Grube FERDINANDE in Velbert

Giebel mit Jahreszahl der Erbauung am ehemaligen Verwaltungsgebäude der Grube FERDINANDE
Giebel mit Jahreszahl der Erbauung am ehemaligen Verwaltungsgebäude der Grube FERDINANDE
von Ernst Käbisch

Im Gebiet Obere Flandersbach im Städtedreieck Wülfrath/Heiligenhaus/Velbert war bis Ende des 19ten Jahrhunderts das Bergwerk FERDINANDE in der Hoffnung tätig, Silber zu fördern. So wie viele andere Zechen bzw. Gruben in der Region das auch wollten. Wie bei den anderen Gruben wurde bei FERDINANDE aber Blei und Zink und ein wenig Kupfer gefunden. Silber war nur in homöopathischen Dosen bei dem Mineral Bleiglanz zu finden.

Zuerst weiß ich noch nicht einmal, was gemeint ist. Der Besitzer eines Hauses in dem Gebiet Obere Flandersbach in Velbert mailt mich an. Und schreibt in seinem Mail, dass er meinen Artikel zur Zeche FERDINANDE gelesen hat. Er teilt mir auch die exakte Ortsangabe seines Hauses mit, was das Maschinenhaus der einstigen Zeche FERDINANDE gewesen war.

Erst dann fällt mir ein, dass ich in der WZ (Westdeutsche Zeitung) ja einen Artikel über die Zeche FERDINANDE im Kalksteinabbaugebiet nahe der großen Wülfrather Kalksteinbrüche gelesen hatte. Dieses Bergwerk wollte einstmals wie mehrere Bergwerke in Velbert und anderen Orten im niederbergischen Land auch Silber fördern. Aber man musste feststellen, dass der einzige Bodenschatz, der sich hier lohnte zu fördern, Blei war. Die Schachtanlagen von FERDINANDE sind längst von einem Autobahnneubau weitgehend überbaut. Und es existiert aber noch ein Verwaltungsgebäude der Grube mit der Jahreszahl seiner Erbauung 1888 am Giebel.

Zuerst finde ich die Zeche FERDINANDE nicht

Der Redakteur der Zeitung beschrieb den Standort des Hauses mit der Strasse „Am Thekbusch“. Und da ich diese sehr lange Straße an einem Sommertag komplett bis in den Wülfrather Ortsteil Flandersbach hineinging, ohne das Verwaltungsgebäude zu sehen, hielt ich das dann für eine Ente der Westdeutschen Zeitung. Vielleicht wollte der Redakteur seinen Artikel so interessanter machen. Es gibt sonst wenige Indizien auf eine frühere Bergbausiedlung in dieser angenehmen in hügeliger niederbergischer Landschaft gelegenen Wohnsiedlung. Eigentlich ist es nur der Straßenname „Am Stinder“, der sich auch auf ein früheres Bergwerk gleichen Namens bezieht.

Es gibt auf der Strasse „Am Thekbusch“ aber viele alte stilvolle Wohnhäuser, die sicher noch in der aktiven Zeit der Zeche oder Grube gebaut wurden. Letzlich fuhr ich dann aber komplett ohne etwas von der Zeche gefunden zu haben, wieder nachhause. Und dann machte ich zwar einen Bericht darüber, aber war dann doch etwas enttäuscht. Und meinen Besuch bei Grube FERDINANDE vergass ich bald.

Das letzte Zechenrelikt der Zeche FERDINANDE

Aber nun ist es natürlich eine ganz spannende Sache, so ein wunderbares längst zum Wohnhaus umgebautes Zechenrelikt zu besichtigen. Nur Tim fragt mich etwas genervt, warum ich wegen so einem einfachen Haus nur hierhin gefahren bin. Und warum er dazu noch mitfahren musste. Ich fand halt,dass er an diesem vorletzten Ferientag auch noch mal raus aus der Bude musste.

Und mit so einem noch dazu sehr gut erhaltenen und gepflegten Zechenrelikt kann ich mir jedenfalls den ehemaligen Zechenbetrieb hier viel besser vorstellen. Der Weg von Ratingen mit dem Bus 771 bis zur Station „Dahlbecksbaum“ in Velbert kurz hinter der Stadtgrenze zu Heiligenhaus ist ja auch nicht weit. Von dort oben sieht man die Autobahn, von der große Teile des Zechengeländes von FERDINANDE überbaut wurden und an einer Stelle sehe ich klar und deutlich auch rauchende Schlote am Horizont irgendwo im nahen Ruhrgebiet.

Das Verwaltungsgebäude der Zeche Ferdinande

Von Dahlbecksbaum ist es dann nur ein paar hundert Meter Fußweg in die schön im niederbergischen Hügelland in der „Obere Flandersbach“ gelegene ehemalige Zechensiedlung.  Und hier finde ich mit der Ortsangabe schnell das eigentlich unübersehbare Zechenrelikt, das stilvolle ehemalige Verwaltungsgebäude der Zeche mit der Jahreszahl seiner Erbauung 1888 am Giebel.

Bereits nachdem ich diesen Artikel von der Grube FERDINANDE machte, mailte mich erneut der Besitzer des ehemaligen Verwaltungsgebäude an und es waren ein paar schöne Fotos von dem Haus, was ich nun auch bereits gesehen habe, dabei. Er schrieb noch in seinem Text, dass wenige Menschen in seiner Siedlung von der Geschichte des Hauses und der Siedlung wissen würden und kündigte an, mir weitere Fotos und zwar historische Fotos von dem Haus zuzusenden. Da bin ich ja gespannt.

2 Links zur Grube FERDINANDE:

http://www.wz.de/lokales/kreis-mettmann/silbergrube-im-kalkgebiet-1.236187

http://www.derwesten.de/staedte/heiligenhaus/boden-in-heiligenhaus-hetterscheidt-als-nicht-tragfaehig-eingestuft-id9831921.html

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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