Halde Zollverein in Gelsenkirchen

Trabrennbahn vor der Halde Zollverein
Trabrennbahn vor der Halde Zollverein

von Ernst Käbisch

Der Halde Zollverein nähert man sich wohl am besten von der Trabrennbahn Gelsenkirchen. Denn die bewaldete Halde aus kohlenstoffhaltigem Abraum der Zeche Zollverein überragt die Trabrennbahn in voller Länge. Schon ist die Halde nicht sehr hoch. Aber sie erstreckt sich weitläufig von Gelsenkirchen-Feldmark bis nach Essen-Katernberg.

Obwohl diese gerade am Hauptbahnhof Essen einfahrende Bahn der Kulturlinie 107 nicht ganz bis nach Gelsenkirchen fährt, steige ich mal ein. Denn es ist heute zwar sehr kalt. Und die Halde Zollverein in Gelsenkirchen ist doch mein Ziel. Aber über mir ist ein blauer Himmel und die kalte Winterluft ist frisch und gesund. Und von der Endstation Hanielstraße in Essen-Katernberg bis zur Trabrennbahn in Gelsenkirchen ist es kein so langer Weg zu Fuß. Außerdem ist das ein spannender Weg durch die faszinierende „Kulturlandschaft Zollverein“. So nennt man diese Region auch, weil vieles noch immer vom hier längst beendeten Steinkohlebergbau und der Zeche Zollverein geprägt ist.

Denn das Triple Z (ZukunftsZentrumZollverein), an dem ich gerade vorbeikomme, war die Schachtanlage 4/5/11 der Zeche Zollverein. Und viele stilvolle Gebäude sind hier erhalten und ein offenbar blühendes Gewerbezentrum von Existenzgründern füllt die Lücke, die natürlich so eine Zechenschliessung zumal der „größten und schönsten Zeche der Welt“ nachwievor ins Herz des Ruhrgebiets reißt.

Die Trabrennbahn vor der Halde Zollverein

Gerade findet vor der benachbarten Trabrennbahn bereits in Gelsenkirchen ein belebter Markt statt. Und auf der Trabrennbahn selber trainieren 2 einsame Gespanne auf dem großen Bahngelände. Darüber ist bereits die durchgängig bewaldete Halde zu sehen. Und es ist wirklich die Halde Zollverein. Denn da habe ich mich im Internet von überzeugt, dass die hier in Gelsenkirchen und nicht da beim Doppelbock von Schacht 12 bzw. der benachbarten Schachtanlage 1/2/8 in Essen-Katernberg ist. Also da ist zwar auch eine Halde.

Dann allerdings ist diese Halde hier viel weitläufiger. Schon ist sie ja nicht besonders hoch und es gibt auch nicht einen besonders ausgeprägten Haldengipfel. So ist auch die Sicht von hier oben vergleichsweise zu anderen Ruhrgebietshalden nicht besonders trotz des klaren Winterwetters. Also vermutlich deswegen ist diese Halde eher nicht so bekannt. Nur an einer Stelle ist durch die schon entlaubten Bäume der Doppelbock der Zeche Zollverein zu sehen und auch den Bergmannsdom am Katernberger Markt erkenne ich.

Kein Panoramablick von der Halde Zollverein

Aber es lässt sich kaum in andere Regionen vom Ruhrgebiet gucken wie von anderen Halden z.B. gerade hier in Gelsenkirchen. So gibt es in dieser Stadt die bekannte und mit der obenauf thronenden Landmarke „Himmelstreppe“ markante Halde Rheinelbe, von der man einen weiten Blick in viele Teile des Ruhrgebiets hat. Dann ist auch die Halde Rungenberg im Stadtteil Buer eindrucksvoll. Außerdem gibt es in Gelsenkirchen die allerdings nur selten zugängliche und mit 140 Metern höchste Ruhrgebietshalde Oberscholven.

Und dass die Sicht hier von der Halde Zollverein nicht so dolle ist, liegt auch daran, dass auf der vergleichsweise flachen Halde schon ein ziemlich hochgewachsener Wald steht. Das mit dem Wald ist es im Großen und Ganzen auch an attraktiven Dingen auf Halde Zollverein. Dafür ist es aber auch keine „brennende Halde“ wie die viel spektakuläreren Halden „der ersten Generation“, Rheinelbe und Rungenberg.

Pingen auf der Halde Zollverein

Dann bemerke ich noch 2 sehr tiefe und scharfrandige Löcher auf dem Waldboden der Halde. Und da bin ich mir eigentlich sicher, dass das Pingen sind. Denn natürlich kann auch von Menschenhand aufgeschütteter Abraum sacken und solche tiefen Löcher bilden, wenn sich Hohlräume gebildet haben. Also ist es hier ja sogar gefährlich, wobei ich einräumen muss, diese Pingen etwas abseits des angelegten Wegenetzes gefunden zu haben. Also da, wo man eigentlich nicht entlang gehen sollte.

An der Fatih-Moschee in Essen-Katernberg komme ich nach meinem Haldenrundgang wieder aus. Hier ist auch nebenan das Triple Z. Und zwischen zwei der erhalten gebliebenen Zechengebäude läuft die Trasse der ehemaligen Zechenbahn entlang, die jetzt zum komfortablen Rad- und Fußweg umgestaltet wurde.

Zuerst auf eins der kleinen Bilder klicken. Dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text / Fotos: Ernst Käbisch

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