geologischen Wand an der Essen-Heisinger Kampmannbrücke ist die Kohle zum Greifen nah. Es gibt hier 2 Flözaufschlüsse, wo man ein Kohleflöz sogar sieht. Und es sind in der Wand 2 Stollenmundlöcher der Zechen Wasserschneppe und Voßhegge gut restauriert und erkennbar. Natürlich ist aber auch alles zugemauert und vergittert.

Im Anschluss an meinen Besuch der Zeche Prinz Wilhelm in Essen-Kupferdreh, wo das erhalten gebliebene originale Stollenmundloch der Zeche ja für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, gehe ich zu Fuß über die Kampmannbrücke nach Essen-Heisingen.

Die Kampmannbrücke in Essen-Heisingen

Das ist ja eindrucksvoll gestaltet, wie die lebensgroße Bergmannsfigur die Lore aus dem nachgebildeten Stollenmundloch der Zeche Prinz Wilhelm an den Strassenrand der Langenberger Strasse schiebt. Nur das originale Stollenmundloch in der Betriebshalle der Dachdeckerei im ehemaligen Zechengebäude bekomme ich dort nicht zu sehen.

Aber das macht eigentlich auch nichts. Unweit der Zeche Prinz Wilhelm auf der anderen Ruhrseite im Essener Bezirk Heisingen ist ja am Stauseebogen die geologische Wand Kampmannbrücke. Dort ist an mehreren Flözausstrichen die Kohle sogar sichtbar und greifbar. Außerdem befinden sich da auch zwei Stollenmundlöcher im Originalzustand.

2 Stollenmundlöcher an der Kampmannbrücke

Der erste Stolleneingang hier an der Straße Stauseebogen (der Stausee ist der Baldeneysee) ist der der ehemaligen Kleinzeche Wasserschneppe. Eine Lore steht vor dem mit einem stilvollen schmiedeeisernen Gitter verschlossenen Stollenmundloch auf einem Rest Schiene. Das Stollenmundloch ist natürlich zum Schutz der Öffentlichkeit zusätzlich zum mit dem Bergbausymbol Schlägel und Eisen verzierten Gitter auch zugemauert. Und man kann ein kurzes Stück in den Stollen hineingucken.

Ebenso ist das bei dem nur unweit davon entfernten Stollenmundloch der einstigen Zeche Voßhegge. Auch hier steht eine Lore bzw. eigentlich nur das Gerippe einer Lore vor dem Eingang zu dem Stollen, in dem die Kohle gefördert wurde. Außerdem floss hier das Abwasser ab und frische Luft (Wetter) konnte zu den Bergleuten bei den Abbaustätten der Kohle gelangen.

Man sieht die Kohle an der Kampmannbrücke

Aber trotz dieser im Vergleich zur Zeche Prinz Wilhelm sparsamen Gestaltung dieses Bergbaudenkmals bekommt man fast authentisch einen Eindruck, wie hier früher mal die Kohle gefördert wurde. Und was die Faszination am Bergbau ausmacht und dass der Name Bergbau vermutlich ja daher kommt, dass im frühen Bergbau die Kohle in Stollen gefördert wurde. Ebenerdig hatten die Menschen die Stollen in Berge hinein gebaut. Das war natürlich nur möglich an so Stellen wie hier an der Ruhr. Hier liegt die Karbonschicht direkt an der Erdoberfläche. Und die Flöze sind leicht zu erreichen.

Bekanntlich erfuhr der Bergbau im Ruhrgebiet ja dann eine Nordwanderung erst zur Emscher. Und dann zur Lippe, wo Tiefbauschächte immer tiefer bis zuletzt etwa 1,4 Kilometer tief gegraben werden mussten, dass man zu den dort viel tiefer liegenden Flözen gelangen konnte.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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