Grube Anna in Alsdorf bei Aachen

Grube Anna in Alsdorf bei Aachen
Grube Anna in Alsdorf bei Aachen

von Ernst Käbisch

Aufs Neue fahre ich heute ins Aachener Revier. Zuerst hatte ich es ja ganz anders geplant und wollte ins Sauerland zum Erzbergwerk Ramsbeck. Denn das ist ein Besucherbergwerk. Aber nachdem ich nun schon die Zeche Sophia Jacoba in Hückelhoven im Norden vom Aachener Revier gesehen habe, will ich mir auch die Relikte der Grube Anna in Alsdorf ansehen. Denn auch in den beiden anderen Ländern des Dreiländerecks hier in der sogenannten Euregio Rhein / Maas kenne ich inzwischen Bergwerke.

Schon liege ich im Bett, da geht mir durch den Kopf, ob das Besucherbergwerk Ramsbeck im sauerländischen Bestwig überhaupt auf dem Gebiet vom VRS-Verkehrsverbund (Verkehrsverbund Rhein-Sieg) ist. Denn nur für dort und im Aachener Verkehrsverbund AVV gilt das Einfach-Weiter-Ticket zu meiner Monatskarte für 6,40 Euro die Fahrt, was ich gestern für meinen Sonntagsausflug gekauft habe.

Und tatsächlich muss ich nun noch kurzfristig umplanen. Denn Bestwig liegt im Münsterländer Verkehrsverbund. Und die kooperieren noch nicht mit dem VRR, dass man mit so einem günstigen Ticket zur Monatskarte von hier dorthin fahren kann. So käme mich eine Fahrt ins Sauerland also doch viel zu teuer.

Dann fahre ich eben nach Alsdorf zur Grube Anna

Bergmann und Halde
Bergmann und Halde

Aber das macht auch nichts. Denn nach Alsdorf wollte ich auch schon immer mal fahren, wenn ich mal diese Gelegenheit von einem freien Wochenendtag habe. Denn offenbar ist hier im Aachener Revier noch einiges an Bergbaurelikten erhalten geblieben. So ist das ja auch in Hückelhoven bei der Zeche Sophia Jacoba.

Immerhin habe ich die ganze Woche gearbeitet. Und ich bin sogar dafür gelobt worden, dass das mit dem Patiententransport mit mir gut klappt. Dann kann ich diese Arbeit ja vielleicht öfter mal machen. Und dann hätte ich auch mal wieder so wie ganz unverhofft heute am Wochenende arbeitsfrei.

Zuerst habe ich noch etwas Zeit in Herzogenrath unweit der niederländischen Grenze, bis der Zug nach Alsdorf fährt. Und tatsächlich komme ich nahe der Burg Rode auf der Eygelshovener Straße an die Stadt- und Staatsgrenze zu Kerkrade und den Niederlanden. Aber ich passiere die Grenze nicht, sondern gehe wieder zum Bahnhof und setze mich jetzt in den Zug, der über Alsdorf nach Stolberg fährt. Das sind alles ehemalige Bergbaustädte. Wo das jetzt so einfach ist, hierhinzukommen, werde ich wohl öfter mal hierhinfahren.

Belgische Fritten unter dem Förderturm von Grube Anna

Förderturm von Schacht Anna; der Kreis ist anstelle von Schacht Franz
Förderturm von Schacht Anna; der Kreis ist anstelle von Schacht Franz

Denn besonders hier der offenbar nur kleine Ort Alsdorf ist noch stark vom längst beendeten Bergbau geprägt. Denn das Ortszentrum ist praktisch das alte Zechengelände der Grube Anna um den Förderturm und einige alte Maschinenhallen herum. Und der Annapark verbindet das Grubengelände mit den Schächten Anna und Franz hier im Zentrum von Alsdorf mit der Schachtanlage Wilhelm, wo der Zug gerade vorher durchfuhr. Weiter scheint dort auch jede Menge an Zechengebäuden und Werkzeugen, Loren und Grubenzügen erhalten geblieben zu sein. Und mir fällt ein, gelesen zu haben, dass hier auch ein Bergbaumuseum ist.

Im Ortszentrum von Alsdorf ist gerade in einem Parkhaus unweit der ehemaligen Schächte ein offensichtlich sehr belebter Flohmarkt. Denn auch der Imbissstand auf dem weitläufigen und interessanten Platz mit Blick auf den prächtigen Förderturm ist von vielen Menschen umlagert. Und auch ich bestelle hier etwas zu essen, weil es gibt hier Fritten auf belgische Art, die erwartungsgemäß sehr lecker schmecken. Belgien ist ja hier ganz nahe. Und natürlich fällt mir dazu mein Besuch im letzten Jahr bei der Grube Schmalgraf in Kelmis / La Calamine ein.

Die Alsdorfer Halden

Lore zum Gedenken an Grube Anna
Lore zum Gedenken an Grube Anna

Dann ist auch der Annapark sehr geschmackvoll angelegt und überall in Alsdorf finden sich Erinnerungen an den Bergbau z.B. auf Infotafeln und es gibt unzählige Zechenrelikte. Da wo Schacht Franz gewesen sein soll, ist zur Veranschaulichung ein großer Kreis aus Backsteinen auf dem Boden gemauert. Und auf einem Kreisverkehr im winzigen Ortszentrum ist eine Lore mit Aufschrift plaziert. Nur zu den Halden scheint niemand zu gehen, obwohl die dicht bewaldet sind und auch attraktive Gebiete zu sein scheinen. Aber man weiss natürlich, dass eine der Halden hier eine brennende Halde ist. So macht man lieber einen Bogen um diese schon von weitem sichtbaren Bergbaurelikte. Und auch ich gehe dort nicht hin. Denn im Internet habe ich auch davon gelesen, dass die Halde Anna 1 sich durch unsachgemäße Aufschichtung des tauben Gesteins selbst entzündete.

Schon von der Burg Rode in Herzogenrath aus habe ich heute morgen diese Halden gesehen. Es gibt hier in der Region viele davon so wie im Ruhrgebiet und auch bei der Rückfahrt in der Euregiobahn nach Herzogenrath komme ich wieder an so einer Halde vorbei. Das vermute ich jedenfalls bei einem so gleichmäßig geformtem, bewaldeten Berg. Und auch eine Protegohaube sehe ich hier aus der Bahn heraus. Also war hier wohl ein Schacht der Herzogenrather Grube Adolf.

Text / Fotos: Ernst Käbisch

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