Kluterthöhle in Ennepetal – Gesundheit aus dem Schoß der Erde

Eingang zur Kluterthöhle
Der Eingang zur Kluterthöhle Foto anklicken
von Ernst Käbisch

Der Ennepe-Ruhr-Kreis ist die Verbindung von bergischem Land und Sauerland am südöstlichen Rand des Ruhrgebiets. Im Hauptort Ennepetal befindet sich in einem der bis zu 400 Meter hohen Berge die Kluterthöhle. Und die ist staatlich anerkanntes Heilmittel gegen Atemwegserkrankungen.

Bei  heute wieder grauem Januarwetter mit viel Nebel und Nieselregen habe ich das Bedürfnis auf etwas Gesundes. Also fällt mir ein, die Kluterthöhle in Ennepetal mal wieder zu besuchen. Schon ist es auch für mich gewöhnungsbedürftig, dafür ausgerechnet ins Ruhrgebiet zu fahren. Denn Ratingen grenzt ja an den südlichen Rand des Ruhrgebiets. Noch heute guckt man besorgt in Richtung Norden, wenn das Kind mal hustet. „Jaja, das Ruhrgebiet“. Und man spricht von Pseudokrupp bei hartnäckigem Keuchhusten. Das Reizklima in der Kluterthöhle hat aber so eine heilende Wirkung. Und die Höhle ist dadurch anerkanntes Heilmittel gegen Atemwegserkrankungen.

Aber das gehört ja alles der Vergangenheit an. Es gibt heute im Ruhrgebiet nur noch wenige stark industrialisierte Orte wie Duisburg oder Bottrop. Nur hier sind wie einst Zechen, die Kohle fördern. Und nur hier wird die Kohle noch direkt in Kokereien zu Koks veredelt.  Nur noch in Duisburg wird der Koks umgehend in Hütten und Kraftwerken verheizt. Nur noch in Ausnahmen brummt die Montanindustrie. Die Zeit, wo etwa die Stadt Gelsenkirchen „Stadt der 1000 Feuer“  hiess, ist vorbei. Denn nun sind da begrünte Kohlehalden und gesellige Freizeitparks an der Emscher. Das ist nicht mehr der verdreckteste Fluss Europa. Und die ehemaligen Kohlezechen und Hütten sind zu. So ist das Bild des Ruhrgebiets ein völlig anderes geworden.

    1. Stalagmiten und Stalaktiten aus der Kluterthöhle entwendet

Schon gibt es interessantere Höhlen als die Kluterthöhle. Denn Stalagmiten und Stalaktiten gibt es nicht in der Kluterthöhle. Was so eindrucksvoll ist in berühmten Höhlen in der Eifel und in den Ardennen, fehlt hier. Und erst vor wenigen Jahren wurde diese Höhle geschlossen und kultiviert. So kann sie inzwischen gegen ein kleines Eintrittsgeld besichtigt werden. Weil sie früher von jedem jederzeit besucht werden konnte, fehlen die typischen Höhlenattribute. Die Stalagmiten/Stalaktiten wachsen ja in Millionen von Jahren von Höhlendecken und vom Boden. Aber nur noch ein Bruchteil davon ist noch da. Alles andere wurde als Souvenir einfach mitgenommen.

    1. Klares Wasser und besondere Lebewesen in der Kluterthöhle

Aber wie in den Grotten von Han sur Lesse in Belgien etwa gibt es auch in der Kluterthöhle einen Höhlensee mit kristallklarem Wasser. Und man erkennt zuerst nicht, dass das Wasser ist. Nur wenn man die Wasseroberfläche bewegt, sieht man das. Hier im See lebt das einzige Höhlenlebewesen. Und das ist eine pigmentlose Krebsart. So ist sie nicht sichtbar.

Es gibt Räume in der Höhle, die früher von Gläubigen genutzt wurden. So wurden da Messen gefeiert. Und die ganze Höhle ist eng. Es gibt aber 360 Gänge, die miteinander verbunden sind. Denn die ganze Höhle erstreckt sich nur auf einer Fläche von 2 Fussballfeldern unter dem Klutertberg. Der ist etwa  400 Meter hoch. Und oben über der Höhle wohnen Menschen.

      1. Die Kluterthöhle hilft bei Asthma und anderen Atemwegserkrankungen

„Schluss mit dem Rauchen“.  So heißt ein Flyer mit dem Logo der Kluterthöhle. Und der wird an der Kasse am Eingang der Höhle verteilt. „Schon nach einigen Stunden Aufenthalt in der Höhle können Raucherinnen und Raucher durch Abhusten eine Entschlackung erreichen. Und damit erfahren sie eine unmittelbare Erleichterung. Auch das Atmen fällt erheblich leichter. Das motiviert weiterzumachen.“  – Zitat aus dem Flyer.

Ausserdem werden in der Kluterthöhle „Asthma bronchiale mit Überempfindlichkeiten gegen Staub, Haare, Federn etc.“; „Asthma bronchiale der katarrhalischen Art“; „chronische Bronchitis“, „allergische Erkrankungen der Haut“; „Heuschnupfen“; „Keuchhusten“, „Keuchhustenrekonvaleszenz“ kurbehandelt.

Es gibt die Kurverwaltung Kluterthöhle in der Gasstraße 10 in 58256 Ennepetal. Im Internet kann die Seite: www.kluterthoehle.de besucht werden.

Die Kluterthöhle ist anerkanntes Kurmittel und Mitglied im Deutschen Heilbäderverband; im Nordrhein-Westfälischen Heilbäderverband und im Deutschen Heilstollenverband.

Anfahrt zur Kluterthöhle mit ÖPNV: ab Düsseldorf HBF oder Dortmund HBF mit dem Regionalzug bis Schwelm. Und dort am Bahnhofsplatz in den SB 37 bis Ennepetal Busbahnhof umsteigen. Dann sind es ca. 5 Minuten Fussweg bis zur Kluterthöhle.

Text und Fotos: Ernst Käbisch

          1. Weitere Informationen zur Kluterthöhle:

Öffnungszeiten Information Kluterthöhle:

  • montags – sonntags        9.45 – 17.00 Uhr

Ohne das ausgebildete Personal der Kluterthöhle darf man diese nicht betreten. Deshalb gibt es hierzu auch spezielle Führungszeiten.

2 KOMMENTARE

  1. Hallo Ernst,

    dass es im Pott einen Ort zur Behandlung von Atemwegserkrankungen gibt, ist ja fast nicht zu glauben 🙂 .
    Interessanter Artikel ! Grüße aus dem Ländle 🙂
    Stefanie

  2. Hallo Stefanie,

    schönen Dank für den netten Kommentar.
    Auch wenn ich so nahe dran wohne, werde auch ich immer wieder aufs Neue von der Metropole RUHR überrascht.
    Eine Metropole hat ja viele Gesichter.

    Grüße aus Ratingen
    Ernst

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