Halde Hoheward in Herten

Landmarke der Halde Hoheward in Herten
Landmarke der Halde Hoheward in Herten

von Ernst Käbisch

Dann bleibt es nach dem leichten Nieselregen am Anfang doch trocken. So steigen wir am Bergwerk Ewald in Herten erst die Halde Hoheward auf dem weitläufigen Haldengebirge Hoheward/Hoppenbruch hoch. Und von der Halde Hoheward gehen wir zur etwas tiefergelegenen Halde Hoppenbruch. Und am Fuß dieser Halde ist bzw. war die Zeche Recklinghausen in der Stadt Recklinghausen.

Also endlich komme ich mal wieder in das Haldengebirge Hoheward/Hoppenbruch. Schon hatte ich Cousin Peter neulich vorgeschlagen, wegen dem Regen besser zur Zeche Zollern zu fahren. Aber der Wetterbericht sagt voraus, dass es heute trocken bleibt. Immerhin ist jetzt Ende August auch eine der letzten Gelegenheiten im Jahr, so eine Halde noch im Sommer zu erleben.

Und da Peter beide Programme recht sind, fahren wir nun eben von Essen mit dem Regionalzug nach Wanne-Eickel. Schon kurz nach der Einfahrt vom Zug im Bahnhof fährt der Bus Richtung Marl vom Bahnhofsvorplatz. Zwar regnet es etwas, als wir an der Station „Bergwerk Ewald 1/2 in Herten aussteigen. Aber das hört bald wieder auf. Und ab und an kommt sogar die Sonne durch die Wolken hindurch.

Vom Bergwerk Ewald auf die Halde Hoheward

Bergwerk Ewald in Herten
Bergwerk Ewald in Herten

Dann lassen wir das eindrucksvolle Bergwerk Ewald zu unseren Füßen liegen. Und wir klettern hoch ins Gebirge, um die Trockenperiode auszunutzen. Den asphaltierten Weg hoch zum Haldengipfel finde ich ja etwas ernüchternd. Denn das kenne ich hier noch als Schotterweg in einer vegetationslosen schwarzen Steinwüste. Aber diese Mondlandschaft ist seit meinem letzten Besuch hier ganz verschwunden. Und stattdessen ist jetzt ringsum Wiese mit vielen blühenden Sommerblumen.

Und auf dem Gipfel ist es ganz eindrucksvoll. Das ist ganz so, wie ich es vom letzten Besuch in Erinnerung habe. Die nachwievor umzäunte Landmarke „Horizont-Observatorium“ überragt die so grandios wirkende Ruhrgebietsszenerie ringsum. So sind zahlreiche Kraftwerke und ehemalige Zechen wie die Zeche Pluto-Wilhelm in Herne deutlich zu erkennen. Und umgekehrt kann man das „Horizont-Observatorium“ ja von vielen Orten im Ruhrgebiet sehen. So habe ich es letztens in Wanne-Eickel durch das Riesenrad bei der Cranger Kirmes gesehen.

Und jetzt im Spätsommer mit all den blühenden Blumen und dem vielen satten Grün wirken die Haldenlandschaft und der Panoramablick in weite Teile des Ruhrgebiets besonders spektakulär. Da stören die grauen Wolken fast gar nicht. Und eher sieht die Szenerie so noch theatralischer aus.

Etwas niedriger als Halde Hoheward ist Halde Hoppenbruch

Horizont-Observatorium + Sonnenuhr
Horizont-Observatorium + Sonnenuhr

Dann ist die Nachbarhalde etwas tiefer gelegen. Und hier ist die zweite Landmarke auf diesem Haldengebirge. Das ist die Sonnenuhr vermutlich auf der Halde Hoppenbruch. Genau weiß ich nicht, ob die Halde Hoppenbruch schon in der Stadt Recklinghausen ist. Aber auf jeden Fall sieht man von hier aus einen rostigen Förderturm der Zeche Recklinghausen. Und diese Zeche ist natürlich in der gleichlautenden Stadt. Dann führt am Fuß der Halde  eine „Drachenbrücke“ zur Zeche Recklinghausen. Immerhin sind davon der Förderturm von Schacht 1 und 2 Seilscheiben und Reste des Förderturms von Schacht 2 erhalten. Außerdem ist unweit von Schacht 1 umzäunt eine Protegohaube von diesem Schacht. Und auch ein Maschinenhaus und ein paar weitere Zechengebäude sind erhalten.

Förderturm Schacht 1 der Zeche Recklinghausen
Förderturm Schacht 1 der Zeche Recklinghausen

Weiter kommen wir auf der Suche nach dem S-Bahnhof Recklinghausen-Süd noch an einem „Trainingsbergwerk Recklinghausen“ vorbei. Also das sieht ja interessant aus. Denn eine Art Stollenmundloch ist an einem Berg. Und eine Infotafel mit Fotos informiert über das „Bergwerk“. Aber ist das nicht wie bei der holländischen Staatsmijn Wilhelmina in Landgraaf an einer Halde plaziert? Also hier wie da ist das dann doch unlogisch. Denn was will man in einer Halde schon groß an Kohle fördern?

Der Bezirk Hochlarmark von Recklinghausen ist ein angenehmer Wohnbezirk mit zahlreichen schönen Zechenwohnhäusern in typischen Zechensiedlungen. Allerdings stehen einige dieser stilvollen Häuser leer. So werde ich hier und da etwas an die Gladbecker Geistersiedlung erinnert. Den S-Bahnhof Recklinghausen-Süd finden wir dann leicht. So haben wir wieder Anschluß an die Metropole RUHR. Denn der nach halbstündiger Wartezeit einfahrende Zug fährt auch den Hauptbahnhof Essen an.

Text / Fotos: Ernst Käbisch

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