Halde Großes Holz in Bergkamen

Auch die Halde Großes Holz soll bis 2005 eine brennende Halde gewesen sein. Offenbar hat man das Problem aber lösen können. Inzwischen wird auch nicht mehr neues Gestein aus Bergwerken hier aufgeschüttet, weil die letzte aktive Zeche im östlichen Ruhrgebiet, das Bergwerk Ost in Hamm, seit 2010 geschlossen ist. Eine großartige Landschaft ist hier im Osten des Reviers entstanden.

Diesmal ist es in Kamen am Bahnhof trocken. Dafür verzweifel ich heute etwas an einem hier unübersichtlichen Orientierungssystem für die Busse im ÖPNV. Aber ich habe ja offenbar eine halbe Stunde Zeit, um herauszufinden, wo denn der Bus R12 nach Lünen abfährt. Als ich dann endlich im Bus sitze, muss ich mich darauf konzentrieren, wo genau der Bus entlangfährt, in welcher Stadt ich eigentlich bin und wie die Haltestellen heißen. Denn die Haltestellen werden nicht aufgerufen noch gibt es einen Plan im Bus oder gar einen Monitor, wo die Stationen genannt werden. Und prompt verpasse ich die Station Erich-Ollenhauerstraße in Bergkamen und muss bis zur nächsten Station im Bergkamener Ortsteil Oberaden mitfahren.

 Die Halde Großes Holz

Das macht aber Nichts, weil ich jetzt immerhin weiss, wo ich bin und wo ich nun hin muss. Es wird jetzt sogar einigermassen schönes Wetter und ich muss nur zur Station Erich-Ollenhauer-Straße zurückgehen. Hier ist links bereits die Halde zu sehen. Sie ist viel kleiner, als ich sie vom letzten Besuch in Erinnerung hatte. Damals waren wir stundenlang in der herrlichen weitläufigen Haldenlandschaft herumgeirrt und dann in dem Ortsteil Oberaden bei der Glückauf-Trinkhalle in einem typischen Bergarbeiterviertel ausgekommen.

Da kann ich heute zielstrebiger direkt zur Halde hingehen und ziemlich schnell finde ich den sogenannten Korridor, wo förderturmähnliche Kunstobjekte mit einer blauen Kuppe stehen. Blau ist überhaupt die Farbe der Halde. An einer Aussichtsplattform sieht man auf einer Schneise über buntblühende Blumen ins Tal nach Oberaden. Meist sind es hier blaublühende Pflanzen wie Lavendel; einiges blüht aber noch gar nicht. Gut, dass ich hier an einem Sommertag bin, weil die Blumen hier sind eine der Hauptattraktionen auf der Halde.

Panoramablick vom Haldengipfel

Zum Haldengipfel nehme ich einen der vielbenutzten Trampelpfade durch dichten Wald hoch, obwohl hier an dieser Halde auch ein umfangreiches asphaltiertes Wegenetz angelegt ist. Ganz überraschend habe ich die Halde heute ganz für mich; nur einmal kommt mir ein Wanderer entgegen. Vom Haldengipfel hat man wie bei allen Halden im Ruhrgebiet eine spektakuläre Aussicht. Hier im östlichen Ruhrgebiet kenne ich nicht soviel. Nur an einer Stelle kann ich einen Kanal mit Schiffen erkennen. Das wird der Datteln-Hamm-Kanal sein.

Rückfahrt über Dortmund

Auf dem Rückweg gehe ich zu Fuss bis zum Busbahnhof von Bergkamen und habe Glück, dass da gerade mit schon laufendem Motor ein Schnellbus nach Dortmund zum Hauptbahnhof steht. Eigentlich kann ich zur Infrastruktur hier im Ruhrgebiet kaum etwas Negatives sagen trotz meiner morgendlichen Irritation am Bahnhof Kamen. Über die Autobahn fährt der Bus nach Dortmund hinein und stoppt da nur noch an 2 Stationen. Und am HBF habe ich auch sofort Anschluss an einen Regionalzug nach Essen.

1kamenbf
Die fröhliche Bäckerei am Bahnhof Kamen Foto anklicken
2seilscheibe
Seilscheibe am Rathaus Bergkamen Foto anklicken
3korridor
Der sogenannte Korridor Foto anklicken
4oberaden
Blick ins Bergarbeiterviertel Oberaden Foto anklicken
5foerderturm
Panoramablick mit Förderturm Foto anklicken
6blau
Blau ist die Farbe der Halde Foto anklicken
7schnecke
Die Schnecke kriecht auf kohlehaltigem Gestein Foto anklicken
8foerderturm
An dem Förderturm fuhr der Bus vorhin vorbei Foto anklicken
9hammkanal
Rechts oben ist der Datteln-Hamm-Kanal Foto anklicken
10wildrose
Auch Wildrosen gibt es hier viele. Foto anklicken

Text/Fotos: Ernst Käbisch

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here