Halde Schöttelheide & Prosper 9 in Bottrop

Von der Halde Schöttelheide sieht man den Förderturm von Prosper 9 wie eine Landmarke
Von der Halde Schöttelheide sieht man den Förderturm von Prosper 9 wie eine Landmarke

von Ernst Käbisch

Wie die Mottbruchhalde in Bottrops Nachbarstadt Gladbeck wird die Halde Schöttelheide in Bottrop-Grafenwald nach wie vor geschüttet. Und das noch solange wie das Bergwerk Prosper-Haniel arbeitet. Die an die Halde anschließende Schachtanlage mit dem Förderturm von Schacht 9 ist zur Bewetterung der Förderanlagen und zur Entwässerung der Grube zuständig.

Nach all dem Regen ist für heute mal wieder ein fast regenfreier Tag angesagt. Endlich kann ich wieder einen Ausflug machen. Und da habe ich richtig Lust darauf, mir die Halde Schöttelheide anzugucken. So will ich es mal ausprobieren, ob es sich lohnt für so einen mir zur Verfügung stehenden halben Tag so weit bis in den Norden von Bottrop zu fahren. Immerhin kann man ja offenbar mit einem Zusatzticket selbst zu dem Ticket 2000 nur der Preistufe A im VRR-Bereich hinfahren, wohin man will.

Halde Schöttelheide und Prosper Schacht 9

Und so steige ich am Hauptbahnhof Essen in den 3mal stündlich nach Dorsten fahrenden Schnellbus SB 16. Nun fahre ich durch halb Essen und ganz Bottrop bis in die ländlichere Region im Norden dieser letzten aktiven Bergbaustadt des Ruhrgebiets. 53 Minuten dauert die Fahrt bis zur Station Bottroper Straße/ Hegestraße. Von dort sehe ich schon die Halde Schöttelheide und den Förderturm von Schacht 9 der Zeche Prosper-Haniel.

Dieser grüne Förderturm ist einer von drei noch aktiven Fördertürmen der Zeche Prosper. Genaugenommen gehört ja auch noch der Schacht Hünxe in der kleinen noch weiter nördlich gelegenen Stadt gleichen Namens zu Prosper-Haniel. Aber Schacht Hünxe ist nur ein Wetterschacht. Auch die eigentlich längst stillgelegte Schachtanlage Prosper II, wo aber die geförderte Kohle auf Förderbändern ans Tageslicht kommt und wo nebenan die Kokerei Prosper ist, ist ja noch für Prosper-Haniel aktiv.

Aber Schacht 9 ist, so wie ich das verstanden habe, doch kein Förderschacht. Die Seilscheiben des mächtigen Turms drehen gerade, als ich darunter stehe. Also ist das, um Grubenwasser zu pumpen und/oder um für die Bewetterung der riesigen Förderareale zum Teil in fast anderthalb Kilometern Tiefe zu sorgen. Na jedenfalls ist das hier der im Ruhrgebiet immer seltener werdende Anblick einer Schachtanlage eines noch aktiven Bergwerks.

Die Halde Schöttelheide ist für die Öffentlichkeit gesperrt

Noch am Entstehen ist so auch die weitläufige und bisher jedenfalls nicht sehr hohe Halde Schöttelheide. Die Halde schliesst sich fast nahtlos an die Schachtanlage an. Es ist geplant, diese Halde wie andere Halden z.B. die Nachbarhalde Haniel auch aufzuforsten. Bisher aber ist das noch eine karge Vegetation selbst am Fuß der Halde. Das ist typische Heidelandschaft. Deswegen passt der Name Schöttelheide sehr gut zu diesem noch gesperrten von Menschenhand gemachten Berg. Nur den Haldenrandweg dieses noch entstehenden Naherholungsgebiets dürfen die heute bei dem akzeptablen Wetter zahlreich anwesenden Jogger, Hundebesitzer oder sonstigen Nutzer wie ich  benutzen.

Mit dem angrenzenden Bottroper Stadtwald und der in der Ferne sich an die Schöttelheide anschliessenden viel höheren Halde Haniel ergeben sich reizvolle landschaftliche Perspektiven wie in einer Berglandschaft ähnlich etwa dem Haldengebirge Braucker Alpen in Gladbeck. In dieser Nachbarstadt von Bottrop befindet sich auch noch eine Halde, die Mottbruchhalde, die wie die Schöttelheide noch von taubem Gestein aus der Steinkohleförderung der Zeche Prosper-Haniel zu einem Berg in Form eines Vulkans aufgeschüttet wird. Voraussichtlich wird erst Ende 2018 ja das Bergwerk Prosper-Haniel geschlossen und erst dann sind diese beiden Berge „fertig“.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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