Halde 19 und die Zeche Mathias Stinnes

Seilscheibe als Landmarke auf der Halde 19
von Ernst Käbisch

Die Halde 19 ist die erste Gladbecker Halde im Haldengebirge Braucker Alpen nach der Stadtgrenze zu Essen. Und vom Haldengipfel hat man zwar keine Panoramasicht weit ins Ruhrgebiet hinein. Dafür habe ich hier eine fast unberührt wirkende Naturlandschaft „Mitten im Pott“ ganz für mich alleine.

Also wenn alles reibungslos läuft mit dem öffentlichen Nahverkehr, brauche ich nur eine Stunde bis nach Gladbeck. Und da es mir im Haldengebirge Braucker Alpen so gut gefällt, fahre ich jetzt bereits ein drittes Mal hierhin. Zuerst fahre mit der S6 bis zum Essener Hauptbahnhof. Weiter geht es mit der U11 bis Station „Essen, Alte Landstraße“. Und dann gehe ich ein paar hundert Meter zu Fuß.

Halde 19 in Gladbeck

Also an der Halde 19 bin ich nämlich 2mal bereits schnöde vorbeigegangen, ohne es zu wissen. Und dabei ist das ein ganz lohnenswerter Haldenbesuch, wie auch ein Zeitungsartikel der WAZ aussagt. Tatsächlich ist diese Halde schon kurz nach der Stadtgrenze noch vor der Halde in der Heringstraße, wo man schon einen großartigen Panoramablick auf andere Halden z.B. die faszinierende noch entstehende und äußerlich als Vulkan geplante Mottbruchhalde, hat.

Und die Halde 19 ist nicht so hoch wie die anderen Halden im Haldengebirge. Dann als ich nach ein bisschen Sucherei den Haldengipfel mit der Landmarke der roten Seilscheibe von Zeche Mathias Stinnes gefunden habe, bemerke ich natürlich den fehlenden Panoramablick. Nicht nur der Fuß der Halde, sondern auch ganz oben ist der Wald nämlich ist schon eindrucksvoll zugewachsen. So ist das hier wie in einem nicht künstlich angelegten natürlichen Wald. Außerdem blühen viele Sommerblumen gerade.  Und durch den vielen Schatten läßt es sich an diesem Ort bei den hochsommerlichen Temperaturen heute gut aushalten.

Die Halde 19 hat keinen Panoramablick

Trotzdem bin ich hier gerade alleine und die sonst an solchen Orten üblichen Jogger, Mountainbikefahrer und Hundebesitzer mit ihren Hunden fehlen völlig. Und da ich den Panoramablick weit ins Ruhrgebiet hinein bei meinen vorigen Besuchen hier in den Braucker Alpen hatte, fehlt er mir jetzt nicht. So aber vermute ich, das wird der Grund für die Verlassenheit dieses eigentlich so angenehmen Ortes sein. Immerhin ist er auch ganz sicher nicht eine brennende Halde. Denn streng riechen wie bei der Halde Graf Moltke tut es hier nämlich nicht.

Und dieser ganz nah am Essener Stadtgebiet liegende Ort beweist mir, daß die Ernennung der Stadt Essen zur Grünen Hauptstadt Europas 2017 ganz zu Recht erfolgt ist. Denn an die Halde 19 schliesst sich nämlich auf Essener Seite die Stinneshalde an. Weiter ist noch eine große Halde im benachbarten Essen-Altenessen. Und das ist die Schurenbachhalde. Also nicht nur der landschaftlich so reizvolle Essener Süden ist grün, auch der einst so stark industrialisierte Norden „Mitten im Pott“ wird immer mehr zu einer überraschend grünen Landschaft. Also ich kenne tatsächlich keine grünere Großstadt hierzulande als Essen und das trotz all der einstigen Montanindustrie. Und die ist ja zumindest in Essen längst Geschichte.

Relikte der Zeche Mathias Stinnes

Ich gehe noch zu Fuß an der Straßenbahnstation „Boyer Straße“ vorbei bis zur Station „Arenbergstraße“. Hier sind an zahlreichen Orten Relikte der nicht nur früher sondern auch jetzt noch die Stadtbezirke Essen-Karnap und Gladbeck-Brauck prägenden Zeche Mathias Stinnes zu finden. Vor einem Supermarkt an der Karnaper Straße steht eine Protegohaube eines ehemaligen Schachts. Davor ist ein Stromkasten mit Bergbaumotiven bemalt z.B. einer Ansicht, wie die Zeche Mathias Stinnes einmal aussah. An mehreren Stellen stehen bepflanzte Loren in Vorgärten und an der Station Arenbergstraße ist eine weitere große Seilscheibe eines Steinkohlezechenförderturms auf einer Parkwiese aufgestellt.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here