Gruben und Kleinzechen im Niederbergischen Land

Auch in Ratingen-Homberg war eine der Kleinzechen , FINA
Auch in Ratingen-Homberg war eine der Kleinzechen, FINA
von Ernst Käbisch

Als Niederbergisches Land wird der Nordteil des Mittelgebirges Bergisches Land bezeichnet. Und hier sind die Städte Velbert, Wülfrath, Heiligenhaus und Mettmann. Schon jahrhundertelang wurde hier in zahlreichen Kleinzechen Bergbau betrieben. Jedenfalls inzwischen ist das völlig vergessen. Und besonders Blei, Eisen, Kupfer und Zink wurde gefördert. So sind nur vereinzelt noch Spuren der Bergwerke vorhanden.

So das Zentrum des einstigen Bergbaus im Niederbergischen Land ist die Stadt Velbert. Zum Beispiel wurde dort die Schleppbahnbrücke  im Langenhorster Wald restauriert. Und das ist noch ein eindrucksvolles Überbleibsel aus der Bergbauzeit. Gerade vor 4 Jahren passierte die Restaurierung der Brücke. Weiter waren besonders in Velbert etliche kleine und mittlere Zechen aktiv. Und es gab sogar Steinkohlezechen. Und die lagen im Norden der Stadt an der Grenze zu Essen. Das ist auch die Grenze zur Karbonschicht.

Kleinzechen in Velbert

Und heute sind all diese Zechen bzw. Gruben völlig vergessen. So gibt es auch kaum noch Spuren davon. Und das, obwohl die Blütezeit dieser kleinen Bergwerke am Ende des 19ten und Beginn des 20ten Jahrhunderts war. Belle Epoque heißt diese Zeit. Jedenfalls wurde Jahrhunderte lang Erzbergbau in Velbert betrieben und eins der letzten eindrucksvollen Zeugnisse davon ist die Schleppbahnbrücke im Langenhorster Wald. Und das ist an der Stadtgrenze zu Essen. Noch in letzter Minute wurde die Brücke in die Denkmalliste der Stadt aufgenommen. Und dadurch wurde sie vor einem völlig sinnlosen Abriss gerettet. Denn Ratsvertreter im Velberter Rathaus hatten den Abriss der baufälligen Brücke schon beantragt. Und nun ist die Schleppbahnbrücke restauriert, aber sie ist leicht übersehbar. Denn man muss schon von einem Waldweg aus einen Trampelpfad hinabgehen. Nur dort unten kann man sie überhaupt sehen.

Dann sind von der Grube EISENBERG Zechengebäude erhalten geblieben. Gar nicht mehr als Bergbaurelikte erkennbar sind diese Gebäude. Grube EISENBERG war in Velbert-Birth. So ist hier ein Neubaugebiet mit vielen Wohnhochhäusern und 2 Häuser sind die alten Bergwerksgebäude. Also das ist ein Verwaltungsgebäude und das ist ein völlig unscheinbares Fördermaschinenhaus. Und fast bis zur Unkenntlichkeit modernisiert sind diese wertvollen Relikte. So gibt es auch keine Infotafeln in ganz Velbert bezüglich des Bergbaus. Denn nur ab und an erinnern Straßennamen an Zechen. So gibt es im Hesperbachtal den Zechenweg. Und auch eine Bleibergstraße gibt es hier.

Kleinzechen in Heiligenhaus, Wülfrath und Mettmann

Dann ist selbst in Heiligenhaus, Wülfrath oder Mettmann noch zum Teil mehr an Relikten auffindbar. Denn auch dort gab es Zechen. Und die gab es sogar reichlich. Auffindbar sind sogar Reste von Schachtanlagen.  Also ganz eindeutig ist das bei der Zeche BENTHAUSEN in Mettmann-Metzkausen. Denn dort ist ein umzäuntes Gelände, wo der Hauptschacht der Zeche war und auch ein Nebenschacht war hier. Und natürlich sind die Schächte längst verfüllt. Dann ist ein ebenfalls umzäuntes und verwildertes Gelände am südlichen Rand des ehemaligen Steinbruchs Prangenhaus in Wülfrath. Schon ist das hier ein bisschen weniger eindeutig. Vermutlich war das eine ehemalige Schachtanlage der Grube FORTUNA. Möglicherweise war es auch die Zeche STEINKUHL? oder MAIKAMMER? Gerade hier waren einst zahlreiche weitere Kleinzechen oder Gruben aktiv. Und die hiessen EMMANUEL, JOSEFINE, REGINA.

Gerade die letztgenannte Grube verschwand sozusagen in den Fluten eines türkisfarbenen Sees. Denn der See ist an der Stelle des einstigen Steinbruchs Prangenhaus.  Immerhin steht in Heiligenhaus auf dem Panoramaradweg auf der ehemaligen Niederbergischen Eisenbahnlinie  eine Infotafel. Und die ist zum Gedächtnis an die Bleizeche THALBURG hier aufgestellt. So ist das zwar nicht viel Information, was da steht. Immerhin ist es etwas.

Auch in Ratingen-Homberg gab es noch die Kleinzeche FINA

Trotzdem sind diese Bergwerke völlig vergessen. „Aus den Augen, aus dem Sinn“. Dann gab es im östlichsten Zipfel von Ratingen-Homberg einst eine Grube FINA. Denn auch Ratingen zählt noch am Rande mit zum niederbergischen Land. Und auf FINA wurde Brauneisenstein und Spateisenstein gefördert. Immerhin kann ich den genauen Standpunkt dieser Kleinzeche recherchieren. Dann vor Ort finde ich aber absolut keine Spur von diesem ehemaligen Bergwerk.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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